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Mit Kinderhänden die Welt entdecken - Baby-Gebärdensprache

01.02.2010
Ist mein Baby müde, hat es Hunger oder will es vielleicht herumgetragen werden?

Diese Fragen stellen sich viele Eltern täglich, ohne von ihrem Kind eine Antwort zu erwarten. Dabei können sich Babys durchaus differenziert äußern, lange bevor sie zu sprechen beginnen - über Gebärdensprache.

Die Pforzheimer Studentin der Visuellen Kommunikation, Désirée Eser, hat in ihrer Abschlussarbeit ein Lernsystem erarbeitet, das Eltern und Kindern babygerechte Gebärden spielerisch näher bringt. Die Arbeit wird auf der kommenden Werkschau der Fakultät für Gestaltung am 5. und 6. Februar 2010 vorgestellt.

Désirée Eser betreute früher einen kleinen Jungen mit Sprachstörungen und lernte dafür selbst die Gebärdensprache. Die für die Kommunikation mit Babys relevanten Gesten hat sie nun in ihr Lernsystem integriert. Es besteht aus zwei Bausteinen - einem Lehr- und Handbuch für die Eltern und einer Bilderbuchreihe für die Babys. Das Elternbuch bietet einen einfachen und praktikablen Zugang zum Thema, das Bilderbuch lässt sich den Bedürfnissen und Vorlieben der Kinder anpassen.

Von den Vorteilen der frühen Gebärdensprache ist die Designerin überzeugt: "Wenn die Kleinen ihren Eltern zeigen können, was sie möchten, fühlen oder erleben, lässt sich nicht nur im Alltag viel Frust vermeiden. Man bekommt auch einen ganz neuen Einblick in die Gedankenwelt der Kinder." Dass die Nutzung von Gebärden die sprachliche Entwicklung beeinträchtigt, ist hingegen ein Vorurteil. Die Kinder, die sich schon früh durch Gesten ausdrücken können, fangen im Gegenteil früher an, Mehrwortsätze zu sprechen.

Im Bachelorstudiengang Visuelle Kommunikation an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim sind derzeit etwa 100 Studierende immatrikuliert. Sie werden von drei Professoren und fünf Lehrbeauftragten betreut. Im Studium erwerben sie profundes Wissen über die Medienlandschaft und die professionelle Anwendung von Darstellungs- und Produktionstechniken. Von der ersten Skizze über das präsentable Layout bis hin zur Produktionsreife gewinnen sie Sicherheit, eigene Gestaltungsideen zu realisieren und lernen, komplexe Kommunikationsaufgaben zu lösen.

Einblicke in den Studiengang Visuelle Kommunikation sowie die Studiengängen Mode, Industrial Design, Schmuck und Objekte der Alltagskultur und Creative Direction der Fakultät für Gestaltung bietet die Werkschau vom 5. bis 6. Februar 2010. Ausgestellt werden die Semester- und Abschlussarbeiten in der Holzgartenstraße 36 und im Congresscentrum Pforzheim von 10 bis 18 Uhr.

Sabine Laartz | idw
Weitere Informationen:
http://www.modenschau-designpf.de

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