Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eye-Tracking: Erstmals Blickmuster von Wellenreitern in standardisierter Umgebung erfasst

08.10.2015

Mithilfe des sogenannten Eye-Trackings gelingt einem Wissenschaftsteam um Prof. Dr. Guido Ellert, Simon Dallwig sowie Martin Walz (Hochschule Macromedia) am Münchner Eisbach erstmals die Aufzeichnung der Blickmuster von Surfern in einer Welle mit standardisierten Umweltbedingungen. Weltweit liegen keine vergleichbaren Daten solcher visuell-kognitiven Prozesse von Leistungssportlern vor. Voraussetzung für die Durchführung war die Entwicklung eines wasserdichten Gehäuses für die mobile Eye-Tracking-Bille. Im Rahmen der internationalen Konferenz SAGA Solutions for Automatic Gaze-Data-Analysis stellten die Wissenschaftler ihre Daten jetzt am Exzellenzcluster CITEC der Universität Bielefeld vor.

Im Münchner Eisbach haben Wissenschaftler der Hochschule Macromedia weltweit erstmals die Blickmuster von Surfern beim Wellenreiten in einer standardisierten Umgebung identifiziert. Die Daten der mobilen, in ein wasserdichtes Gehäuse eingefassten Eye-Tracking-Brille schaffen die Grundlage, die Performance der Athleten durch die Optimierung ihrer Wahrnehmungs- und Handlungsmuster zu steigern.


Beim Vergleich der Blickmuster zeigte sich deutlich, dass die Blickmuster der Profi-Surfer fokussierter sind als die der Freizeit-Surfer.

Martin Walz / Hochschule Macromedia


Über zwei Wochen erfassten Studierende der Macromedia-Studienrichtung Sport- und Eventmanagement die Blickmuster von Surfern in der standardisierten Welle des Münchner Eisbach.

Martin Walz / Hochschule Macromedia

Dazu Prof. Dr. Guido Ellert von der Hochschule Macromedia, der die Studie leitet: „Aus der Kenntnis der impliziten Blickmuster dieser professionellen Surfer ergeben sich ganz neue Trainingsmethoden im sportpsychologischen Bereich. Ziel ist es, das Erfahrungslernen von Athleten signifikant zu verkürzen. Entsprechend erwarten wir einen immensen Qualitätsschub für das Training der Hochleistungssurfer."

Realistische Erfassung der Wahrnehmungsmuster erst im Wasser möglich

Das Forschungsteam um Prof. Dr. Guido Ellert, Simon Dallwig und Martin Walz (alle Hochschule Macromedia) erforscht – auch in Kooperation mit Wissenschaftlern der TU München – die Bedeutung kognitiver Prozesse als Grundlage für die Verbesserung der sportlichen Performance.

Der Versuchsanordnung im Münchner Eisbach gingen Eye-Tracking-Studien von Surfern im Wavegarden im spanischen San Sebastian sowie Grundlagenstudien im Kontext von Berg- und Kampfsportarten, bei Fußballschiedsrichtern und Snowboardern voran.

Die Aufzeichnungen beim Surfen bezogen sich in einer Vorstudie auf die Beobachtung der Wellen vom Land aus – die mobile Eye-Tracking-Kamera der Macromedia-Wissenschaftler war noch nicht wassertauglich.

„Die Laborversuche haben unsere Thesen zur Bedeutung der Wahrnehmungsmuster für die Performance eines Wellenreiters bestätigt. Wir wussten aber, dass wir ein realistisches Abbild erst bekommen, wenn wir die Wahrnehmungs- und Handlungsmuster der Surfer im Wasser erfassen können. Schließlich wirken in der Welle ganz andere, stressverursachende Umweltfaktoren auf den Surfer ein als wir im Labor simulieren können“, erläutert Martin Walz.

Verkürztes Erfahrungswissen verspricht Qualitätssprung im Spitzensurfsport

Insgesamt wurden in München innerhalb von zwei Wochen eine Gruppe von Profisurfern und eine Gruppe von Freizeitsurfern beim Wellenreiten im Eisbach erfasst. Die Daten ihrer Blickmuster werden derzeit von Studierenden der Studienrichtung Sport- und Eventmanagement an der Hochschule Macromedia wissenschaftlich ausgewertet.

Dazu Prof. Ellert: „Profisurfer und Freizeitsurfer haben signifikant unterschiedliche Blickmuster – es besteht also eine Korrelation zwischen der Könnensstufe und dem Wahrnehmungsmuster. Deshalb gehen wir davon aus, dass eine Optimierung des Sehverhaltens sich entsprechend leistungssteigernd auch auf die Performance der Profisurfer auswirkt. Die Profis können beispielsweise trainieren, die Wellen noch systematischer nach geeigneten Punkten für bestimmte, in der Werteskala höher bewerteten Manövern zu erfassen.“

Den Professor für Sport- und Eventmanagement an der privaten Hochschule Macromedia reizen neben dem Wellenreiten auch ganz andere Schulungssituationen: „Alle Menschen, die sich fokussiert in einer komplexen Umwelt bewegen und darauf basierend schnelle Handlungsentscheidungen treffen müssen, können von der Schulung erfolgreicher Wahrnehmungsmuster profitieren. Neben Leistungssportlern sind diese Trainingsmethoden auch für Sicherheitskräfte wie Polizei und Feuerwehr denkbar.“

Weitere Informationen:

http://www.hochschule-macromedia.de/presse Ergebnisse und Abbildungen

Dr. Inga Heins | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten