Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Kollegen lernen: TU Graz entwickelt Technologien zum Wissensaustausch am Arbeitsplatz

27.11.2012
Internationales Projekt „Learning Layers“ startet
Der hilfreiche Tipp, den man vom Kollegen bekommt, könnte auch für andere nützlich sein: Der Frage, wie man informelles Lernen am Arbeitsplatz systematisch in Aus- und Weiterbildung übertragen und Lerntechnologien entwickeln kann, gehen Forscher aus sieben Ländern im mit November gestarteten EU-Projekt „Learning Layers“ nach. Das Institut für Wissensmanagement der TU Graz spielt mit der Entwicklung entsprechender technischer Systeme eine zentrale Rolle.

Bildmaterial ist bei Nennung der Quelle „Getty Images“ honorarfrei verfügbar unter http://presse.tugraz.at/webgalleryBDR/data/learninglayers/index.htm

Formelles Lernen lehrt der Stundenplan, informelles Lernen lehrt das Leben – und der Arbeitsplatz. Mitarbeiter tauschen ständig Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen aus. Typische informelle Lernerfahrungen wie der Tipp zwischen Tür und Angel, den man vom Kollegen bekommt, sind zwar extrem effektiv, lassen sich aber derzeit schlecht auf breiterer Basis nutzbar machen. Gleichzeitig haben sich die technologischen Entwicklungen in den letzten Jahren überschlagen – Informations- und Kommunikationstechnologien wie etwa Facebook oder Twitter dringen in viele Bereiche unseres Lebens vor. Das Projekt „Learning Layers“ versucht hier Brücken zu schlagen: „Unsere Vision ist es, dieses informelle Lernen mit neuartigen technologischen Lösungen für Klein- und Mittelbetriebe zu etablieren und zu verbessern“, erklärt Stefanie Lindstaedt, Leiterin des federführend beteiligten Instituts für Wissensmanagement der TU Graz.

Mobile Arbeitsplätze

Das internationale Projektteam hat sich einiges vorgenommen: Zunächst gilt es, die Art und Weise, wie Menschen an ihren Arbeitsplätzen arbeiten, lernen und ihr Wissen austauschen, genauer unter die Lupe zu nehmen. „In früheren Projekten dieser Art hat man sich zu sehr auf die Menschen konzentriert, die hauptsächlich am Computer sitzen. Im Rahmen von Learning Layers werden wir uns wirklich mobile Arbeitsplätze anschauen, wie beispielsweise auf Baustellen oder in Krankenhäusern“, erklärt Stefanie Lindstaedt. Das internationale Projektteam hat dafür exemplarisch die Baubranche und das Gesundheitswesen gewählt. „Wichtig ist uns auch der Fokus auf Klein- und Mittelbetriebe aus traditionellen Sektoren, die bislang nur wenig Zugang zu Lerntechnologien gefunden haben“, so Lindstaedt, die auch die wissenschaftliche Leiterin des an der TU Graz beheimateten und ebenfalls am Projekt beteiligten Know-Center ist.

Software für informelles Lernen

In weiterer Folge wollen die Forscher interaktive Softwarelösungen entwickeln, welche Social Media als Basis nutzen. Entwickelt werden sollen so Lernmaterialien, die Menschen dabei unterstützen Arbeitserfahrungen – etwa mit Geräten, Maschinen und Materialien – besser mit anderen zu teilen. Mit Ihrem Team vom Institut für Wissensmanagement trägt Lindstaedt mit der Entwicklung von „Social Semantic Server“ einen zentralen Teil des Projekts: „Wir arbeiten sozusagen am ‚Gehirn‘ des Projekts. Es geht darum Informationen zu vernetzen und dem Nutzer in der passenden Situation schnell und einfach zugänglich zu machen.“

Siebzehn Forschungsinstitute und Unternehmen aus Deutschland, Estland, Finnland, Großbritannien, Norwegen, Spanien und Österreich sind am EU-Projekt „Learning Layers“ beteiligt, das im Rahmen des 7. Rahmenprogramms der Europäischen Kommission bis 2016 läuft. Das Institut für Wissensmanagement der TU Graz ist Projektpartner, das Kompetenzzentrum Know Center, dessen Haupteigentümer die TU Graz ist, assoziierter Partner.

Nähere Informationen:
http://www.learning-layers.eu

Im Field of Expertise „Information, Communication & Computing“ bündelt die TU Graz Kompetenzen aus den Bereichen Informatik, Elektro- und Informations-technik sowie Mathematik. Kernthemen sind neue und effiziente Algorithmen, mathematische Modellierung, mobile Systeme, sowie Theorie und Anwendung der Informatik.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dipl.-Inf. Dr. Stefanie Lindstaedt
Institut für Wissensmanagement und
KNOW-CENTER GMBH
Tel.: +43 (0) 316 873 30800
E-Mail: slind@know-center.at

Alice Senarclens de Grancy | Technische Universität Graz
Weitere Informationen:
http://www.tuaustria.at/
http://www.learning-layers.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Helmholtz International Fellow Award for Sarah Amalia Teichmann

20.01.2017 | Awards Funding

An innovative high-performance material: biofibers made from green lacewing silk

20.01.2017 | Materials Sciences

Ion treatments for cardiac arrhythmia — Non-invasive alternative to catheter-based surgery

20.01.2017 | Life Sciences