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Infotainment-Stationen versüßen Wartezeit

07.02.2002


Zu den wenig aufregenden Momenten im Alltag vieler Reisender gehört das Warten auf die U-Bahn, den Zug oder den Bus. In solchen Situationen wird jeder gerne informiert oder unterhalten. Wer in den U-Bahnhöfen einiger Großstädte wartet, hat es besser: Dort zeigen so genannte Infotainment-Stationen auf ihren Bildschirmen kurze Spots, die durch Werbung unterbrochen werden. In einer Laufzeile werden die neuesten Nachrichten eingeblendet. In der Zukunft könnten Infotainment-Stationen weite Verbreitung finden. Der Einsatz ist überall denkbar, wo Menschen warten müssen - etwa auf Bahnhöfen oder sogar in Aufzügen. Die Systeme werden über Werbeeinblendungen finanziert, zum Beispiel auf Flughäfen durch Spots von Mietwagenfirmen oder Flug-gesellschaften. Nach Ansicht von Experten stehen die Infotainment-Stationen vor einem Boom.

Bei der Hardware ist technisches Know-how gefragt: Die Systeme müssen auch in rauer Umgebung zuverlässig arbeiten und sollen möglichst flach gebaut sein. Gleichzeitig muss die Datenübertragung per Funk möglich sein. Siemens hat große Erfahrung bei der Produktion von robusten Industrie-PC, die auch in staubiger Umgebung und bei hoher Beanspruchung reibungslos funktionieren. Einen ungewöhnlichen Auftrag haben die Automatisierungsspezialisten in Nürnberg-Moorenbrunn bekommen: Sie lieferten die Hardware für 3000 Infotainment-Stationen mit Touch-Screen Bildschirmen an das italienische Unternehmen Freestation, das die Systeme in Buchläden aufgestellt hat. Auf den Bildschirmen wird Werbung über Neuerscheinungen oder günstige Angebote eingeblendet. Gleichzeitig kann der Nutzer an den Stationen von der Größe eines Fahrkartenautomaten kostenlos im Internet surfen. Die Hoffnung der Betreiber: Aus jungen Computerfreaks sollen in der inspirierenden Umgebung begeisterte Leseratten werden.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens NewsDesk

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