Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ESA schließt sich dem Kampf für Gesundheit und Sicherheit an

16.01.2009
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) unterstützt mit ganzer Kraft eine vom portugiesischen nationalen Gesundheitsinstitut angeführte Initiative zur Entwicklung eines Gesundheitsfrühwarnsystems (Health Early-Warning System HEWS). Das HEWS wird die rechtzeitige Erkennung und Verfolgung von neu auftretenden Gefahren für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit mithilfe von Satellitenkommunikation ermöglichen.

Das auf eine Idee des portugiesischen nationalen Gesundheitsinstituts (INSA) zurückgehende HEWS-System verspricht nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt von Vorteil zu sein. Das System wird als eine integrierte Management-Plattform entwickelt, um die epidemiologische Überwachung, die Überwachung der öffentlichen Gesundheit, das Krisenmanagement und Katastrophenschutzprogramme zu unterstützen.

Giorgio Parentela, Projektleiter der Task Force Telemedizin der ESA sprach ausführlich über die Bedeutung von HEWS: "Auf Ministerialebene bestand Interesse daran, das HEWS-System nicht nur bei endemischen Krankheiten wie etwa der Cholera, die in regelmäßigen Abständen das Land heimsuchen, sondern auch für Gesundheitsprogramme zu nutzen, die einen Teil der Gesundheitsinterventionen in afrikanischen Ländern darstellen", erläuterte er. Diese werden "in der Regel von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) finanziell unterstützt. Dazu gehören etwa die Impfprogramme, an die das HEWS auf einfache Weise angepasst werden könnte."

Das HEWS bezieht neben ESA und INSA ein Konsortium portugiesischer und italienischer Unternehmen, insbesondere Tekever (Portugal) und Ridgeback (Italien) ein. Derzeit trägt INSA die Verantwortung für wissenschaftliche Fragen und Managementaspekte.

Vor kurzem wurde das HEWS im südostafrikanischen Angola, einer ehemaligen portugiesischen Kolonie, auf die Probe gestellt. Lokale Gesundheitsinstitutionen und hochrangigere angolanische Institutionen wie das Gesundheitsministerium arbeiteten bei dem Test zusammen, der einen Ausbruch des Marburg-Virus simulierte. Dieses Szenario richtete sich nach einem im vergangenen Jahr in Lissabon, Portugal, durchgespielten Katastrophenszenario.

In beiden Szenarien wies das HEWS-System den zusätzlichen Wert der Satellitenkommunikation in für die öffentliche Gesundheit bedrohlichen Situationen nach. Beide Szenarien boten eine Demonstration des entwickelten modularen HEWS-Systems. Diesem System können Institutionen hinzugefügt werden, Daten können bedarfsgerecht eingegeben und Frühwarnsysteme implementiert werden. Es kann auf Gesundheitssituationen mit einer automatischen Verteilung der entsprechenden Alarminformationen reagieren und alle erforderlichen Informations-Sicherheitsstufen garantieren.

Der angolanische Testlauf wurde in der Kleinstadt Caxito, der Hauptstadt der Provinz Bengo im Nordwesten Angolas durchgeführt, die eine Einwohnerzahl von ungefähr 719 Menschen hat. Von Bedeutung ist, dass die Stadt über keinerlei zuverlässige Kommunikationsmittel verfügt. Die Kommunikation über Satellit ist derzeit die einzige praktikable Lösung, und zwar nicht nur in Notsituationen, sondern auch für die normale Nachrichtenübermittlung in Bezug auf Gesundheit, Epidemiologie und Verwaltung.

Zurzeit klärt das Team mit den angolanischen Behörden die Möglichkeiten, den HEWS-Service für den Bedarf der Bevölkerung nutzbar zu machen. Das in Lissabon durchgespielte Szenario beinhaltete die Inszenierung eines bioterroristischen Angriffs auf eine internationale Konferenz. Während des inszenierten Angriffs wurden Milzbrand-Sporen (Bacillus anthracis bzw. Anthrax) freigesetzt, wodurch eine Panik unter der Bevölkerung, Verkehrsstaus und die Überlastung des Mobiltelefonnetzes verursacht wurden.

Mithilfe des Ereignisablaufs wurde festgestellt, dass HEWS in zwei Bereichen, und zwar bei der Freisetzung eines Pulvers auf einem öffentlichen Platz sowie bei der Isolierung und Stürmung eines Gebäudes eine entscheidende Rolle spielte. HEWS wäre in der Lage, die Koordination des Informationsflusses zwischen den verschiedenen beteiligten Institutionen zu maximieren, Kommunikationsprobleme zu überwinden und bei den Bemühungen um die richtigen Reaktionen eine höhere Effizienz zu erreichen.

"Dass es sich bei dem HEWS-System um ein zuverlässiges und vielseitiges Kommunikationssystem handelt und (dass es) das Potenzial besitzt, Informationen zwischen den einzelnen Institutionen zu verteilen und zu verwalten, sind die wichtigsten Punkte, die für dieses System sprechen", so Parentela.

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.hews-project.com/
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht mce mediacomeurope schließt Kooperationsvertrag mit Anixe TV
13.04.2018 | mce mediacomeurope GmbH

nachricht Gebärdensprache neu gedacht
14.03.2018 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics