Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globale Standards für Dienstleistungen: Aus dem Schlafwagen in die Lokomotive

30.11.2000


... mehr zu:
»Dienstleistung »Economy
Mitteilung über die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung zum BMBF-Projekt "Dienstleistungs-Standards für globale Märkte" am 28. November 2000 beim DIN in Berlin

Genau so wenig wie die "Old Economy" wird die "New Economy" auf weltweit gültige Normen und Standards verzichten können. Das gilt insbesondere für den zunehmend vom Internet geprägten Dienstleistungssektor. Auf diesen gemeinsamen Nenner brachte DIN-Direktor Dr. Torsten Bahke die Ergebnisse der vier Workshops, die zum Auftakt des vom BMBF geförderten Projektes "Dienstleistungs-Standards für globale Märkte" am 28. November 2000 beim DIN in Berlin veranstaltet wurden.

Zur Einführung in das Thema hörten am Vormittag die über 80 Teilnehmer drei Vorträge, die zwar unterschiedliche Schwerpunkte setzten, jedoch durch den roten Faden des Internet - und der damit gegebenen Möglichkeiten der Globalisierung und des Exports von Dienstleistungen - verbunden waren.

IBM-Chef Erwin Staudt, der am Vortag den Vorsitz im Projektbeirat übernommen hatte, betonte die Dynamik der Entwicklung sowie die Notwendigkeit der Vertrauensbildung im Internet. Wenn die rasant wachsende Online-Gemeinschaft - täglich kommen 170 000 neue Nutzer hinzu - als Kunden erreicht werden sollen, dann muss Vertrauen im Netz "eingewebt" sein.

Hierzu müssen einheitliche Standards und Normen über Qualität, Sicherheit, Leistungsumfang und Leistungserbringung geschaffen werden. Solche Regeln werden unweigerlich kommen. Die Frage ist nur, von wem und woher? Nach Staudt solle die Politik nur Rahmengeber sein, aus Wirtschaft und Wissenschaft, aus der Praxis sollen die Regelsetzer kommen. Dabei sollten deutsche Experten nicht fehlen. "Es ist Zeit, die bequeme Lage im Schlafwagen zu verlassen und in die Lokomotive umzusteigen. Statt zuzuschauen, wie die USA oder Asien die Weichen stellen, müssen auch wir in Deutschland die Richtung und Inhalte globaler Standards mitbestimmen", sagte Staudt.

Im Anschluss gab der BMBF-Projektträger Constantin Skarpelis einen Überblick über die Förderinitiativen im Dienstleistungsbereich die die Bundesregierung seit Mitte der 90er Jahren zur Stärkung der deutschen Wettbewerbsposition aufgelegt hat. Das Gesamtvolumen der Forschungsförderung beträgt über 100 Mio. DM.

Institutsdirektor des Projektpartners Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Prof. Dr. Klaus-Peter Fähnrich, wies auf die wirtschaftliche Bedeutung von Dienstleistungen - 68 % der Bruttowertschöpfung in Deutschland wird im Dienstleistungssektor erwirtschaftet - sowie auf die enorme Vielfalt der Dienstleistungsarten. Der von seinem Institut ermittelte Standardisierungsbedarf ist hoch - bisher wurden über 100 Bedarfsfälle gemeldet.

Jetzt gelte es, diese zu filtern und diejenigen auszuwählen, die sich für das gegenwärtige Projekt (mit 4-jähriger Laufzeit und einem Volumen von 4 Mio. DM) am besten eignen. Erste Ansätze wären die Definition von Schnittstellen und von einschlägigen Qualitäts-begriffen (zwecks Bewertung und Benchmarking), die Einbindung der Kunden in Dienstleistungssystemen sowie die Vergleichbarkeit von Dienstleistungsprodukten.

Für das E-Procurement im Business-to-Business-Bereich, d.h. den gewerblichen Einkauf über das Internet, haben sich die ersten drei Arbeitskreise schon gebildet. Themenschwerpunkte sind hier die Leistungsspezifikation, die Qualitätsbeurteilung sowie ein Standard-Einkaufsprozess für Dienstleistungen.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Peter Anthony | idw

Weitere Berichte zu: Dienstleistung Economy

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie