Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Finanzkrise bremst deutsche Medienbranche aus

28.10.2008
German Entertainment and Media Outlook: Branchenumsatz in Deutschland wächst 2008 nur noch um 1,4 Prozent / Prognose bis 2012 gesenkt / Internet-Werbung und Videospiele stützen Erlösentwicklung

Die globale Finanzkrise bremst das Wachstum der Medienbranche in Deutschland spürbar. Für das laufende Jahr prognostiziert die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) im "German Entertainment and Media Outlook: 2008 - 2012" nur noch einen Erlöszuwachs von 1,4 Prozent auf gut 56,8 Milliarden Euro, nachdem der Umsatz 2007 noch um 2,5 Prozent und im WM-Jahr 2006 sogar um 4,1 Prozent zugelegt hatte. "Während die Verbraucherausgaben weiter moderat steigen, leidet die Medienbranche unter der Abkühlung der Werbekonjunktur. Für das laufende Jahr erwarten wir noch einen Anstieg der Werbeeinnahmen um zwei Prozent, im kommenden Jahr dürften die Erlöse jedoch leicht um ein Prozent sinken", erwartet Frank Mackenroth, Partner und Leiter der Branchengruppe Entertainment & Media bei PwC.

Auch die mittelfristigen Perspektiven der Branche sind eingetrübt. Bis 2012 dürfte der Gesamterlös in Deutschland um jährlich 2,0 Prozent auf rund 61,9 Milliarden Euro zulegen und damit weniger stark wachsen als bislang prognostiziert. Dabei steigen die Werbeeinnahmen um voraussichtlich 2,2 Prozent pro Jahr auf gut 15,6 Milliarden Euro und die Verbraucherausgaben um 2,0 Prozent auf annähernd 46,3 Milliarden Euro.

Internet und Videospiele stützen Wachstum

Überdurchschnittlich starke Umsatzsteigerungen sind nach wie vor in den Branchensegmenten Internet und Videospiele zu erwarten. Bis 2012 dürften die Erlöse der Online-Medien vor allem dank stark steigender Werbeeinnahmen um durchschnittlich 4,9 Prozent auf über 11 Milliarden Euro wachsen. Die Verbraucherausgaben für den stationären Internetzugang werden demgegenüber eher moderat um 3,4 Prozent pro Jahr auf knapp 9,5 Milliarden Euro zulegen, nachdem zwischen 2003 und 2006 noch zweistellige Zuwachsraten die Regel waren. "Der Markt für Breitband-Internetanschlüsse ist annähernd gesättigt. Neue Kunden müssen immer häufiger von der Konkurrenz abgeworben werden, wodurch die Preise unter Druck geraten", so Mackenroth.

Wachstumspotenzial bietet vor allem das mobile Internet. Obwohl schnelle Mobilfunkstandards wie UMTS und HSDPA zumindest in den Ballungsgebieten mittlerweile fast flächendeckend zur Verfügung stehen, nutzen Verbraucher die neuen Möglichkeiten bislang nur sehr zögerlich. "Hohe Kosten, undurchschaubare Abrechnungsmodelle und kompliziert zu bedienende Endgeräte haben viele Konsumenten davor zurückschrecken lassen, auch unterwegs online zu sein. Erst Apple hat mit dem iPhone demonstriert, dass es einen Massenmarkt für das mobile Internet gibt, wenn das Gesamtpaket stimmt", kommentiert Mackenroth.

Mittlerweile holt die Konkurrenz von Nokia bis Google - in Allianz mit den Mobilfunknetzbetreibern - auf. Konkrete Prognosen lassen sich derzeit zwar kaum abgeben, die mobile Internetnutzung dürfte sich aber in wenigen Jahren durchgesetzt haben.

Für die Video- und Computerspielindustrie prognostiziert PwC ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 7,1 Prozent auf gut 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2012. Besonders dynamisch dürften sich die Einnahmen aus Online-Spielen (plus 14,6 Prozent auf 227 Millionen Euro) und mobilen Spielen (plus 12,1 Prozent auf 159 Millionen Euro) entwickeln. Im laufenden Jahr 2008 geben die Deutschen voraussichtlich erstmals mehr Geld für Videospiele (gut 1,8 Milliarden Euro) als für CDs und Musikdownloads aus.

Online-Werbung gewinnt Marktanteile

Die Werbeeinnahmen wachsen in den kommenden fünf Jahren zwar voraussichtlich stabil um durchschnittlich 2,2 Prozent, doch sind die Mediensegmente in stark unterschiedlichem Maße an dieser Entwicklung beteiligt. Während die Werbeeinnahmen der Online-Medien bis 2012 um jährlich 17,6 Prozent auf annähernd 1,6 Milliarden Euro steigen dürften, prognostiziert PwC für die Zeitungswerbung lediglich ein Plus von 0,7 Prozent auf gut fünf Milliarden Euro, die Werbeeinnahmen der Fernsehsender werden um jährlich 1,2 Prozent auf gut 4,4 Milliarden Euro zulegen.

Damit steigt der Marktanteil der Online-Medien an den gesamten Werbeerlösen bis 2012 von derzeit gut sechs auf annähernd zehn Prozent, während mit Ausnahme der Außenwerbung alle anderen Medien leichte Einbußen am Marktanteil verzeichnen.

Bücher bleiben vorn

Gemessen an den Verbraucherausgaben bleiben Bücher in Deutschland das wichtigste Medium. Mit einem Umsatz von geschätzt knapp 10,1 Milliarden Euro liegt die Buchbranche 2012 noch vor dem Internet (knapp 9,5 Milliarden Euro) und dem Fernsehen (gut 9,1 Milliarden Euro).

Die Ausgaben der Konsumenten für den TV-Empfang steigen in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich um durchschnittlich 3,6 Prozent auf fast 4,4 Milliarden Euro (ohne öffentlich-rechtliche Rundfunkgebühren). Ein Großteil dieser Summe entfällt auf den Kabelempfang, der 2012 in schätzungsweise 16,8 Millionen Haushalten vorhanden sein wird. Demgegenüber spielt das Internet-Fernsehen (IPTV) mit voraussichtlich rund zwei Millionen Nutzerhaushalten im Jahr 2012 auch künftig eine untergeordnete Rolle. Die Zahl der Haushalte mit einem TV-Abonnement dürfte bis 2012 um durchschnittlich

1,1 Prozent auf 19,9 Millionen steigen.

Die Musikindustrie ist die einzige Branche, die in den kommenden fünf Jahren mit sinkenden Erlösen rechnen muss. Der Umsatz wird von derzeit gut 1,6 Milliarden Euro knapp unter diese Marke fallen. Die Talsohle dürfte die Branche allerdings im Jahr 2010 mit einem Umsatz von 1,57 Milliarden Euro erreichen, bevor die Erlöse wieder leicht ansteigen.

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist in Deutschland mit 8.870 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund 1,47 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung (Advisory).

Karim Schäfer | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise