Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gebärdensprache: Universität Wien erweitert Website-Angebot

19.02.2007
Die Universität Wien ist die erste österreichische Universität, die ihre Websites barrierefrei für Gehörlose und Schwerhörige gestaltet.

Wichtige Informationen rund ums Studium und zur Organisation der Universität Wien werden in der Österreichischen Gebärdensprache (als Videos) und zum Anhören in deutscher Lautsprache bereitgestellt. Mit dieser Maßnahme setzt die Universität Wien - im Sinne des Diversity Managements - ein klares Zeichen für sprachliche und kulturelle Vielfalt und wird ihrer Vorreiterrolle zu innovativen Internetlösungen gerecht.

Wozu brauchen gehörlose Menschen Videos in Gebärdensprache, sie können doch lesen? "Die deutsche Schriftsprache ist für viele Gehörlose eine Zweitsprache, die sich von der Muttersprache - der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) - in vielem deutlich unterscheidet", erklärt Arthur Mettinger, Vizerektor für Lehre an der Universität Wien und Sprachwissenschafter. "Gehörlose Menschen können die deutsche Schriftsprache nicht "automatisch" erwerben, sondern müssen sich diese systematisch und bewusst aneignen", so Vizerektor Mettinger weiter.

Videos in Gebärdensprache

20 Videos in Gebärdensprache sind derzeit über die Diversity-Management-Seite abrufbar, weitere 30 werden im Laufe des Sommersemesters erarbeitet. Die Videos sind mit einer Tonspur unterlegt, so dass man sich die Texte auch vorlesen lassen kann. Neben einem Service für gehörlose und schwerhörige Studierende ist damit auch ein weiteres Service für blinde und sehbehinderte Studierende entstanden.

Die Universität Wien ist eine der ersten deutschsprachigen Universitäten, die sich unter dem Begriff "Diversity Management" dazu bekennt, Vielfalt fördern zu wollen. Eine dieser Vielfaltsdimensionen wird mit den Videos sichtbar. "Alle Videos wurden von Studierenden der Universität Wien gebärdet. Damit werden erstmal gehörlose Studierende und Studierende, die als Gebärdensprachdolmetsch tätig sind, sichtbar", betont Karoline Iber, zuständig für das Projekt "Diversity Management".

Barrierefreiheit im Internet

Peter Rastl, Leiter des Zentralen Informatikdiensts und Vater des Internets in Österreich, freut sich: "Die Universität Wien macht mit dieser Maßnahme einen weiteren Schritt in Richtung Abbau von Barrieren im Internet.

Internetinformation muss im Sinne der Gleichberechtigung allen Menschen zugänglich gemacht werden". Das technisch ausgefeilte System der Videos wurde von "ÖGS barrierefrei" entwickelt, einer Einrichtung, die sich der Verbesserung der Kommunikation zwischen hörenden und gehörlosen Menschen verschrieben hat.

Gebärdesprache erlernen und beforschen

Wer Interesse hat, Gebärdensprache zu erlernen und mehr über diese Sprache zu erfahren, kann aus einem umfangreichen Kursangebot im Sprachenzentrum der Universität Wien auswählen. Zudem wird an der Universität Wien zum Thema Gebärdensprache geforscht, derzeit läuft etwa eine Erhebung zur Situation von gehörlosen SchülerInnen und Studierenden.

Rückfragehinweis:
Karoline Iber
Rektorat der Universität Wien
1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
T +43-1-4277-100 41
karoline.iber@univie.ac.at

Alexandra Frey | idw
Weitere Informationen:
http://www.univie.ac.at/diversity

Weitere Berichte zu: Gebärdensprache Schriftsprache Video

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie