Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bessere Vergleichbarkeit internationaler Umfragedaten durch neue Techniken

18.02.2010
Im neuen EU-Projekt "Enhancing the Validity of Intercultural Comparative Surveys: The Use of Supplemental Probing Techniques in Internet Surveys" untersuchen GESIS-Experten aus dem Bereich Survey Design and Methodology die Anwendung von kognitiven Techniken in Online-Umfragen, um damit die Vergleichbarkeit der Daten von internationalen Umfragen zu verbessern.

Eine Schwierigkeit bei großen internationalen Umfragprogrammen ist es, über sprachliche und kulturelle Unterschiede hinweg die gleichen Fragen so zu stellen, dass sie auch überall gleich verstanden werden. Da kann schon die Frage nach dem Partner in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Bedeutungen haben.

Damit die Ergebnisse vergleichbar und auch im Zeitverlauf angemessen interpretierbar sind, bedarf es besonderer Hilfsmittel. Kognitive Interviews sind eine Möglichkeit, die Frageinstrumente zu überprüfen. Da kognitive Techniken nur durch gut geschulte Interviewer in Labors durchgeführt werden können, ist diese Methode sehr aufwendig und daher in den Fallzahlen begrenzt.

Das Team des GESIS - Leibniz-Institutes für Sozialwissenschaften um Prof. Dr. Michael Braun wird nun im Projekt "Enhancing the Validity of Intercultural Comparative Surveys: The Use of Supplemental Probing Techniques in Internet Surveys" kognitive Techniken , insbesondere Probing-Techniken, für Online-Umfragen adaptieren. Probing-Techniken sind Nachfragetechniken, in denen das Verständnis von Fragen oder bestimmten Aspekten in einer Frage hinterfragt wird.

So kann relativ kostengünstig mit großen Fallzahlen die interkulturelle Validität von Messinstrumenten evaluiert und verbessert werden. Dazu werden in Kanada, Dänemark, Deutschland, Spanien, Ungarn und den USA Umfragen mit je 1000 Befragten durchgeführt.

Diese Prozeduren sollen anschließend routinemäßig in ländervergleichenden Studien zur Verbesserung der Datenqualität angewendet werden. Damit können die derzeitigen Schwächen bei der Anwendung kognitiver Verfahren im Labor (kosten- und zeitaufwendig) überwunden und durch den hohen Standardisierungsgrad auch interkulturelle Vergleichbarkeit hergestellt werden.

Ansprechpartner:
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Prof. Dr. Michael Braun, E-Mail: michael.braun@gesis.org
Dr. Wolfgang Bandilla, E-Mail: wolfgang.bandilla@gesis.org
Dr. Lars Kaczmirek, E-Mail: lars.kaczmirek@gesis.org
Dr. Dorothée Behr, E-Mail: dorothee.behr@gesis.org
Kerstin Hollerbach
GESIS-Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Stabsstelle Kommunikation
Hausadresse: B2,1, 68159 Mannheim
Postadresse: Postfach 12 21 55, 68072 Mannheim
Telefon: 0621-1246-174
Fax: 0621-1246-185
Mail: kerstin.hollerbach@gesis.org
www.gesis.org
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften ist die Infrastruktureinrichtung für die Sozialwissenschaften und unterstützt wissenschaftliches Arbeiten durch die Bereitstellung entsprechender Beratungen, Daten und Informationen. Aufbauend auf umfangreichen Forschungsprogrammen bietet GESIS Dienstleistungen zu Daten (Archivierung, Bereitstellung, Aufarbeitung, Recherche, Dauerbeobachtung), Methoden (Beratung, Entwicklung komplexer Methoden) und Fachinformationen (Datenbanken mit Informationen zu sozialwissenschaftlicher Literatur und zu Forschungsaktivitäten). Ein weiterer Service sind die GESIS-Portale, in denen sozialwissenschaftliche Informationen und Daten einfach und nutzerfreundlich zugänglich gemacht werden. GESIS ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und u.a. an wichtigen europäischen Projekten wie den European Social Survey, dem europäischen Archivverbund CESSDA und dem OECD-Projekt Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) beteiligt.

Kerstin Hollerbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.gesis.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE