Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobil im Plattenladen - Zweiter Feldtest im Saturn Markt Kassel

27.03.2006


Der Kauf einer CD in einem Musikgeschäft erfolgt heutzutage größtenteils durch die Sichtung der CD Hüllen in den Auslagen. Hat der Kunde Interesse an einem Produkt, wird er eine Hörprobe wünschen. Er muss eine freie Abspielstation finden, einen Verkäufer bitten, die gewünschte CD abzuspielen. Je nach Abspielstation besteht für den Kunden vielleicht nicht einmal die Möglichkeit, einzelne Musikstücke selbst gezielt auszuwählen, sondern er ist auf die Hilfe des Verkäufers angewiesen.



Entgegen herkömmlichen Systemen ist der Kunde bei der Nutzung des elektronischen Musikkiosks nicht an eine feste Abspielstation gebunden. Abgespielt werden die Musikstücke mittels mobiler Endgeräte, wie z.B. PDAs. Die Verbindung mit dem Server erfolgt dabei über eine Kurzstreckenfunkverbindung, vorzugsweise Bluetooth. Bluetoothfähige Endgeräte finden zurzeit eine große Verbreitung, da Bluetooth in vielen Anwendungsbereichen eingesetzt wird.



Das Benutzen mobiler Endgeräte erlaubt somit dem Kunden, sich frei im Markt zu bewegen. Zudem ist er in der Lage, sich ein Profil anzulegen, in dem seine musikalischen Präferenzen gespeichert werden und auf das tatsächliche Angebot der Media-Dateien im Saturn Markt abgebildet werden.

Bereits im ersten Feldtest, der im Oktober 2004 im Saturn Markt Kassel stattfand, fand die Anwendung große Akzeptanz beim Kunden und wurde seitdem in der zweiten Phase des Projektes zielgerichtet weiterentwickelt. Aufbauend auf den erzielten Ergebnissen wurde die Anwendung unter Berücksichtigung der Kundenresonanz auf deren Bedürfnisse weiter optimiert.

Der e-Kiosk bietet jetzt den Vorteil, dass dem Kunden, nur die Titel auf dem mobilen Endgerät präsentiert werden, die seinen Präferenzen entsprechen. Zudem ist es möglich, gezielt nach Interpret und Album zu suchen. Ist die gewünschte CD vorhanden, so wird dem Kunden die Verfügbarkeit der CD angezeigt und er wird mit Hilfe einer Navigation zu dem Tonträger geführt. Herkömmliche Systeme erfordern hingegen das eigenständige Suchen der CD im Auslageregal.

Die Möglichkeit der Lokalisierung des Kunden gestattet, gezielte spezifische Informationen einer Produktpalette anzubieten, vor der er sich gerade befindet. So bekommt zum Beispiel der Kunde vor dem Auslageregal Rock/Pop Informationen über aktuelle Neuerscheinungen.

Kommunikation und Zugriff auf Dienste und Informationen über das Internet sind eine Selbstverständlichkeit geworden. Gleichzeitig werden drahtlose Netze und portable Endgeräte zunehmend leistungsfähiger, so dass die Angebote des Internet bald auch in großem Umfang mobil genutzt werden können. In Anbetracht dieser Entwicklungen wurden die Projekte der Wireless Internet-Initiative gegründet, um Konzepte und Systemarchitekturen zur Bereitstellung und mobilen Nutzung innovativer Internet-Angebote zu erforschen. Die Projekte sind von zentraler Bedeutung, um die führende Position der deutschen bzw. europäischen Industrie im Bereich der mobilen Kommunikation weiter auszubauen. Deshalb wird diese Initiative von der deutschen Regierung über das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Initiative wird von der Vision geleitet, dass wir schon bald sowohl im beruflichen als auch im privaten Leben von intelligenten Systemen umgeben sein werden, die uns das Leben einfacher und angenehmer machen.

Ein erster Schritt in diese Richtung sind situationsabhängige Dienste (context aware services), die uns je nach Aufenthaltsort, Identität und Tätigkeit sowie der aktuellen Zeit entsprechende Informationen liefern. In einem weiteren Schritt wird diese Abhängigkeit noch intelligenter und vor allem weniger offen sichtbar. Man spricht dann von ambient intelligence. Man versteht darunter subtil vorhandene digitale Dienste, die sich angesichts der Gegenwart von Personen anpassungs- und reaktionsfähig zeigen und gleichzeitig einfach zu bedienen sind. Um eine derartige Vision Realität werden zu lassen, müssen unterschiedliche Technologien der mobilen Kommunikation miteinander integriert werden.

