Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronischer Touristenführer eröffnet neue Dimensionen im Städtetourismus

04.10.2001


Mit "Deep Map" auf Besichtigungstour durch Heidelberg

Geographen des privaten Forschungsinstituts European Media Laboratory (EML) und der Universität Heidelberg haben im Rahmen des interdisziplinären Leitprojekts "Deep Map" des EML zusammen mit Informatikern und Wissenschaftlern anderer Institute erste Prototypen eines elektronischen Touristenführers für die Stadt Heidelberg entwickelt. Das neuartige System besitzt nicht nur ein umfangreiches Wissen über die geographischen und historischen Gegebenheiten der Stadt. Teilkomponenten berücksichtigen zudem den kulturellen Hintergrund des Nutzers sowie seine Interessen oder sein Zeitbudget. Vorgestellt wurde das Projekt beim 53. Deutschen Geographentag in Leipzig, der in diesem Jahr unter dem Motto "Stadt und Region - Dynamik von Lebenswelten" steht.

Der intelligente Touristenführer soll langfristig als Prototyp eines interaktiven Tourenplaners und Führers für die Stadt Heidelberg dienen. Außerdem wird er virtuelle Reisen in die Geschichte des weltbekannten Touristenziels am Neckar ermöglichen. Das System informiert nicht nur beispielsweise den Touristen, der sich beim Heidelberger Schloss befindet und fünf von seinem Standpunkt gut erreichbare Restaurants angezeigt haben möchte. Es führt dann auch den Besucher, der etwa am Wirken von Mark Twain in Heidelberg interessiert ist, zu den entsprechenden Gebäuden der Altstadt.

Routenvorschläge können entweder über eine Webschnittstelle für die Reisevorbereitung abgerufen werden - in diesem Fall wird der Tourist im Internet durch die Stadt geführt, wobei er ein dreidimensionales und verblüffend realistisches Bild vermittelt bekommt. Oder es wird ein in Entwicklung begriffenes mobiles Gerät verwendet, das den Touristen direkt durch die Stadt leitet und ihn über die gewünschten Objekte an Ort und Stelle informiert. Wenn der Nutzer während der Tour dem Gerät seine Interessen genauer mitteilt, wird er zum Beispiel über die entsprechenden Sehenswürdigkeiten mehr erfahren als über andere.

Gegenüber bisherigen Touristen- oder Stadtinformationssystemen verfügt "Deep Map" über ein sehr viel umfangreicheres Wissen und bietet zudem viele neue Funktionen. Während die "Architektur" früherer Systeme noch relativ starr war, sind die zahlreichen Ebenen bei "Deep Map" über so genannte offene Schnittstellen dynamisch miteinander verknüpft. Die Software-Komponenten des Systems können so intensiv miteinander kommunizieren. "Deep Map" wird dadurch in die Lage versetzt, weitaus flexibler auf individuelle Wünsche des Anwenders zu reagieren. Zudem können so beispielsweise Sprach- und Raumkognitionskomponenten aus anderen Teilbereichen des "Deep Map"-Projekts integriert werden, um eine sprachgesteuerte Nutzung zu erlauben. Damit soll dem Besucher die Navigation durch eine ihm fremde Umgebung zusätzlich erleichtert werden.

Kontakt:
Alexander Zipf
European Media Laboratory EML, Heidelberg
Tel.: (06221) 533-202
E-Mail: Alexander.Zipf@eml.villa-bosch.de

Projektleiter:
Dr. Rainer Malaka
European Media Laboratory EML, Heidelberg
Tel.: (06221) 533-206
E-Mail: Rainer.Malaka@eml.villa-bosch.de

Die European Media Laboratory GmbH (EML) ( http://www.eml.villa-bosch.de ) ist ein privates Forschungsinstitut für Informationstechnik und ihre Anwendungen. Im Zentrum des Interesses steht die Entwicklung neuer, intelligenter Methoden der Informationsverarbeitung zum Nutzen des Einzelnen und der Gesellschaft. Die EML-Forscher arbeiten eng mit Universitäten und der Industrie zusammen. Derzeit bearbeitet das EML im wesentlichen Forschungsprojekte der gemeinnützigen Klaus Tschira Stiftung (KTS) (http://www.kts.villa-bosch.de). Ebenso wie die KTS ist das European Media Lab in der Villa Bosch in Heidelberg beheimatet, dem ehemaligen Wohnsitz des Nobelpreisträgers Carl Bosch (1874 - 1940).


Ihr Ansprechpartner:
Deutsche Gesellschaft für Geographie
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Peter Wittmann
Tel./Fax: (0711) 2 26 14 02
E-Mail: p.wittmann@epost.de

Dr. Peter Wittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.eml.villa-bosch.de
http://www.kts.villa-bosch.de

Weitere Berichte zu: EML Laboratory MAP Tourist Touristenführer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie