Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Journalisten: Neue Arbeitsplätze im Internet

17.11.2000


Fast 2000 Journalisten arbeiten in Deutschland bereits für das Internet. Dies hat eine Redaktionsbefragung der Katholischen Universität Eichstätt (KUE) ergeben. Bisherige Schätzungen werden damit erstmals durch eine Befragung erhärtet. Nach der Eichstätter Studie, bei der im Frühjahr 2000 187 Online-Redaktionsleiter befragt wurden, sind drei Viertel der Online-Journalisten in einer Festanstellung tätig. Überraschend hoch ist der Frauenanteil von 38 Prozent. Zu etwa einem Drittel ist der Beschäftigungszuwachs auf neue Online-Anbieter zurückzuführen, die nicht in der alten Medienwelt verwurzelt sind. Jeweils rund ein Viertel der Online-Journalisten ist bei Tageszeitungen und im Rundfunkbereich beschäftigt, der Rest in sonstigen Bereichen der Presse.

"Der Online-Journalismus hat sich bisher nur teilweise von den ’alten’ Medien abnabeln können", bilanziert Projektleiter Christoph Neuberger, Kommunikationswissenschaftler am Eichstätter Journalistik-Studiengang. Dies gilt vor allem für die Tageszeitungen, bei denen zwei Fünftel der Online-Journalisten zugleich regelmäßig für die Printausgabe arbeiten. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Befragung, an der sich 59 Prozent der Online-Redaktionsleiter beteiligten, konzentrierte sich auf den Kernbereich des Online-Journalismus, dessen Ränder nach Einschätzung von Neuberger zunehmend zerfransen: Einerseits ermögliche das Internet einen kostengünstigen Zugang zur Öffentlichkeit, was "zu einer Vielzahl parajournalistischer Angebote" geführt habe. Andererseits sieht Neuberger die Grenzen zwischen redaktionellem Teil und kommerziellen Angeboten verschwimmen. Journalistische Inhalte dienten oft als "Lockvogel" für Werbung und e-Commerce.

Negative Effekte des Internets für Presse und Rundfunk lassen sich bisher kaum feststellen. In einigen Fällen konnten über das eigene Online-Angebot sogar neue Leser gewonnen werden. Gravierend, so die Studie, sind die Veränderungen des journalistischen Tätigkeits- und Anforderungsprofils: Technische Aufgaben gewinnen ebenso an Bedeutung wie der unmittelbare Kontakt zum Publikum. Der Eichstätter Journalistik-Studiengang hat sich frühzeitig auf das neue Berufsfeld eingestellt und bietet neben der Ausbildung für die klassischen Medien regelmäßig auch Praxis- und Theorieveranstaltungen zum Online-Journalismus an.

Einzelheiten der Studie können im Internet abgerufen werden.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Thomas Pleil | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Content-Marketing: In der Praxis angekommen - Studie zu Content-Marketing-Strategien
15.07.2016 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie