Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

eCUTE oder: Fremde Kulturen in virtuellen Welten verstehen lernen

29.11.2010
Informatiker, Psychologen, Mediengestalter und Kulturwissenschaftler aus vier europäischen Ländern und aus Japan erarbeiten im Rahmen eines EU-geförderten Großprojekts gemeinsam eine neue computerbasierte Lernumgebung. Der Augsburger Lehrstuhl für Human Centered Multimedia zeichnet für die Entwicklung der Interaktionstechniken verantwortlich.

Im Europa des 21. Jahrhunderts ist es zur Regel geworden, dass im alltäglichen Leben und bei der Arbeit unterschiedlichste kulturelle, ethnische und religiöse Gruppen aufeinandertreffen. Dass dieses Zusammenleben nicht immer reibungslos funktioniert, ist nicht verwunderlich. Kulturelle Unterschiede können zu sozialem Stress und zu Konflikten führen.

Eine computerbasierte Lernumgebung, die Kindern und Jugendlichen hilft, Verständnis für andere Kulturen zu entwickeln, ist das Ziel des EU-geförderten internationalen Großprojekts "Education in Cultural Understanding, Technology Enhanced" (eCUTE). Das Team der Augsburger Informatikerin Prof. Dr. Elisabeth André entwickelt die Interaktiontechniken für die angestrebten Lernumgebung, die auch in Schulen Anwendung finden soll.

Virtuelle Rollenspiele mit künstlichen Kulturen

"Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten internationalen Forschungsverbunds eCUTE arbeiten wir mit Kolleginnen und Kollegen aus vier europäischen Ländern und aus Japan an einer computerbasierten Lern- und Spielumgebung, die Kindern und jungen Erwachsenen helfen soll, andere Kulturen verstehen zu lernen", erläutert André. Hierzu werden virtuelle, von fremdartigen Kulturen bevölkerte Welten geschaffen. Das Team an Andrés Augsburger Lehrstuhl für Human Centered Multimedia zeichnet für die Enwicklung der Interaktionstechniken verantwortlich, durch die die Spieler mit den Bewohnern dieser von fremdartigen Kulturen bevölkerten virtuellen Welten in Kontakt treten und interagieren können.

Kulturverständnis als Lernziel

Anhand von Rollenspielen erfahren Kinder und junge Erwachsene auf spielerische Art und Weise mehr über die Bewohner dieser virtuellen Welten und deren kulturelle Eigenarten. Sie können unterschiedliche Kommunikations- und Konfliktlösungsstrategien ausprobieren, ohne das Risiko einzugehen, einen echten Menschen zu kränken. "Beim Spielen in dieser Lernumgebung, deren Einsatz auch an Schulen geplant ist, werden die Kinder merken, dass 'anders sein' nicht gleichbedeutend mit 'schlecht sein' ist", so André. Beim gemeinsamen Lernen mit Freunden in einem durch Computerspiele inspirierten Szenario werde zudem eine nachhaltig offene und positive Einstellung gegenüber fremden Kulturen vermittelt werden.

Langjährige Erfahrung im Bereich Mensch-Maschine-Interaktion

Um Kinder und Jugendliche für die neue Lernsoftware zu begeistern, kommen Interaktionsgeräte zum Einsatz, die sich bei der anvisierten Zielgruppe großer Beliebtheit erfreuen. So können Spieler beispielsweise mit einem Wii Balance Board durch eine virtuelle Welt steuern oder über ein iPad mit deren Bewohnern kommunizieren. Arme, Beine, Hände und Füße einbeziehende Ganzkörperinteraktionen mit den Bewohnern der virtuellen Welten werden von einem Kamerasystem aufgezeichnet und analysiert. Bei der Interpretation des nichtverbalen Verhaltens kann das Informatikerteam aus Augsburg auf langjährige Erfahrung im Bereich computerbasierter Rollenspiele zurückgreifen, die im Rahmen des ebenfalls von der EU geförderten Projekts eCIRCUS (http://www.e-circus.org/) und des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts CUBE-G (http://www.hcm-lab.de/projects/cube-g/) gewonnen wurde.

Interdisziplinäres Forschungsprojekt mit europäischen und japanischen Experten

An dem interdisziplinären Forschungsvorhaben eCUTE wirken Informatiker, Psychologen, Mediengestalter und Kulturwissenschaftler aus vier europäischen Ländern und aus Japan mit. Koordiniert wird das Projekt von Prof. Dr. Ruth Aylett an der Heriot-Watt University in Edinburgh. Beteiligt sind neben der Universität Augsburg die Jacobs University (Prof. Dr. Arvid Kappas) als zweite deutsche Universität, weiterhin die University of Sunderland (Großbritannien), die Wageningen University (Niederlande), das Forschungsinstitut INESC-ID in Lissabon sowie in Japan die Kyoto University und die Seikei University.

Ansprechpartnerinnen an der Universität Augsburg:

Prof. Dr. Elisabeth André / Birgit Endrass, M. Sc.
Laboratory for Human Centered Multimedia
Institut für Informatik
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon: +49(0)821-598-2341
andre@informatik.uni-augsburg.de
http://www.hcm-lab.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.ecute.eu
http://www.hcm-lab.de
http://www.e-circus.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

18.10.2017 | Medizin Gesundheit

Rittal Klima-Tipps: Ist ein Kühlgerät wirklich nötig?

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

Smartphones im Kampf gegen die Blindheit

18.10.2017 | Medizintechnik