Für den Nahbereich, etwa in Gebäuden und an Hot Spots, sind dies Wireless LAN und Bluetooth. Im städtischen Bereich ist das UMTS-Netz verfügbar, während in ländlichen Gegenden für eine Übergangszeit noch GPRS und GSM genutzt werden. Eine solche integrierte Kommunikations-Infrastruktur eröffnet vielfältige Möglichkeiten für neue Anwendungen und Dienste. Die dazu notwendigen Architekturen und Basistechnologien werden innerhalb der Wireless Internet-Initiative betrachtet.

Info
Universität Kassel
Prof. Dr.-Ing. Klaus David
Dipl.-Ing. Thomas Hohmann
Fachbereich Elektrotechnik/Informatik
tel (0561) 804 6285
fax (0561) 804 6360
e-mail thomas.hohmann@uni-kassel.de

Ingrid Hildebrand | idw
Weitere Informationen:
http://www.comtec.eecs.uni-kassel.de

Weitere Berichte zu: Abspielstation Bluetooth Endgerät Feldtest Wireless

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Software passt Sprache an Umgebungslautstärke an
01.02.2016 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Produktiver sein ohne Handy
29.01.2016 | Leuphana Universität Lüneburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Filmaufnahmen von Kernporen

Mithilfe eines extrem schnellen und präzisen Rasterkraftmikroskops haben Forscher der Universität Basel erstmals «lebendige» Kernporenkomplexe bei der Arbeit gefilmt. Kernporen sind molekulare Maschinen, die den Verkehr in und aus dem Zellkern kontrollieren. In ihrem kürzlich in «Nature Nanotechnology» publizierten Artikel erklären die Forscher, wie bewegliche «Tentakeln» in der Pore die Passage von unerwünschten Molekülen verhindern.

Das Rasterkraftmikroskop (AFM) ist kein Mikroskop zum Durchschauen. Es tastet wie ein Blinder mit seinen Fingern die Oberflächen mit einer extrem feinen Spitze...

Im Focus: Nuclear Pores Captured on Film

Using an ultra fast-scanning atomic force microscope, a team of researchers from the University of Basel has filmed “living” nuclear pore complexes at work for the first time. Nuclear pores are molecular machines that control the traffic entering or exiting the cell nucleus. In their article published in Nature Nanotechnology, the researchers explain how the passage of unwanted molecules is prevented by rapidly moving molecular “tentacles” inside the pore.

Using high-speed AFM, Roderick Lim, Argovia Professor at the Biozentrum and the Swiss Nanoscience Institute of the University of Basel, has not only directly...

Im Focus: 2+1 ist nicht immer 3 - In der Mikro-Welt macht Einigkeit nicht immer stark

Wenn jemand ein liegengebliebenes Auto alleine schiebt, gibt es einen bestimmten Effekt. Wenn eine zweite Person hilft, ist das Ergebnis die Summe der Kräfte der beiden. Wenn zwei kleine Teilchen allerdings ein weiteres kleines Teilchen anschieben, ist der daraus resultierende Effekt nicht notwendigerweise die Summe ihrer Kräfte. Eine kürzlich in Nature Communications veröffentlichte Studie hat diesen merkwürdigen Effekt beschrieben, den Wissenschaftler als „Vielteilchen-Effekt“ bezeichnen.

 

Im Focus: 2+1 is Not Always 3 - In the microworld unity is not always strength

If a person pushes a broken-down car alone, there is a certain effect. If another person helps, the result is the sum of their efforts. If two micro-particles are pushing another microparticle, however, the resulting effect may not necessarily be the sum their efforts. A recent study published in Nature Communications, measured this odd effect that scientists call “many body.”

In the microscopic world, where the modern miniaturized machines at the new frontiers of technology operate, as long as we are in the presence of two...

Im Focus: Winzige Mikroroboter, die Wasser reinigen können

Forscher des Max-Planck-Institutes Stuttgart haben winzige „Mikroroboter“ mit Eigenantrieb entwickelt, die Blei aus kontaminiertem Wasser entfernen oder organische Verschmutzungen abbauen können.

In Zusammenarbeit mit Kollegen in Barcelona und Singapur verwendete die Gruppe von Samuel Sánchez Graphenoxid zur Herstellung ihrer Motoren im Mikromaßstab. D

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

analytica conference 2016 in München - Foodomics, mehr als nur ein Modebegriff?

03.05.2016 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2016: Diabetes schädigt das Herzkreislauf-System

02.05.2016 | Veranstaltungen

Internationale Bunsen-Tagung erstmals an Uni Rostock

02.05.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

analytica conference 2016 in München - Foodomics, mehr als nur ein Modebegriff?

03.05.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Quanten-Sensoren zur hochpräzisen Magnetfeldmessung an Supraleitern

03.05.2016 | Physik Astronomie

Entwicklung eines schwimmenden Fundaments für Windenergieanlagen der dritten Generation

03.05.2016 | Energie und Elektrotechnik