Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zeit kippen - Filmexperimente mit Raum und Zeit

27.04.2007
Im Büro fleißig arbeiten und gleichzeitig faul am Strand liegen. Wer hätte nicht schon davon geträumt, einmal zur selben Zeit an unterschiedlichen Orten zu sein.

Doch leider lassen Raum und Zeit genau das nicht zu. Etwas ganz Ähnliches dagegen funktioniert wie selbstverständlich: Am selben Ort zu unterschiedlicher Zeit sein, ist leicht - man denke nur an sein Bett und diverse Nächte. Könnte man nicht Raum in Zeit verwandeln und umgekehrt!

Im Büro fleißig arbeiten und gleichzeitig faul am Strand liegen. Wer hätte nicht schon davon geträumt, einmal zur selben Zeit an unterschiedlichen Orten zu sein. Doch leider lassen Raum und Zeit genau das nicht zu. Etwas ganz Ähnliches dagegen funktioniert wie selbstverständlich: Am selben Ort zu unterschiedlicher Zeit sein, ist leicht - man denke nur an sein Bett und diverse Nächte. Könnte man nicht Raum in Zeit verwandeln und umgekehrt!

Diesem zunächst abwegig scheinenden Gedanken hat sich der Göttinger Medienwissenschaftler und Mathematiker Werner Große nun in einem Filmexperiment genähert. Er stellte die Frage, wie wohl eine Welt aussähe, in der man die Zeitachse wie eine Raumachse behandelt. Dazu digitalisierte er kurze Filmszenen, tauschte in einem Computer räumliche Bilddaten gegen zeitliche aus und war verblüfft. Was er als Ergebnis auf dem Bildschirm sah, waren surrealistisch anmutende Laufbilder, die tief in die raumzeitlichen Zusammenhänge blicken lassen.

... mehr zu:
»Filmexperiment

Er zeigte die so generierten Szenen in Braunschweig medienwissenschaftlichen Studierenden an TU und HBK, die fasziniert anfingen, sich eigene Szenen auszudenken und zu spekulieren, wie die wohl "zeitgekippt" aussehen würden. Was geschieht mit einer Kniebeuge und was mit einem Sprung durch den Raum? In was verwandelt sich eine Pirouette und was wird aus langsam bzw. schnell? Einige von ihnen hatten daraufhin während eines Praktikums im Göttinger Institut IWF Wissen und Medien die Gelegenheit, ihre Ideen selbst zu verfilmen und mit dem "Zeitkipp"-Programm zu wandeln. Trotz intensiven Nach- und vor allem Vordenkens blieb es immer wieder spannend, was der Computer - für 40 Sekunden Film benötigt ein schneller PC immerhin 50 Stunden Rechenzeit - schließlich ausspucken würde.

Inzwischen ist das Verfahren des "Zeitkippens" gut beschrieben und auch aus wissenschaftlicher Sicht intensiv durchleuchtet. Dabei hat sich herausgestellt, dass die ins Auge springende Bildersensation sehr wohl hintergründige Bedeutung hat. Hinter einer visuellen Ästhetik verbergen sich prinzipielle Fragen nach unserer sinnlichen wie geistigen Leistungsfähigkeit, wenn es darum geht, die raumzeitliche Realität zu erfassen.

Wer sich selbst einen Eindruck von diesen Gedanken und vor allem von dieser sonderbaren Bilderwelt machen will, hat am 4. Mai dazu Gelegenheit. Dann wird Werner Große, Lehrbeauftragter im Braunschweiger Studiengang Medienwissenschaften, seine Ergebnisse präsentieren.

Mit dem Vortrag startet die fünfteilige Reihe "Stadt-der-Wissenschaft-Projekt: Zeitphänomene", die gemeinsam von der Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und der TU Braunschweig veranstaltet wird. In ihr werden Wissenschaftler in öffentlichen Vorträgen zeigen, was man mit Zeit nicht alles machen kann: erleben und managen, dehnen und vernichten, genießen und verschwenden, ? und als erstes kippen.

Michael Niehaus | idw
Weitere Informationen:
http://www.iwf.de/iwf/medien/infothek?Signatur=C+13075
http://www.iwf.de/iwf/res/mkat/others/PDF/02000130759910000000_01.pdf

Weitere Berichte zu: Filmexperiment

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften