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Wissenschaftliche Bibliothek und Internet Service als Support für die Erwachsenenbildung (Teil 1)

08.11.2000


Für viele wissenschaftliche Disziplinen existieren eigene Forschungsinstitute. Von der Arbeit an Universitäten und Hochschulen unterscheiden sie sich insofern, als sie einen spezifischen wissenschaftlichen Auftrag haben. So forscht beispielsweise das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim zu bestimmten Themengebieten der deutschen Sprache und ist - wie hinlänglich bekannt - zuständig für die Pflege und Weiterentwicklung des Deutschen. Auch die Erwachsenen-/Weiterbildung verfügt über ein derartiges Institut, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung, kurz: DIE. Es ist eine Einrichtung der Wissenschaftsgemeinschaft Leibniz - der gemeinsamen Forschungsförderung von Bund und Ländern, und vermittelt zwischen Wissenschaft und Praxis der Erwachsenenbildung; es liefert Grundlagen für eine praxisorientierte Forschung und entwickelt innovative Konzepte für die Weiterbildung. Es bietet aber auch Dienstleistungen für alle, die in der Erwachsenen-/Weiterbildung tätig sind. In einer zweiteiligen Serie werden hier Support und konkrete Serviceleistungen des in Frankfurt/M. ansässigen Instituts vorgestellt.

Support zur Verfügung zu stellen, bedeutet, unterstützende Strukturen zu schaffen. In der vielfältigen Szene der Erwachsenen- und Weiterbildung in Deutschland derartige Strukturen anzubieten, heißt, für alle, die in der Erwachsenen-/Weiterbildung arbeiten - egal, ob in Wissenschaft oder Praxis - Bezugspunkte und zentrale Anlaufstellen zu etablieren. Diesen Support bietet das DIE mit seinem Internet Service und der größten deutschsprachigen Fachbibliothek für Erwachsenenbildung.
http://www.die-frankfurt.de/esprid: Informieren und Kommunizieren in der Erwachsenenbildung


Das Internet als zeit- und ortsunabhängiges Medium wird mehr und mehr zur Information und Kommunikation genutzt. Doch anders als es uns Medien und Werbung glauben machen wollen, verfügt nicht jeder über das Wissen, wie mit dem Internet umzugehen ist. Dazu fehlt es gerade den Älteren (ab 40 Jahre!) an dem notwendigen Wissen. Hier ist die Erwachsenen- und Weiterbildung gefordert. Doch um diesen neuen Anforderungen und Aufgaben gerecht zu werden, müssen Praxis und Forschung der Erwachsenenbildung auch selbst über eben diese Medienkompetenzen verfügen und die neuen Kommunikationstechnologien selbst einsetzen können.
Mit dem Aufbau einer entsprechenden Informations- und Kommunikationsstruktur im World Wide Web schafft des DIE die technischen, organisatorischen und konzeptionellen Voraussetzungen (Design, Datenbanken, Skripte etc.) für einen dauerhaften Internet Service. Mitarbeiter/innen von Weiterbildungseinrichtungen: Leitung, pädagogisches Personal und Kursleitende, Verbänden und Supportinstitutionen sowie Forscher/innen und Studierende der Erwachsenenbildung an Hochschulen und Forschungsinstituten können mit Hilfe der Dokumentensammlung, der Linksystematik und den Kommunikationsplattformen des Internetservice zeitgerecht und zielgenau an konkreten Problemstellungen lernen und kommunizieren. Die bisher verfügbaren Lernmittel und Kommunikationswege - konventionell publizierte Literatur wie Bücher und Zeitschriften oder auch Tagungen und Fortbildungen werden so durch Angebote im Internet ergänzt.
Doch die Möglichkeiten des Internets würden nicht wirklich genutzt werden, wenn Informationen nur "konsumiert" würden: Die User/innen können und sollen das Angebot selbst gestalten, indem sie ihre methodisch-didaktischen Materialien, Manuskripte, Vortragstexte, aktuelle Berichten und Statistiken dem Internet Service zur Verfügung stellen. Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig. Forscher/innen und Praktiker/innen der Erwachsenenbildung können

