Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fernsehgeschichten und soziale Realität

08.10.2012
Neues DFG-Projekt der Augsburger Kommunikationswissenschaft über "Moralische Medienwirkungen und die Rolle emotionaler Prozesse"
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein Projekt zur Wirkung des Fernsehens auf moralische Überzeugungen und Handlungen des Publikums mit 285.000 Euro für zwei Jahre. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler/innen aus den USA und den Niederlanden angelegt ist, wird von der Augsburger Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Helena Bilandzic geleitet.

Normen und Moral im Fernsehen

Darstellungen von „richtigem“ und „falschem“ Verhalten sind in Fernsehserien und Filmen allgegenwärtig. Krimiserien handeln nicht nur von aufzuklärenden Verbrechen, sondern zeigen auch Lügen und Täuschungen. Neben Verletzungen von professionellen Normen in Ärzteserien spielen vor allem Normverletzungen in Freund- und Partnerschaften eine Rolle. Dabei werden Normverletzungen nicht immer nur bestraft, wie zum Beispiel Morde in Krimiserien, sondern oft auch nicht sanktioniert (z.B. bei Beleidigungen). Die Handlungsstrukturen und Figurenbewertungen einzelner Fernsehgeschichten transportieren klare moralische Botschaften, die sich auf das moralische Denken und Handeln der Rezipienten auswirken können.
Moralische Medienwirkungen

Im Projekt wird der Einfluss von moralischen Medienbotschaften auf das moralische Denken und Handeln der Rezipienten untersucht. Aufbauend auf Kultivierungstheorie und Moralpsychologie wird angenommen, dass die häufige Nutzung moralbeladener Genres zu einer Überschätzung der Häufigkeit von Normverletzungen im realen Leben führt. Ein Fan von Arztserien würde beispielsweise einen höheren Anteil an Verletzungen beruflicher Normen vermuten, ein Fan von Krimiserien eine höhere Mordrate in der Gesellschaft. Die Wahrnehmung der moralischen Relevanz einer Situation (moralische Sensibilität) sollte ebenfalls mit der Rezeption einer moralbeladenen Serie steigen. Schließlich können moralische Konzepte durch eine wiederholte Rezeption auch chronisch zugänglich gemacht werden und in realen Situationen das moralische Verhalten der Rezipienten beeinflussen.
Vorgängerprojekt

Das Projekt schließt an ein laufendes DFG-Projekt an (2009-2012), in dem moralische Muster in erfolgreichen Genres des Fernsehens systematisch analysiert wurden. Dabei wurden die Implikationen der Mediendarstellungen für richtiges und falsches Verhalten sowie genrespezifische Besonderheiten herausgearbeitet. In einem weiteren Teil des Projekts wurden Mechanismen der persuasiven Wirkung von Fernsehgeschichten untersucht. Im Fokus stand hier das narrative Erleben, das intensive Eintauchen in eine Geschichte, als zentraler Vermittler von narrativen Effekten.

Projekt-Homepage:
http://www.imb-uni-augsburg.de/kw-rezeption-und-wirkung/fernsehgeschichten-und-soziale-realitaet-narrationsspezifische-wirkungen-ih

Kontakt:

Prof. Dr. Helena Bilandzic
Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft/Rezeption und Wirkung
Universität Augsburg
86159 Augsburg
helena.bilandzic@phil.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-augsburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Zwischen Filterblasen, ungleicher Sichtbarkeit und Transnationalität
06.12.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einmal durchleuchtet – dreifacher Informationsgewinn

11.12.2017 | Physik Astronomie

Kaskadennutzung auch bei Holz positiv

11.12.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Meilenstein in der Kreissägetechnologie

11.12.2017 | Energie und Elektrotechnik