Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gedruckte Lautsprecher bringen Fotos zum Klingen

29.04.2015

Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz stattete einen Bildband zum World Press Photo Wettbewerb mit gedruckter Elektronik aus und schuf so für jedes Siegerfoto ein eigenes Klangumfeld

Als bei der Jahresveranstaltung des 58. World Press Photo Wettbewerbs am vergangenen Samstag in Amsterdam die weltweit besten Pressefotos vorgestellt wurden, war dies auch die Premiere für eine klangvolle Innovation aus Chemnitz.


Marlene Klüßendorf, die an der TU Chemnitz Print- und Medientechnik studiert, prüft die Qualität des Siebes für den Lautsprecherdruck.

Foto: TU Chemnitz/Pressefoto Schmidt

Wissenschaftler des Instituts für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz haben einen großformatigen Bildband, der die Siegerfotos in brillanter Qualität zeigt, mit gedruckter Elektronik ausgestattet. Öffnet man dieses T-book – das „T“ steht für Ton – und blättert eine Seite um, dann beginnt diese Seite durch einen unsichtbar im Inneren des Blatt Papiers befindlichen Lautsprecher zu tönen.

„Das T-book ist ein Meilenstein in der Entwicklung gedruckter Informationen“, meint Prof. Dr. Arved C. Hübler und ist sich sicher, dass das von seinem Team am Institut für Print- und Medientechnik entwickelte T-book die Tür zu vielen weiteren Entwicklungen öffnet: „Die Tablets der Zukunft werden auf Papier gedruckt, und das T-book gibt einen ersten Ausblick, was alles möglich sein wird.“

Ein gedruckter Sensor stellt fest, welche Seite des Buches der Leser öffnet, sodass der genau passende Klang zu hören ist. Laut und deutlich kommt der Ton direkt aus dem Papier. Die Kreativagentur Serviceplan aus München, die das Buch zusammen mit den Forschern der TU Chemnitz entwickelt hat, schuf für jedes Siegerfoto ein eigenes Klangumfeld, in dem Stimmen, Geräusche und Musik die vom Fotografen eingefangene Stimmung erweitern.

„Die Technik, die hinter dem Soundbook steht, ist wirklich verblüffend“, meint Cosimo Möller, Geschäftsführer Kreation bei Serviceplan Campaign, der das Projekt von Anfang an steuerte. „Man öffnet den Bildband mit den besten Fotos des Jahres und plötzlich beginnt die Seite zu vibrieren, Sound von sich zu geben und dem Betrachter seine eigene Geschichte zu erzählen. Das Buch informiert über die Hintergründe des Bildes und weckt mit Stimmen und authentischen Sounds Emotionen. Die Fotographien werden so für den Betrachter noch lebendiger.“

Das T-book basiert auf gedruckter Elektronik, einem Technologietrend, an dem das Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz seit 15 Jahren weltweit führend arbeitet. Dabei werden elektronische Bauteile mit klassischen Druckverfahren auf Papier gedruckt. Dies ermöglicht eine kostengünstige Massenproduktion. Vor drei Jahren konnten die Forscher erste gedruckte Lautsprecher vorstellen. Dabei wird eine dünne Schicht aus einem piezoelektrischen Polymer gedruckt, die unter Spannung zu schwingen beginnt und so Töne abstrahlt. Um die elektrischen Signale einzuspeisen, sind zusätzliche gedruckte, elektrisch leitfähige Schichten nötig.

Für das T-book haben die Chemnitzer Wissenschaftler diese Technologie weiterentwickelt. Der Lautsprecher befindet sich zwischen der aus zwei Teilen zusammenlaminierten Papierseite, sodass die Vorder- und Rückseite mit hochwertigen Farbdrucken versehen werden können. Die Lautsprecher des insgesamt 100 Seiten umfassenden Bildbandes zum World Press Photo Wettbewerb werden durch eine SD-Karte, die in der Buchdecke eingebettet ist, mit den Daten versorgt. Batterien und eine Ansteuerelektronik sind ebenfalls in der Buchdecke untergebracht. Die Bindung des Buches hat Cornelia Ahnert vom atelierBUCH in Lichtenau bei Chemnitz realisiert. Teile der neuen Technologie wurden im Rahmen des Bundesexzellenzclusters "Center for Advancing Electronics Dresden" (cfaed) an der TU Chemnitz entwickelt.

Der Film zum T-Book, der zur Jahresveranstaltung des 58. World Press Photo Wettbewerbs gezeigt wurde, findet sich im YouTube-Kanal der TU Chemnitz: https://www.youtube.com/watch?v=HX0DVicu3NM

Kontakt: Prof. Dr. Arved C. Hübler, Telefon 0371 531-23610, E-Mail pmhuebler@mb.tu-chemnitz.de

Weitere Informationen:

http://www.t-book.audio - Weitere Informationen zum T-book

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Content-Marketing: In der Praxis angekommen - Studie zu Content-Marketing-Strategien
15.07.2016 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops