Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklung und zukünftige Bedeutung mobiler Multimediadienste - Studie für BMWi

17.12.2001


Zum Download erhältlich: Studie "Mobile Multimediadienste" für das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie analysiert neue Möglichkeiten des mobilen Telefonierens (Daten, Texte und Bilder übertragen, mobiles Internet) auf der Basis einer Online Befragung von über 600 Teilnehmern bezüglich Nutzungsbereitschaft, eigenes Interesse und Einschätzung der Marktentwicklung von mobilen Multimediadiensten.

Bereits heute gibt es in Deutschland mehr Handys als drahtgebundene Telefonanschlüsse. Und der Boom des mobilen Telefonierens war nur der Anfang. Die neuen Möglichkeiten, neben Sprache auch Daten, Texte und Bilder zu übertragen und den Zugang zum mobilen Internet jederzeit griffbereit zu haben, sollen den Weg zum "Mobile Commerce" frei machen. Aber welche Angebote sind nicht nur technisch machbar, sondern auch sinnvoll und erfolgversprechend?

Mit dieser Frage befasste sich eine Untersuchung, die das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT, Berlin) in Kooperation mit dem Sekretariat für Zukunftsforschung (SFZ, Gelsenkirchen) und dem Institut Arbeit und Technik (IAT, Gelsenkirchen) für das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie durchgeführt hat.

Die eine "Killer-Applikation", die die Milliarden der UMTS-Lizenzen in Rekordzeit wieder einspielt, wird es nicht geben, zeigt die Studie. Trotzdem wird der Mobilfunk unentbehrlicher Bestandteil der E-Society. Mobile Dienstleistungen, die an jedem Ort und zu jeder Zeit nutzbar sind, eröffnen neue Leistungsmerkmale für den Kunden und können in einer Vielzahl von Branchen als Innovationsmotor wirken.

Als Kontrast und Ergänzung zu anderen Untersuchungen, die sich vorwiegend auf die Strategien weniger "Global Player" und Fragen von Technologie und Infrastruktur konzentrieren, analysiert die Studie konkrete Nutzungsmöglichkeiten und -szenarien mobiler Multimediadienste, etwa für Finanzdienstleistungen, Shopping, Unterhaltung, Information, Gesundheit und Wellness, Arbeit und Sicherheitsdienstleistungen.

Mit einer Online-Befragung, an der sich mehr als 600 kleine und mittelständische Anbieter von Multimediadiensten beteiligten, wurden die Nutzungsbereitschaft für mögliche neue Angebote, das Interesse, sich selbst in der Entwicklung solcher Angebote zu engagieren und die Einschätzung der zukünftigen Marktentwicklung erhoben.

Demnach werden vor allem für mobile Multimediadienste in den Bereichen Information, ortsbezogene Dienstleistungen, Entertainment und Finanzen/Einkaufen günstige Marktchancen vorhergesagt. Auffallend ist dagegen, dass Videokommunikation - von Herstellern und Netzbetreibern derzeit groß herausgestellt - in der Bewertung an hinterer Stelle rangiert. Der erfolgreiche Zuschnitt von Diensten auf die persönlichen Anforderungen des Nutzers ist von zentraler Bedeutung für die Verbreitung und Akzeptanz mobiler Multimediadienste. Eine Schlüsselrolle nehmen hierbei sogenannte Location Based Services (ortsbezogene Dienstleistungen) ein, mit denen ein auf den Standort des Kunden abgestimmtes Informations- und Kommunikationsangebot bereitgestellt werden kann. Personalisierungs- und Bezahlfunktionen erweitern und ergänzen dieses Spektrum und ermöglichen so nicht nur ortsbezogene, sondern auch situationsbezogene Dienstleistungen.

Es gibt aber jedoch auch etliche "Show Stopper", die die Verbreitung und Nutzung des mobilen Internet verzögern können. So müssen Interessen und Ängste der Nutzer in Fragen des Datenschutzes, der Datensicherheit und der Gesundheit (z. B. Elektrosmog) bei der Gestaltung der Mobilfunktechnologien gezielt berücksichtigt werden. Auch muss aus früheren Fehlern bei der Markteinführung neuer Telekommunikationsdienste gelernt werden: Oft führten verfrühte oder überhöhte Versprechungen der Hersteller zu enttäuschten Erwartungen bei den Kunden.

Ob und wann sich mobile Multimediadienste durchsetzen werden, hängt wesentlich von drei Faktoren ab: Wann stehen entsprechende Technologien zur Verfügung, wie nutzungsfreundlich sind sie gestaltet, und werden aus Kundensicht sinnvolle Angebote unterbreitet, die einen echten Mehrwert bieten? Insgesamt wird es darauf ankommen, dass nicht einfach die konventionellen E-Commerce-Anwendungen des heutigen Internets "auf das Handy" gebracht, sondern die neuen Möglichkeiten der dritten Mobilfunkgeneration nutzt werden.

Der Abschlussbericht des Projekts "Entwicklung und zukünftige Bedeutung mobiler Multimediadienste" steht unter dem URL http://www.izt.de/mmd/ zum kostenlosen Download zur Verfügung. Dieser kann auch als IZT WerkstattBericht Nr. 49 beim IZT (Fax: 030-803088-88) oder im Buchhandel (ISBN 3-929173-49-2) für 90 Euro bestellt werden.

Barbara Debus | idw

Weitere Berichte zu: IZT Marktentwicklung Multimediadienst Telefonieren Verbreitung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie