Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Telemedizin - kostengünstig und überall verfügbar

24.10.2000


Die TeleInViVo-Workstation


Tele-Konsultation mittels dreidimensionaler

Patientendaten


Projekt

TeleInViVo gewinnt europäischen Technologie-Preis

Forscher entschlüsseln das menschlichen Genom mit Hilfe von Hochleistungsrechnern. Die Neuen Medien verändern Ausbildung und Arbeitsplatz in rasantem Tempo. Digitale Zielfotos entscheiden bei Olympischen Spielen über Goldmedaillen und Mikrochips steuern Computer, Fräsen, Autoelektronik oder moderne Haushaltsgeräte. Von den Naturwissenschaften bis zum Anlagenbau - für viele Wirtschaftssektoren ist die Informationstechnologie (IT) zur treibenden Kraft und zum Motor für Innovationen geworden.

Die Technologien der Informationsgesellschaft zu fördern, Innovationen und Existenzgründung zu initiieren - dieses Ziel verfolgt der »European Information Society Technology Prize«, kurz IST Prize. Zu den Gewinnern dieses höchsten europäischen Technologiepreises, auch »Oscar der Informationstechnologie« genannt, gehört 2001 das Telemedizin-Projekt »TeleInViVo«, das von dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD initiiert und geleitet wurde.

»TeleInViVo« verbindet Mobilität und innovative, leistungsfähige Informations- und Kommunikations-Techniken: Die interdisziplinäre Forschergruppe entwickelte eine transportable telemedizinische Arbeitsstation, die Tele-Konsultationen ermöglicht. Die Station ist mobil, die Konsultation geschieht damit kostengünstig und autark, denn sie kann von jedem Ort der Erde aus über beliebige Telekommunikationswege erfolgen. Ein Arzt kann mit dem Gerät die Daten eines Patienten - Ultraschall oder Radiologie - scannen und über tausende Kilometer zu einem Experten senden. Die beiden Mediziner können dann die dreidimensionalen Bilddaten betrachten und über Diagnose und mögliche Behandlungsmethoden online diskutieren, denn verschiedene Kommunikationshilfen sind in das System integriert. Die integrierte Wavelet-Datenkompression ermöglicht es, den Datensatz verlustfrei zu komprimieren. Dadurch sind die visualisierten Patienteninformationen schnell und unkompliziert via Internet, ISDN oder sogar analogem Modem oder auch Satellit übertragbar. Befunde, Bilder und spezifisches Fachwissen stehen somit dem behandelnden Arzt oder dem medizinischen Assistenten sehr schnell zur Verfügung. Das kann Leben retten.
»Tele-Konsultationen mit Experten verbessern die Sicherheit der Diagnose. Für die Patienten entfällt der oftmals lange Weg zum Spezialisten. Gemildert wird außerdem die Isolation von Menschen, die z.B. auf Inseln oder entlegenen Gegenden leben und deren medizinische Versorgung sie oftmals zu ’Bürgern 2. Klasse’ macht«, betont Prof. Georgios Sakas vom Fraunhofer IGD, der Leiter des TeleInViVo-Projektes. Die Bewohner entlegener, dünnbesiedelter Gebiete oder Inseln müssen in Zukunft nicht mehr auf professionelle medizinische Versorgung verzichten. Pilotprojekte auf den Azoren und den Kanarischen Inseln verliefen bereits sehr erfolgreich. In Kooperation mit der UNESCO wurden weitere Projekte in Uganda und Kasachstan erfolgreich durchgeführt. Sinnvoll ist der Einsatz des TeleInViVo-Systems in Krisengebieten. Inzwischen haben hunderte von Telekonsultationen, die erfolgreich durchgeführt wurden, die Nützlichkeit des Systems eindrucksvoll bestätigt. Die Ergebnisse sind bereits bei medizinischen Konferenzen publiziert worden.

Das Fraunhofer IGD in Darmstadt hatte die Leitung des TeleInViVo-Projektes. In der technischen Realisierung haben das Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) und das Centro de Computação Gráfica (CCG) in Coimbra, Portugal; DSC Dr. Staerk Computer GmbH in Langen und PIE Medical in Maastricht, Holland mitgewirkt. Die medizinische Validierung wurde durchgeführt von: Hospitais da Universidade de Coimbra, Portugal; Hospital de Ponta Delgada auf den Azoren, Portugal; CATAI auf Teneriffa, Spanien und UNESCO in Paris, Frankreich.

Detaillierte Informationen zum TeleInViVo-Projekt sowie Links zu den Konsortialpartnern und Partnerkliniken finden Sie unter:

http://www.igd.fhg.de/teleinvivo


Mit dem IST-Prize zeichnet das »European Council of Applied Sciences and Engineering« (Euro-CASE) - in dem 26 europäische Länder vertreten sind - bahnbrechende, innovative Entwicklungen und Anwendungen in der Informations-Technologie aus. Der Preis, gesponsert und unterstützt von der Europaeischen Kommission, wird zum sechsten Mal verliehen. Die Jury aus namhaften europäischen Experten setzt für die »IT-Oscars« hohe Maßstäbe an: Gefordert sind neben technischer Spitzenqualität und innovativem Gehalt auch der potentielle Marktwert und die Möglichkeit, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Zu den Gewinnern der Vorjahre zählen Firmen wie Intershop, Teles und Nokia. Das Telemedizin-Projekt »TeleInViVo« ist eines der 20 prämierten Anwendungen aus Vorschlägen, die über 200 Firmen und Institutionen aus 26 Ländern eingereicht haben. Unter den 20 Gewinnern wählt die Jury in einer zweiten Stufe drei Projekte aus, die am 7. November in Nizza aus der Hand von EU-Kommisar Erki Liikanenden den »Grossen Preis für ein Europa der Informationstechnologie« erhalten. Die drei Preisträger erhalten je 200 000 Euro.

Detaillierte Informationen zu dem IST-Prize und den Gewinnern finden Sie unter:

http://www.it-prize.org


Ansprechpartner:
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Unternehmenskommunikation
Bernad Lukacin
Phone: +49 (0) 6151/155-146
Fax: +49 (0) 6151/155-446
Email: Bernad.Lukacin@igd.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Bernad Lukacin | idw

Weitere Berichte zu: Graphisch Graphische Datenverarbeitung Telemedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Zwischen Filterblasen, ungleicher Sichtbarkeit und Transnationalität
06.12.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten