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Printindustrie setzt auf Internet-TV

24.09.2007
Ein Kurzfilm in der Online-Ausgabe der Zeitung berichtet über aktuelle Themen, ein Video ergänzt die Lieblingskolumne aus dem Wochenmagazin: Die Digitalisierung der Medien eröffnet nicht nur Lesern neue Möglichkeiten.

Auch Verlagshäuser sehen darin neue Geschäftschancen. Vielversprechend gilt in der US-amerikanischen Printindustrie vor allem das Fernsehen via Internet, kurz IPTV. Wie groß das ökonomische Potenzial von IPTV im deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt ist, untersuchen zurzeit Wissenschaftler des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik III an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg.

Die Studie "IPTV bei Zeitungen und Zeitschriften" soll Antworten auf die Fragen geben, inwieweit deutsche Medienunternehmen den Trend bereits erkannt haben und IPTV nutzen und welche Geschäftsmodelle sich dabei abzeichnen. Im September werden die vorläufigen Ergebnisse auf der Medienmesse International Broadcast Convention in Amsterdam vorgestellt.

Die aktuell laufende Umfrage soll Aufschluss über das Investitionsverhalten der Verlage und Distributoren geben, aktuelle IPTV-Vorhaben darstellen sowie die Erfolgsfaktoren und Chancen des Internetfernsehens aufzeigen. Für die Studie befragen die Wirtschaftsinformatiker der Uni Erlangen-Nürnberg rund 50 bis 80 Verantwortliche aus der deutschen Printindustrie.

Erste Ergebnisse zeigen, dass die Printmedien in Deutschland in den letzten fünf Jahren einen deutlich erkennbaren Rückgang hinnehmen mussten: Sowohl Umsatz als auch Marktvolumen sind gesunken. Im Gegensatz dazu stieg die Internetznutzung um fast 400 Prozent. Auch für die kommenden Jahre wird von geringeren Marktvolumina und Auflagen bei den Printmedien ausgegangen.

Neue Geschäftsmodelle für Internet-TV im E-Paper

Die prognostizierten Trends verlangen nach neuen Business-Modellen bei den Verlagen. Noch liest ein Großteil der Bevölkerung regelmäßig Tageszeitung. Die Zahl der Leser, die auf das Internet umsteigen, steigt jedoch ständig. Verlage von Zeitungen und Zeitschriften reagieren auf diese Entwicklung mit der Erweiterung ihres Portfolios um IPTV-Angebote. Dass sich dies lohnt, zeigt nicht zuletzt der Printmarkt in den USA: Durch den Einsatz von Internetfernsehen konnten die amerikanischen Zeitungen und Zeitschriften ihre Werbeeinnahmen bereits nachhaltig steigern. Unterstützt, fachlich begleitet und präsentiert wird die Studie der Wirtschaftsinformatiker der Uni Erlangen-Nürnberg von der NorCom Information Technology AG.

Die Koordinatoren des Projektes sind auf der Suche nach Interessenten, die sich an der Fortführung der Studie beteiligen möchten. Entscheider aus deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen können sich bei Interesse gerne bei Dr. Sonja Fischer vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik III an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät unter 0911/5302-801 melden.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.600 Studierenden, 83 Instituten, 550 Professoren und 2000 wissenschaftlichen Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in enger Verknüpfung mit Jura, Theologie, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften.

Weitere Informationen für die Medien:

Dr. Sonja Fischer
Tel: 0911/5302-801
sonja.fischer@wiso.uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/

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