Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nur noch beste Plätze im Kino

02.06.2006


Neu in den Bavaria-Filmstudios: Der Geist und die Stimme des Minenwärters erscheinen mitten im Kinosaal. © Bavaria Filmstadt


Unsichtbar, dafür hörbar, ist die jüngste Attraktion der Bavaria-Filmstadt bei München. Als zweites Kino in Deutschland hat sich das »4-D-Erlebnis Kino« vom konventionellen Mehrkanalton verabschiedet. Für einen perfekten Klangeindruck sorgt das Soundsystem IOSONO.


Ein neuartiges Kinoerlebnis erwartet die Besucher des 4-D-Kinos auf dem Gelände der Bavaria-Filmstudios. Nicht nur die Bilder sind – wie in 3-D-Kinos üblich – hautnah. Auch der Ton vermittelt das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein: Vor einer verlassenen Mine treibt der Wind trockene Ballen »Tumbleweed« durch die Sitze des Kinosaals. Ein Donnerschlag lässt die Zuschauer zusammenzucken. Das Gewitter ist direkt über ihnen. Dann kommt der Regen – so nah, dass man ihn beinahe spürt. Aus einer alten Lore schießt zischend eine Klapperschlange heraus, die sich in den Geist des alten Minenwärters verwandelt. Er nimmt die Besucher mit auf die rasante Fahrt durch die »Geistermine«.

Die Illusion ist das Ergebnis einer ausgetüftelten Bild- und Tontechnik. Das Soundsystem IOSONO, das am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau entwickelt wurde, sorgt auf allen Plätzen für optimale Beschallung – egal, ob die Zuschauer vorne oder hinten, seitlich oder in der Mitte sitzen. Bisher gab es den perfekten räumlichen Sound nur auf wenigen Plätzen: Das traditionelle Mehrkanalsystem basiert auf einer geschickten Mischung der Tonsignale von rechts und links, hinten und vorne. Lediglich in der Mitte des Raums, im »Sweet Spot«, vermittelt es den gewünschten räumlichen Höreindruck.


Bei IOSONO gibt es diesen »Sweet Spot« nicht mehr, beziehungsweise es gibt ihn überall. Ein Ring von Lautsprechern ist rund um den Kinosaal angeordnet. Die akustischen Signale, die die Boxen aussenden, überlagern und ergänzen sich so, dass auf allen Plätzen ein optimaler räumlicher Höreindruck entsteht. »Ähnlich wie die Wellen, die entstehen, wenn man einen Stein ins Wasser wirft, breiten sich bei IOSONO die Schallwellen gleichmäßig im Raum aus«, erklärt IOSONO-Mitentwicklerin Dr. Sandra Brix vom IDMT. Durch die Überlagerung der Schallwellen aus allen 432 Lautsprechern entsteht ein »synthetisches Klangfeld«. Dieses Klangfeld wird zwar durch mehrere Computer errechnet, vermittelt aber einen natürlichen, realitätsnahen Klangeindruck.

Dabei bleibt nichts dem Zufall überlassen: Der Tontechniker kann jede Geräuschquelle virtuell im Raum platzieren, die Software sorgt dafür, dass die Lautsprecher die entsprechenden akustischen Signale erzeugen – beispielsweise die Klapperschlange, die direkt auf den Betrachter zuspringt, egal ob dieser in der ersten oder der letzten Reihe sitzt.

Dr. Sandra Brix | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.idmt.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Höreindruck IOSONO Kinosaal SPOT Schallwelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Zwischen Filterblasen, ungleicher Sichtbarkeit und Transnationalität
06.12.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten