Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Google plant Übersetzungsplattform

05.08.2008
Daten könnten maschinelle Systeme verbessern

Der Internetriese Google plant eine Web-Plattform namens "Google Translation Center", über die bei Übersetzungsbedarf menschliche Experten angeheuert werden können. Die Ergebnisse von Übersetzungsarbeiten dürften dabei in einer Google-Datenbank abgelegt werden, berichtet Cnet.

Damit könnte das Angebot neben dem Zugang zu professionellen Übersetzungsservices noch einen zweiten Sinn haben. "Es gibt das Forschungsgebiet der statistischen maschinellen Übersetzung", erklärt Matthew W. Crocker, Professor am Institut für Computerlinguistik und Phonetik an der Universität des Saarlandes, im Gespräch mit pressetext. Solche Systeme könnten durch einen großen Vorrat an Beispieltexten deutlich verbessert werden.

Offenbar wird Googles Angebot die Möglichkeit bieten, Dokumente hochzuladen und Übersetzungen in eine von über 40 Sprachen bei registrierten Übersetzern anzufordern. Dabei dürften Freiwillige ihre Dienste kostenlos, Profis aber natürlich auch gegen Bezahlung anbieten können. In die Abwicklung etwaiger Zahlungen wäre Google offenbar nicht involviert. Allerdings dürften Texte und ihre Übersetzungen längerfristig gespeichert werden. "Unser Translation-Search-Feature gleicht die aktuelle Übersetzung mit früheren Übersetzungen ab, damit nicht wieder und wieder übersetzt werden muss", zitiert jedenfalls Cnet aus einer Informationsseite zur Plattform. Diese scheint allerdings ebenso wie fast alle Google-Informationen zum Translation Center vom Netz genommen. Lediglich eine Log-in-Seite https://www.google.com/accounts/ServiceLogin?service=gtrans deutet derzeit auf das Angebot hin.

So Google die Übersetzungen in einer Datenbank speichert, könnte das auch für die Verbesserung von maschinellen Übersetzungssystemen von Vorteil sein. Mit den Beispielübersetzungen könnten Algorithmen trainiert werden, um nicht nur Wort für Wort zu übersetzen. "Mit einer großen Zahl an Texten könnten einander entsprechende Phrasen in zwei Sprachen passend zugeordnet werden", meint Crocker zu pressetext. Limitierender Faktor für die erreichbare Qualität von maschinellen Übersetzungen ist das Beispielset.

"Meist gibt es nur parallele Texte zu sehr spezifischen Themen, beispielsweise aus dem Europäischen Parlament", beschreibt der Computerlinguistik-Experte das Problem. Googles Angebot könnte dagegen eine sehr umfangreiche Datenbank mit Texten einer großen Themenvielfalt und in vielen Sprachen aufbauen. "Das böte das Potenzial, die Qualität maschineller Übersetzungen wesentlich zu verbessern", ist Crocker überzeugt. An die Qualität eines guten menschlichen Übersetzers dürften automatische Systeme allerdings nie ganz heranreichen, meint der Experte.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.coli.uni-sb.de

Weitere Berichte zu: Translation Übersetzung Übersetzungsplattform

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise