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Gestensteuerungssystem für Kontrollräume

18.05.2015

Großformatige Videowände finden bereits eine große Verbreitung in verschiedenen Bereichen der zivilen Sicherheit, des Militärs und in der Industrie. Diese dienen bisher als statische Anzeigen, deshalb ist eine direkte Interaktion mit ihnen nicht möglich. Das bedeutet, das Aufschalten anderer Layouts erfordert umständliche Konfigurationen: Am Arbeitsplatz müssen Änderungen vorgenommen werden, danach wird an der Videowand der nächste Schritt bearbeitet. Bei der direkten Interaktion ergänzt das Smartphone die Zeigegestenerkennung, man kann direkt an der Videowand ohne Aufwand eine intuitive und direkte Interaktion durchführen.

Am Fraunhofer IOSB haben Forscher ein Sensornetzsystem entwickelt, welches Kopfdrehungen und Zeigegesten der agierenden Personen dreidimensional im Raum erkennt und auswertet. So wird eine direkte Interaktion mit großflächigen Bildschirmen ohne zusätzliche Eingabegeräte wie Tastaturen oder Maus einfach und intuitiv möglich. Das gesamte System passt nun in eine kleine Box, die einfach und schnell in einem Raum installiert werden kann.


Bei der direkten Interaktion ergänzt das Smartphone die Zeigegestenerkennung

Fraunhofer IOSB


Das Smartphone ermöglicht unter anderem das Navigieren innerhalb einer Präsentation

Fraunhofer IOSB

Die Sensorboxen erfassen die Zeigegesten und diese werden in ihrer Funktionalität durch das Smartphone erweitert. Es ermöglicht eine umfassende Steuerung der Barco-Control-Room Management Suite, welche das Wandlayout steuert.

Katastrophenmanagement hat einen großen Nutzen durch das Gestensteuerungssystem

Auf dem Smartphone stehen Schaltflächen zur Verfügung, um beispielsweise mit einem Klick eine Aktion auszulösen oder in das Hauptmenü zurückzukehren. Weitere anwendungsspezifische Schaltflächen erlauben das Navigieren innerhalb einer Präsentation oder zum Aktivieren eines virtuellen Laserpointers.

Da ein realer Laserpointer auf einer Rückprojektions-Videowand nicht sichtbar ist, kann hier ein virtueller Laserpointer durch die Zeigegeste frei über die Wand bewegt werden.

Weitere Schaltflächen ermöglichen die interaktive Arbeit mit der Lagekarten-Software IVIG. Das ist z. B. für das Katastrophenmanagement ein großer Nutzen. Der Zoom ist positionsabhängig: Es wird in den Punkt hineingezoomt, auf den gezeigt wird.

Durch einen Klick lassen sich Zusatzinformationen abrufen, wie zum Beispiel der Live-Feed einer Überwachungskamera oder Informationen zu Objekten oder Karten. Außerdem kann die Karte mit Hilfe der Zeigegeste verschoben werden.

Die Zeigegeste erlaubt eine direkte Auswahl der gewünschten Überwachungskameras, wie z. B. bei Autobahnen, Flughäfen oder Fußgängerzonen.

Die Sensorboxen sind kompakte, kaskadierbare Sensoreinheiten für die intuitive Mensch-Maschine-Interaktion. Sie erfassen neben der Position, dem Alter und Geschlecht auch Zeigegesten aller Personen im Erfassungsbereich. Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://sensorbox.info

Weitere Informationen:

http://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/56270/

Sibylle Wirth | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

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