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Fraunhofer IDMT entwickelt Raumsimulation und portiert erstmals 3D-Soundsystem auf Audioplattform

14.09.2011
Das vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT entwickelte System zur dreidimensionalen Audiowiedergabe »SpatialSound Wave« wurde von den Ilmenauer Wissenschaftlern um eine akustischen Raumsimulation erweitert und ist erstmals auch auf kommerzielle Audioplattformen portierbar.

Die erste Kooperation dieser Art konnte nun mit dem Mikrofon- und Audiotechnik-Hersteller Shure Europe GmbH realisiert werden und wird am 16. September 2011 zur Eröffnung des neuen Shure-Showrooms der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Beschallungssystem SpatialSound Wave des Fraunhofer IDMT setzt neue Maßstäbe in der Inszenierung dreidimensionaler Audiowelten. Basierend auf der Wellenfeldsynthese-Technologie erleben die Zuhörer auf jedem Platz musikalische und akustische Effekte immer aus der richtigen Richtung und Entfernung – und das auch ohne einen geschlossenen Ring von Lautsprechern. Die Audioexperten des Fraunhofer IDMT haben das SpatialSound Wave nun um eine akustische Raumsimulation erweitert.

Neben der Wiedergabe von 3D-Audioproduktionen können mit einer neuartigen Nachhallzeitverlängerung basierend auf »virtuellen Wänden« auch reale Räume akustisch nachgebildet werden. »Durch unsere Raumsimulation sind wir in der Lage, die vorhandene Akustik eines Raums so zu beeinflussen, dass die Zuhörer den Eindruck haben, sie stehen inmitten einer großen Konzerthalle oder einer Kirche, obwohl sie sich in einem modernen Konferenzsaal befinden. Neben der Musikwiedergabe wird auch die Sprachverständlichkeit von Rednern durch das System soweit unterstützt, dass das Publikum jedes Wort störungsfrei, klar und deutlich von jedem Platz aus versteht«, fasst René Rodigast, der Projektverantwortliche am Fraunhofer IDMT, die Vorteile der Raumsimulation zusammen.

Zukunftsweisend für die Gestaltung musikalischer und akustischer Effekte ist auch die Möglichkeit, das SpatialSound Wave-System mit integrierter Raumsimulation auf unterschiedliche kommerzielle Audioplattformen zu portieren. Eine erste Zusammenarbeit dieser Art konnte das Fraunhofer IDMT nun mit der Shure Europe GmbH realisieren. Dabei wurde das Fraunhofer-Soundsystem in das digitale QSC Audionetzwerk Q-Sys integriert, das verschiedene Komponenten vom analogen oder digitalen Eingangssignal bis hin zu Lautsprechern zusammenführt und zentral steuert. Erlebbar wird das beeindruckende Klangergebnis dieser Kooperation im neuen Shure-Präsentationsraum in Eppingen. Für die Beschallung des Showrooms wurden über 70 Lautsprecher im gesamten Raum sowie 14 Mikrofone in der Decke installiert, die mit dem SpatialSound Wave angesteuert werden. In Verbindung mit der Fraunhofer Raumsimulation entstehen hier dreidimensionale Klangwelten und eine optimierte Raumakustik.

»Die beeindruckenden Möglichkeiten des Fraunhofer-Systems in Verbindung mit unserer Audioplattform sind überzeugend. Durch die Integration in die QSC Q-Sys Plattform profitieren zukünftig auch unsere Kunden von dieser einmaligen Kooperation«, so der Geschäftsführer der Shure Europe GmbH, Markus Winkler, über das Ergebnis der Zusammenarbeit.

Präsentiert wird das SpatialSound Wave mit der neuartigen Raumsimulation erstmals im Rahmen der Einweihung des neuen Showrooms der Shure Europe GmbH in Eppingen am 16. September 2011.

Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau (Thüringen) betreibt angewandte Forschung im Bereich digitaler audiovisueller Anwendungen.

Entwickelt werden neben Lösungen zur virtuellen Akustik für Heim- und Profianwender (z. B. die IOSONO® Wellenfeldsynthese-Technologie) auch Softwaretechnologien zur Analyse und Charakterisierung von multimedialen Inhalten sowie audiovisuelle Anwendungen für die Medizintechnik. Des Weiteren gehören die Konzeption interaktiver Anwendungsszenarien für Entertainment und Wissensmanagement und der Entwurf von Architekturen für den digitalen Online-Vertrieb zum Forschungs-Portfolio.

In Kooperation mit seinen Partnern und Kunden aus Wirtschaft, Kultur und Bildung setzt das Ilmenauer Institut zukunftsorientierte wissenschaftliche Erkenntnisse in alltagstaugliche Komplettlösungen und Prototypen um, die auf spezifische Problemstellungen der Nutzer und die Anforderungen des Marktes zugeschnitten sind.

Seit 2008 hat das Fraunhofer IDMT zwei Außenstellen. Die Abteilung Kindermedien mit Sitz in Erfurt arbeitet an der Entwicklung innovativer computergestützter Programm- und Edutainmentformate für Kinder und Jugendliche. Die neue Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie mit Sitz in Oldenburg forscht an Themen der Audio-Systemtechnik für die Bereiche Gesundheit, Verkehr, Multimedia und Telekommunikation.

Stefanie Theiß | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.idmt.fraunhofer.de/de/presse_medien/presseinformationen/11_09_14_shure.html

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