- im Rahmen der Dokumentensammlung ihre Arbeitsergebnisse, Thesen, Fragestellungen veröffentlichen;
- via Linksammlung sich und ihre Einrichtung oder ihr Institut präsentieren;
- über das offene Forum Erwachsenenbildung, die Praktikumbörseund Kleinforschungsbörse Kontakte knüpfen;
- über Diskussionsforen per E-Mail ihre Arbeitsergebnisse diskutieren.
Der Internet Service stellt also nicht nur interessante Dokumente zur Verfügung, sondern auch eine Kommunikationsstruktur; er regt Diskussionen an und moderiert sie. Damit dies auch funktioniert, müssen und werden Kooperationen mit denjenigen aufgebaut werden, die das Internet als neues Verständigungsmittel nutzen und erproben oder Fragestellungen in Forschung und Praxis der Erwachsenenbildung mit anderen erörtern wollen.
Literaturservice: Bibliothek, Recherchen und Dokumentation
Gut sortierte Bibliotheken sind das wichtigste Instrument für wissenschaftlich Arbeitende; aber auch für diejenigen, die in der Praxis der Weiterbildung tätig sind, ist eine Fachbibliothek von unschätzbarem Wert: Dort finden sich Grundlagen und Anregungen für die eigene Arbeit, sie ermöglichen eine Überblick über aktuelle Trends und Themen im jeweiligen Fachgebiet und öffnen den Blick für internationale Zusammenhänge und Tendenzen. Die Institutsbibliothek des DIE ist zugleich eine Fachbibliothek zur Erwachsenenbildung, die weder national noch international Konkurrenz scheuen muss. Ihr Sammelschwerpunkt ist Literatur zur Erwachsenen- und Weiterbildung; daneben enthält sie umfangreiche Bestände zur Pädagogik, zur Psychologie, zur Soziologie und auch zur Betriebswirtschaft. Literatur zu aktuellen Themen wie beispielsweise Jugendforschung, Zukunft der Arbeit sowie den in laufenden Projekten des Instituts bearbeiteten Themen ist zahlreich vorhanden. Insgesamt verzeichnet sie einen Bestand von über 60.000 Titeln.
Neben der überwiegend deutschsprachigen Literatur verfügt die Bibliothek auch über repräsentative Bestände zur internationalen und länderbezogenen Erwachsenenbildung in englischer und französischer Sprache. Die wichtigsten fremdsprachigen Zeitschriften zur Erwachsenenbildung sind abonniert und werden regelmäßig ausgewertet. Der gesamte Zeitschriftenbestand umfasst 300 Abonnements. Auch hier reicht das Spektrum weit über die Erwachsenenbildung hinaus: Neben pädagogischen, psychologischen und soziologischen Zeitschriften sind Periodika aus dem Kultur- und Medienbereich stark vertreten.
Literaturdokumentation und -recherchen
Seit 1980 ist die Literatur der DIE-Bibliothek elektronisch erfasst, die Literaturdatenbank enthält zur Zeit ca. 75.000 bibliografische Nachweise - und dies nicht nur von Monografien, sondern auch von Beiträgen aus Zeitschriften und Sammelbänden. Gegen eine Gebühr erstellt das DIE auf Anfrage Literaturrecherchen zu relevanten Themen; sie werden entweder als Ausdruck, auf Diskette oder per E-Mail verschickt. Die Benutzer der Bibliothek können vor Ort selbst recherchieren, die Dokumente sichten und ggf. kopieren - eine externe Ausleihe ist leider nicht möglich, da die Bibliothek eine Präsenzbibliothek ist. Auf der Grundlageder laufenden Literaturerfassung wird jährlich eine Bibliografie der deutschsprachigen Literatur zur Erwachsenenbildung herausgebracht. Der Band zum Jahr 1999 ist im Juli 2000 erschienen und enthält über 2.400 Titelnachweise. Alle zwei Monate erscheint der Zeitschriftendienst zur Erwachsenenbildung mit den Inhaltsverzeichnissen von über 100 relevanten Zeitschriften. Vierteljährlich erscheint in der "DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung" eine annotierte Auswahlbibliografie mit 20 Hinweisen auf wichtige Neuerscheinungen zur Erwachsenenbildung.
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag 9.00 bis 16.00 Uhr, Freitag 9.00 bis 13.00 Uhr. Eine telefonische Anmeldung ist sinnvoll: Fon 069/95626-116. Literaturrecherchen können telefonisch bestellt werden: Fon 069-95626-117.
Weitere Informationen: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, Hansaallee 150, 60320 Frankfurt/M., Öffentlichkeitsarbeit, Christine Schumann, Fon 069/95626-177, Fax 069/95626-211, E-Mail schumann@die-frankfurt.de,

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

M.A. Christine Schumann | idw

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