Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die „Digital Natives“ sind in den Unternehmen angekommen

11.10.2012
Der MÜNCHNER KREIS diskutierte auf einer Fachkonferenz mit 120 Experten die Konsequenzen der neuen Mediennutzung für die Kommunikation in Unternehmen.

Soziale Netzwerke und neue Technologien verändern die Kommunikation im Geschäftsleben grundlegend. Telefonie und E-Mail werden durch Instant Messaging, Microblogging oder Wikis ergänzt und zunehmend ersetzt. Smartphones und Tablets machen die neuen Kommunikationsformen überall verfügbar.

Immer stärker beeinflusst der Eintritt internetaffiner Generationen in die Arbeitswelt das Kommunikationsverhalten im Geschäftsalltag. Dabei stellt die Verquickung von privater und geschäftlicher Kommunikation und die Nutzung von Facebook, Twitter & Co. die Unternehmen vor große Herausforderungen. Die Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben lösen sich auf, Arbeitsabläufe verändern sich, die Transparenz von Inhalten und Prozessen nimmt zu. „Wenn die Einführung des Sozialen Intranet als strategische Führungsaufgabe in den Unternehmen behandelt wird, können alle – Digital Natives und Digital Immigrants – von den neuen Kommunikationsformen profitieren“, sagte Prof. Jörg Eberspächer, Vorstand des MÜNCHNER KREIS.

„Das neue Kommunikationsverhalten treibt Innovationen voran. Es beschleunigt nicht nur den Informationsaustausch drastisch, sondern auch die gemeinsame Ideenfindung. Schon jetzt wirken sich soziale Medien, mobile Geräte und Cloud Computing erheblich darauf aus, wie Produkte und Dienstleistungen auf den Markt gebracht und Unternehmen strukturiert werden“, ergänzte Michael Korbacher, Head of Google Enterprise DACH. Nicht zuletzt macht der Einsatz dieser modernen Technologien Arbeitgeber erst interessant für die besten Arbeitskräfte des Marktes. So zeigt eine Studie des australischen Personaldienstleisters Hays, dass rund 20 Prozent der Arbeitssuchenden einen Job nur dann annehmen würden, wenn die Nutzung von sozialen Netzwerken gestattet wäre. Dirk Steffen, Stellvertretender Geschäftsführer bei TNS Infratest ging auf Veränderungen im Wettbewerb ein: „Natürlich erwarten auch der Markt und potenzielle Kunden effektive Kommunikation und authentischen Dialog auf aktuellem Niveau. Und Unternehmen können diese Kommunikation wohl nur dann leisten, wenn sie auch intern über die erforderliche Medienkompetenz verfügen“.

Winfried Holz, CEO von Atos Deutschland, stellte auf der Fachkonferenz des MÜNCHNER KREIS die Zero-Email-Initiative seines Unternehmens vor. Diese sieht vor, dass die 74.000 Mitarbeiter des IT-Dienstleisters bis Ende 2013 weltweit auf den internen Einsatz von E-Mails verzichten werden. „Die E-Mail ist nicht mehr das richtige Instrument für eine möglichst effiziente und agile Zusammenarbeit innerhalb von informationsintensiven Unternehmen“, bekräftigte Holz. Atos setzt künftig auf soziale und kollaborative Instrumente wie beispielsweise Instant Messaging, gemeinsame Plattformen und Wikis. Im Vordergrund der Zero-Email-Initiative steht allerdings nicht die Technik. „Stattdessen konzentriert sich das Projektmanagement auf den kulturellen Wandel im Unternehmen, weg von linear-hierarchischen hin zu mehr vernetzten Kommunikationswegen“.

Beim internationalen Automobilzulieferer Continental erlaubt die Plattform ConNext jedem Mitarbeiter, sich hierarchiefrei durch Kommunikation und Austausch an der Gestaltung der Unternehmensorganisation zu beteiligen. „ConNext setzt auf durchgängige Kommunikationsprozesse, inklusive Collaboration, Instant Messaging, Profile, Blogs und E-Mail sowie einem Dokumenten-Management-System“, erklärte Monika Andrae, Head of Online Relations bei Continental. ConNext ist damit ein wesentlicher Bestandteil der aktuell laufenden Initiative zur Weiterentwicklung der Continental-Unternehmenskultur, so Andrae. Im Kern geht es dabei darum, das gewohnte hierarchische Verhalten durch verstärktes, dezentrales Netzwerkverhalten zu ergänzen und schnell zwischen beiden Verhaltensweisen hin und her schalten zu können. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ConNext ist der Auf- und Ausbau der Medienkompetenz der beteiligten Continental-Mitarbeiter. Neben ihrer Einbindung in den Aufbau und die Weiterentwicklung der Plattform, agieren rund 400 von ihnen als so genannte GUIDES dezentral an den Standorten als Vorbilder und Trainer. „Dies soll die Sicherheit, Qualität und Eigenverantwortung im Umgang mit Social Media Funktionen und sensiblen Daten erhöhen“, so Andrae weiter.

„In der Tat ist nicht mehr die Technologie der limitierende Faktor, sondern die Kompetenz der Mitarbeiter, die Ihnen zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel zielgerichtet und verantwortungsbewusst einzusetzen“, meinte Axel Freyberg, Partner und Leiter der Communications, Media & Technology Practice bei A.T. Kearney. „Es bedarf einer Strategie, Führung und Schulung damit keine Investitionsruinen oder unerwünschte Effekte entstehen“. Freyberg erklärte weiter „Man muss sich von dem Mantra lösen, dass Social Media alle tradierten Kommunikationswege obsolet macht. Richtig eingesetzt ergänzen und bereichern die neuen Instrumente die Zusammenarbeit. Falsch eingesetzt verstärken sie nur die Informationsflut für den Einzelnen“. Prof. Eberspächer resümierte „Diejenigen Unternehmen, die Onlinezusammenarbeit und -kommunikation zu nutzen verstehen und dem Wunsch ihrer Mitarbeiter nachkommen, bei der Arbeit dieselben Technologien verwenden zu können wie privat, werden in Zukunft optimal aufgestellt und erfolgreich sein“.

Über den MÜNCHNER KREIS:

Der MÜNCHNER KREIS ist eine gemeinnützige übernationale Vereinigung für Kommunikationsforschung. An der Nahtstelle von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien befasst er sich mit Fragen der Technologie, der Gesellschaft, der Ökonomie und der Regulierung im Bereich von Informations- und Kommunikationstechniken sowie der Medien. Er begleitet und fördert die Entwicklung der Informationsgesellschaft in verantwortungsvoller Weise, und wirkt an der Verbesserung der Rahmen-bedingungen durch wissenschaftlich qualifizierte Beiträge und sachlichen Dialog konstruktiv mit.

http://www.muenchner-kreis.de

Pressekontakt:

Till Breitung
Sky Communications
Wilhelmsaue 132
10715 Berlin
Tel: +49 (0)30-861 36 05
t.breitung@sky-communications.de

Till Breitung | idw
Weitere Informationen:
http://www.muenchner-kreis.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie