Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Google testet Frühwarnsystem zur Grippe-Bekämpfung

12.11.2008
Analyse von Suchanfragen zeigt Infektionsausbreitung in Echtzeit

Der Internetkonzern Google hat über seinen philanthropischen Arm Google.org damit begonnen, Suchanfragen nach Ausbrüchen von Infektionskrankheiten auszuwerten.

Wie das Unternehmen in seinem offiziellen Blog wissen lässt, wird das erste Projekt in diesem Zusammenhang ein Webtool namens "Google Flu Trends" sein. Dahinter verbirgt sich der ambitionierte Versuch, durch das Auslesen von Suchdaten einen näheren Einblick in die Ausbreitung des Grippevirus in einzelnen Bundesstaaten der USA zu bekommen.

Hintergrund des Engagements ist die Erkenntnis, dass es eine konsistente und starke Korrelation zwischen den Suchanfragen und den Grippe-Daten der zuständigen Stelle des Center of Disease Control and Prevention (CDC) gibt. Die Projektinitiatoren haben die Hoffnung, dass die auf diese Weise zu Tage geförderten Informationen dabei helfen können, eine mögliche Grippe-Epidemie möglichst früh zu erkennen und somit auch zahlreiche Menschenleben zu retten.

"Die in den Suchanfragen zu findenden Muster können sehr informativ sein. Ein kleines Team von Softwareingenieuren hat bereits im vergangenen Jahr damit begonnen, die Relevanz der Analyse dieser Muster für verschiedene Phänomene zu erforschen", schreibt Google. Nach einiger Überlegung habe man sich dazu entschieden, die Methode vor allem auf eine sinnvolle Anwendbarkeit im Bereich ansteckender Infektionskrankheiten zu testen.

"Der Grippe-Virus - auch Influenza genannt - fordert jedes Jahr weltweit bis zu 500.000 Tote. Um einen Einblick in die aktuelle Ausbreitungssituation und -entwicklung der Infektionskrankheit zu erhalten, ist die Analyse der Suchanfragedaten sehr hilfreich", betont Google. Da mithilfe dieser Methode Informationen in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden können und traditionelle Ansätze zur Erfassung und Auswertung von Grippedaten in der Regel ein bis zwei Wochen brauchen würden, eigne sich Google Flu Trends besonders gut als Frühwarnsystem.

"In Bezug auf das Auftreten von Influenza erleben wir in jedem Jahr eine vergleichbare Situation", stellt Susanne Glasmacher, Biologin und Sprecherin des Robert Koch-Instituts in Berlin http://www.rki.de , im Gespräch mit pressetext. Grippewellen würden alljährlich stattfinden, in der Regel in der Zeit nach Jahreswechsel. "Die Schwere der Influenza-Wellen kann dabei sehr unterschiedlich sein. Von wenigen Todesfällen bis zu mehreren tausend Toten, wie es etwa im Zeitraum um die Jahreswende 1995 und 1996 der Fall war", schildert Glasmacher. Entscheidende Maßnahme zur Vorbeugung sei die Influenza-Schutzimpfung, die am besten bereits in den Monaten Oktober oder November durchgeführt werden sollte.

"Menschen über 60 oder mit chronischen Krankheiten raten wir aus medizinischen Gründen dringend zu einer derartigen Vorbeugung", merkt Glasmacher an. Das derzeit von Google in den USA getestete Frühwarnsystem klinge durchwegs interessant. "Jede Möglichkeit, wie die Grippe-Ausbreitung vernünftig dargestellt werden kann, ist willkommen", meint Glasmacher.

Zur Erstellung der Ausbreitungsmodelle von Google Flu Trends wurden nach eigenen Angaben "Hunderte von Mrd. einzelner Suchanfragen seit dem Jahr 2003" ausgewertet. Der Internetkonzern weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass hierfür das Vertrauen und die Privatsphäre der Nutzer in keinster Weise verletzt worden seien. "Flu Trends kann niemals dazu benutzt werden, einzelne User zu identifizieren, weil wir uns zur Erstellung der Statistiken lediglich auf anonymisiertes Datenmaterial beziehen. Die Muster, nach denen wir in den gesammelten Daten suchen, ergeben zudem ohnehin nur in einem größeren Zusammenhang einen Sinn", heißt es von Google.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.google.org/flutrends
http://www.cdc.gov

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie