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Feedback in Echtzeit

22.01.2016

An der Universität Freiburg entwickelte Software erfasst Zuschauerreaktionen auf Fernsehdebatten

Mit einem an der Universität Freiburg entwickelten Analysetool können Zuschauerinnen und Zuschauer im Fernsehen übertragene Debatten von Politikerinnen und Politikern in Echtzeit bewerten.


Foto: Thomas Kunz

Ein Team um Prof. Dr. Uwe Wagschal vom Seminar für Wissenschaftliche Politik und Prof. Dr. Bernd Becker vom Institut für Informatik der Albert-Ludwigs-Universität testete den DEBAT-O-METER bei der Diskussion zwischen dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und dem Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahl Guido Wolf, die der Südwestrundfunk am 14. Januar 2016 live im Fernsehen ausstrahlte. Es war das erste Mal, dass eine solche rein software-basierte Anwendung zur Bewertung politische Diskussionen in Deutschland zum Einsatz kam.

Für die Debatte zwischen Kretschmann und Wolf haben Wagschal und die wissenschaftlichen Mitarbeiter Linus Feiten vom Institut für Informatik sowie Thomas Metz und Thomas Waldvogel vom Seminar für Wissenschaftliche Politik zusammen mit einem studentischen Entwicklerteam eine eigene Benutzeroberfläche gestaltet:

Die App bildete die Fotos der beiden Diskutanten ab und erlaubte es den Probandinnen und Probanden, über einen Schieberegler mitzuteilen, von welchem Kandidaten sie einen besseren Eindruck hatten. Bei bisherigen Echtzeit-Messungen müssen Forscherinnen und Forscher eine eigene Hardware bereitstellen, beispielsweise beim so genannten Dialer-Verfahren, bei dem Probanden über einen Drehknopf an einem Gerät Feedback geben.

Im Gegensatz dazu ist der DEBAT-O-METER über ein mobiles Endgerät einsetzbar, kann demnach von einem beliebigen Ort aus und damit von einer größeren Anzahl an Zuschauern bedient werden. Die Forscher erhoffen sich, auch Personen zu erreichen, die nicht ohnehin politikinteressiert sind, und dadurch repräsentativere Ergebnisse zu erhalten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich Probanden, die sich an unterschiedlichen Orten befinden, nicht gegenseitig in ihren Bewertungen beeinflussen können. „Mit dem DEBAT-O-METER gibt es zum ersten Mal in Deutschland ein internetbasiertes Instrument, welches dem Zuschauer ermöglicht, die Teilnehmenden in Echtzeit in Streitgesprächen zu bewerten. Der Wissenschaft wird es gleichzeitig möglich, die Wirkungen und die Themen einer solchen Debatte detailliert zu analysieren", sagt Wagschal.

Die technische Grundlage für den DEBAT-O-METER bildete das bei Prof. Dr. Bernd Becker am Institut für Informatik der Universität Freiburg entwickelte Modul „Smartphones in der Lehre“ (SMILE). Mit dieser App können Studierende Dozierenden per Smartphone unmittelbar rückmelden, wie gut sie den Vorlesungsinhalt verstanden haben. Auch Tablets, Notebooks oder Desktop-Rechner eignen sich für das Live-Feedback-Programm.

„Unsere langjährigen Erfahrungen bei der Entwicklung von SMILE hat die Erweiterung zum ersten DEBAT-O-METER-Prototyp sehr begünstigt“, sagt Becker. „Die Zusammenarbeit zwischen Informatik und Politikwissenschaften eröffnet uns ganz neue Anwendungsszenarien, die die Funktionen von SMILE aus dem Hörsaal hinaustragen."

Ein weiterer Testlauf ist für die Podiumsdiskussion der Freiburger Wahlkreiskandidatinnen und -kandidaten am 28. Januar 2016 ab 19 Uhr im Hörsaal 1023 des Kollegiengebäudes I der Universität Freiburg geplant. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Auswertung des Fernseh-Duell zwischen Kretschmann und Wolf mit dem DEBAT-O-METER
https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2016/pm.2016-01-21.6

Smartphones in der Lehre (SMILE)
https://www.smile.informatik.uni-freiburg.de/

Flyer zur Podiumsdiskussion am 28. Januar 2016
https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2016/pm.2016-01-21.6

Kontakt:
Prof. Dr. Uwe Wagschal
Seminar für Wissenschaftliche Politik
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-9361
E-Mail: uwe.wagschal@politik.uni-freiburg.de

Weitere Informationen:

https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2016/pm.2016-01-21.6

Rudolf-Werner Dreier | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

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