Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klingende Wände und neue Wege durch den Musikdschungel

02.03.2006


Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau präsentiert auf der diesjährigen CeBIT in Hannover vom 9. bis 15. März seine neuesten Entwicklungen - angefangen vom Flachlautsprecher, der nicht nur zur Audiowiedergabe, sondern auch als Präsentationsfläche genutzt werden kann, über den Digitalen Musikberater, der die Nutzer bei der Suche und Auswahl von Musik unterstützt, bis hin zum virtuellen Spaziergang durch interaktive Welten. Darüber hinaus stellt das Fraunhofer IDMT ein neuartiges Konzept zum Vertrieb von Musikdateien über das Internet vor. Präsentiert wird außerdem eine neue Anwendung aus dem Bereich der Medizintechnik, die es körperbehinderten Menschen ermöglicht, den Computer nur mit Hilfe der Augen zu steuern.



Vorbei sind die Zeiten überdimensional großer Lautsprecher. Die Zukunft gehört dem "Flachlautsprecher". Nur wenige Zentimeter dick können sie nahezu unsichtbar in Möbelstücke, Bilder und Wände integriert werden und erzeugen einen intensiven und natürlichen Klangeindruck. Nicht nur im heimischen Wohnzimmer sorgen die Flachlautsprecher für eine nahezu unsichtbare Klangwiedergabe. Vielmehr können sie auch als kombinierte Lautsprecher- und Projektionseinheiten in Konferenz- und Präsentationsräumen zum Einsatz kommen.



Der "Digital Music Finder" ist ein Demonstrator verschiedener Metadaten-Technologien für die intelligente Suche und das Auffinden von Musikstücken. Komplexe Eigenschaften wie z. B. das Tempo oder Genre, sowie die Segmentierung eines Liedes in Strophe, Refrain und Soli werden automatisch erkannt. So können in Musikarchiven Abfragen des Typs "Rockmusik, nicht zu schnell und möglichst mit einem Gitarrensolo" gestartet werden. Da auch Hauptmelodien ermittelt werden, lassen sich auch ähnlich klingende Musikstücke zu einem vorgegeben Titel finden. Implementiert in Anwenderprogramme bringen die Technologien aus dem Hause Fraunhofer nicht nur Ordnung in das Chaos der heimischen Musikdatenbanken - auch unentschlossenen Musikliebhabern kann bei der Suche nach der passenden Musik geholfen werden.

Weitere Entwicklungen, die die Ilmenauer Fraunhofer-Forscher in Hannover vorstellen, sind "Interaktive audiovisuelle Anwendungssysteme", kurz IAVAS. IAVAS bietet den Messebesuchern die Möglichkeit, sich in dreidimensionalen Welten interaktiv fortzubewegen, die unter Nutzung des MPEG-4 Standards realisiert wurden. So kann der Nutzer virtuell über eine Messe schlendern, einer Musikband in einem Konzertsaal lauschen und sich dabei einzelnen Musikern nähern oder Nachrichtensendungen individuell nach eigenen Wünschen zusammenstellen.

Erstmals auf der CeBIT präsentieren die Fraunhofer-Forscher ein intelligentes Tool, welches körperlich behinderten Menschen die Arbeit mit dem Computer erleichtert. Der Gaze Communicator, so der Name des Tools, wurde gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS und der Bauhaus-Universität Weimar entwickelt. Diese neuartige Technologie ersetzt Computermaus und Tastatur durch adaptives Gesichts- und Augen-Trackingsystem. Damit wird eine einfach zu bedienende Computer-Benutzeroberfläche geschaffen, die nur über die Bewegung der Augen gesteuert wird. Auch in der Werbe- und Marketing-Forschung oder als Lösung zur Bewertung der Fahreraufmerksamkeit kann das System zum Einsatz kommen.

Ebenfalls Premiere auf der CeBIT hat ein neuartiges Modell zum Vertrieb digitaler Musik. Mit den so genannten "Freebies" können sich Nutzer kleine, qualitätsverminderte Vorhör-Dateien von Musikstücken auf Webseiten oder per Mobiltelefon austauschen und bei Gefallen die Songs in voller Qualität online herunterladen. Derjenige, der den Song erfolgreich weiterempfohlen hat, bekommt eine Belohnung in Form von Rabatt- oder Bonuspunkten für seinen nächsten Musikkauf. Schon mit der Entwicklung des PotatoSystems hat das Fraunhofer IDMT gemeinsam mit der 4Friendsonly.com Internet Technologies AG ein alternatives Distributionsmodell auf Provisionsbasis für den Verkauf von Musik via Internet geschaffen. Mit dem neuen Freebies-Ansatz wurde eine weitere Lösung für den digitalen Musikvertrieb entwickelt, der sich an den Bedürfnissen der Nutzer orientiert, aber auch die Rechte der Content-Anbieter wahrt.

Besuchen Sie uns auf der CeBIT am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft im Future Parc, Halle 9, Stand B36.

Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT
Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT forscht und entwickelt in den Gebieten, die wegweisend für die Zukunft der professionellen Audiotechnik und der Unterhaltungselektronik sind. Mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie über 70 studentische Hilfskräfte und Diplomanden arbeiten an den verschiedenen Projekten des 2004 gegründeten Instituts. Dazu gehören neben der Implementierung der IOSONO® Wellenfeldsynthese in Audiowiedergabesysteme auch die Forschung an Metadaten-Technologien sowie die Entwicklung spezieller Audio-Applikationen und Anwendungen für die Medizintechnik. Darüber hinaus erarbeiten die Forscher Konzepte und Geschäftsmodelle zum Vertrieb virtueller Güter und entwickeln spezielle Anwendungen für den Lern- und Trainingsbereich.In Kooperation mit seinen Partnern und Kunden aus Wirtschaft, Kultur und Bildung setzt das Ilmenauer Institut seine zukunftsorientierten wissenschaftlichen Erkenntnisse in alltagstaugliche Komplettlösungen und Prototypen um, die auf spezifische Problemstellungen der Nutzer und die Anforderungen des Marktes zugeschnitten sind.

Kontakt/Information:

Julia Edling
Press & Public Relations
Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie
Ernst-Abbe-Zentrum, Ehrenbergstraße 29
98693 Ilmenau
Tel. + 49 (0) 36 77/69-48 78 Mobil: +49 (0) 173/ 5614209
Fax + 49 (0) 36 77/69-43 99 julia.edling@idmt.fraunhofer.de

Wilfried Nax M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.idmt.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Digital IDMT Medientechnologie Musikstück

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik