Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFN-Verein fördert intelligente Suchtechnologie

08.10.2001


Der Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes e.V. - DFN-Verein - fördert mit Mitteln des BMBF die Entwicklung einer intelligenten und skalierbaren Wissenschafts-Suchmaschine als Open-Source-Software.


Das Internet avanciert bei Studierenden und Wissenschaftlern zum meistgenutzten Informationsmedium. Studierende suchen wissenschaftliche Informationen mittlerweile genauso häufig im Internet wie in der eigenen Universitätsbibliothek. Bei der Suche nach der immer größer werdenden Menge elektronischer Informationen liegt das Internet eindeutig vorn. Angesichts des schnellen Wachstums des World Wide Web stellt die Transformation vorhandener Daten in verfügbares und produktives Wissen eine der vordringlichen Aufgaben auf dem Weg in die Wissensgesellschaft dar. "Spätestens im Frühjahr 2003 soll die entwickelte, innovative Suchsoftware für die Mitglieder des DFN-Vereins sowie für andere akademische Einrichtungen frei verfügbar sein"; so Prof. Dr. Eike Jessen, Vorstandsvorsitzender des DFN-Vereins. Damit erhalten gerade jene Wissenschaftler, die in hochspezialisierten und wenig breitenwirksamen Disziplinen zu Hause sind, eine innovative Suchsoftware zur Verwendung in eigenen Informationsportalen.

Die derzeit verfügbare, nichtkommerzielle Software für die Suche in Webportalen ist für komplexe fachspezifische Informationsportale aufgrund von Leistungsschwächen in der Implementierung und eines unzureichenden Rankings der Suchergebnisse nicht einsetzbar.

Schon in der Entwicklungsphase wird das Projekt durch bereits existierende wissenschaftliche Informationsportale unterstützt. Durch frühzeitigen Tests wird eine praxisbezogene Optimierung der Suchtechnologie und ein maximaler Grad an Anpassung an bestehende Probleme bei der Suche nach fachspezifischen Web-Inhalten gewährleistet. Getestet wird die Dortmunder Software zunächst von den Informationsportalen www.chemie.de und www.bildungsserver.de.

Das auf zwei Jahre angesetzte und 1,2 Millionen Mark teuere Forschungsvorhaben wird vom Leiter des Fachbereiches Rechnersysteme und Leistungsbewertung an der Universität Dortmund, Prof. Dr.-Ing. Christoph Lindemann geleitet. Während der Projektlaufzeit werden zwei Workshops veranstaltet, in welchen der Öffentlichkeit Zwischenergebnisse vorgestellt werden und weitere akademische Einrichtungen als Pilotnutzer gewonnen werden sollen. Neben der Softwareentwicklung erstellt die Universität Dortmund für jede Komponente zugleich eine umfassende Dokumentation, die künftigen Nutzern eine Weiterentwicklung und Konfiguration der Suchsoftware auf die Bedürfnisse spezieller Fachgebiete hin erlaubt.

Hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit orientiert sich die im Projekt entwickelte Suchtechnologie an den Übertragungsleistungen des vom DFN-Verein betriebenen Gigabit-Wissenschaftsnetzes, dem Internet 2 in Deutschland. Damit wird die mittlerweile in Europa, Nordamerika und Asia-Pacific den Wissenschaften zur Verfügung stehende Gigabit-Infrastruktur des internationalen Forschungsnetzverbundes für die wissenschaftliche Suche im Internet voll ausnutzt werden. Als Vorläufer für eine industrielle Nutzung liegt das besonderes Augenmerk bei der Konzeption der Softwarekomponenten auf den zu erwartenden zukünftigen Bedarfen in Wissenschaft und Gesellschaft. Einer Studie von AT&T zu Folge vergrößert sich die im Internet verfügbaren Datenmenge jährlich mindestens um den Faktor zwei. Um die besonders im Wissenschaftsbereich stark wachsenden Datenmengen auch in Zukunft bewältigen zu können, ist die Suchtechnologie hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit frei skalierbar.

Mit der Förderung einer wissenschaftlichen Internet-Suchmaschine soll zugleich auch auf die schwindende Informationskompetenz unter den Studierenden reagiert werden. Einer vom BMBF in Auftrag gegebenen und kürzlich erschienenen Studie der Sozialforschungsstelle Dortmund zu Folge suchen zwei von drei Studierenden Webinhalte mit Hilfe kommerzieller Suchmaschinen. Fachspezifische Online-Datenbanken werden hingegen nur von 6 Prozent der Studenten genutzt. Mit einer eigens auf die Bedürfnisse von Bildung und Forschung zugeschnittenen Suchtechnologie soll nun den Betreibern wissenschaftlicher Suchdienste und Portale ein Werkzeug an die Hand gegeben werden, das den Zugriff auf Fachinformationen für Studierende und Wissenschaftler in Zukunft wesentlich vereinfacht.


Kai Hoelzner | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfn.de/projekte/infodienste/projekte-neu/home.html
http://www4.cs.uni-dortmund.de/~Lindemann/projects/SearchEngine.html

Weitere Berichte zu: DFN-Verein Informationsportal Suchsoftware Suchtechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften