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Mit dem Internet im Physikunterricht recherchieren. VolkswagenStiftung fördert Untersuchung

07.02.2001


Die Vernetzung der Schullandschaft in Deutschland ist soweit voran geschritten, dass in diesem Jahr alle Schulen Zugang zum Internet haben sollen. Mit dieser Bereitstellung von Hard- und Software verbindet sich zugleich die Erwartung an die Lehrer, das Internet sinnvoll einzusetzen. Wie das geschehen kann, ist vielen Lehrern zurzeit noch sehr unklar.
Mit einer Untersuchung am Institut für Physik der Humboldt-Universität wird in zweierlei Hinsicht Hilfestellungen geleistet. Zum Einen sollen erfolgreiche Recherche-Strategien für das Internet erkannt und entwickelt werden, um daraus Handlungsanweisungen für Schüler und Lehrer zu folgern. Zum Anderen formulieren die Didaktiker Anforderungen an Webseiten für Schüler, die ihnen helfen, das Internet für den schulischen Einsatz optimal zu nutzen. Am Beispiel Physikunterricht soll so der Diskussion um neue Medien im Schulunterricht eine weitere wissenschaftliche Grundlage gegeben werden, die die Chancen und Risiken des Mediums "WWW" erkennt und beurteilt.

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Die VolkswagenStiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit mehr als DM 200.000,-.


In einer Online-Umfrage unter Schülern, die im Rahmen einer Voruntersuchung durchgeführt wurde, geben Schüler den Wunsch an, im Unterricht das Internet nutzen zu wollen. Zurzeit machen schulische Arbeiten noch einen geringen Teil der Internetnutzung von Jugendlichen aus. In naher Zukunft wird die Anwendung dieses Mediums ähnlich selbstverständlich werden wie der Einsatz des Taschenrechners. Die technische Ausstattung der Schulen mit Internet-Arbeitsplätzen muss, so die Wissenschaftler, deshalb durch die Entwicklung von didaktischen Konzepten begleitet werden. Diese müssen dafür sorgen, dass das Internet pädagogisch sinnvoll als Bildungsmedium in der Schule genutzt wird. Die Vielfalt des "Netzes" bringt neben zahlreichen Vorteilen auch Schwierigkeiten der Schüler im Umgang mit der Datenflut. So stellte sich in der Umfrage unter Internet nutzenden Jugendlichen heraus, dass Schüler sehr unkritisch dem Inhalt von Webseiten gegenüber stehen, diesen z.T. sogar den Stellenwert von (Schul-)Büchern einräumen. Darüber hinaus fehlen oft auch Kenntnisse, wie man die gewünschten Informationen im Internet findet. Deshalb möchten sie herausfinden, mit welcher Strategie und Herangehensweise ein Schüler am erfolgreichsten durch das Internet "surft".
40 Schüler der Sekundarstufe II werden vor die Aufgabe gestellt, mit Hilfe des Internet eine Aufgabenstellung aus dem Bereich der Physik zu bearbeiten. Ein Eingangstest ermittelt die Vorkenntnisse sowohl im Umgang mit dem Internet als auch im Schulfach Physik und zu dem spezifischen Thema. Ein elektronisches Programm protokolliert das Nutzungsverhalten der Schüler während der Internetnutzung, indem jede angeklickte Webseite und alle Tastatureingaben aufgezeichnet werden. Anhand dieser Daten werden Strategiemuster identifiziert und in einen Zusammenhang mit dem Lernerfolg gestellt. Damit wird die Nutzung "neuer Medien" in einem direkten Zusammenhang mit den erworbenen Fachkenntnissen betrachtet.


In einem zweiten Teil der Untersuchung, einer Feldphase, werden die gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis im Schulalltag überprüft. Dazu durchlaufen Schüler das gleiche Testverfahren - diesmal jedoch mit dem Ziel, ein Referat zu dem bearbeiteten Thema vor den Mitschülern zu halten. Diese Referate werden per Video aufgezeichnet und anschließend einer Bewertung unterzogen. Mit diesen Fallstudien werden die gewonnenen Ergebnisse praxisnah untermauert.
Am Ende der Untersuchung werden genaue Kenntnisse des Navigationsverhaltens von Schülern, die als Grundlage von Hilfestellungen für den erfolgreichen Interneteinsatz im Unterricht dienen, erwartet. Dies soll in Handreichungen für Schüler und Lehrer und durch geeignete Fortbildungsmaßnahmen vermittelt werden.

Ansprechpartner: Institut für Physik, Didaktik der Physik, Prof. Dr. Lutz-Helmut Schön, Ass. d. Lehramts Burkhard Priemer, Tel. +49 30 2093 7945, Fax. +49 30 2093 7795

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Heike Zappe | idw

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