Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fernsehkinder sind schlechter beim Lesen und Sprechen

17.01.2001


... mehr zu:
»Fernsehkind »Lesefertigkeit »Medium
Kinder, die besonders viel Zeit vor dem Fernseher verbringen, schneiden bei Sprach- und Lesetests nicht so gut ab wie andere. Das haben Psychologen von der Universität Würzburg herausgefunden. Aber: Es muss
nicht unbedingt die "Glotze" sein, die für die schwächeren Leistungen der Kinder verantwortlich ist.

Ebenso plausibel ist die Annahme, dass Kinder, die bereits sprachliche Defizite haben, lediglich das leichter zu konsumierende Medium Fernsehen als Freizeitbeschäftigung bevorzugen. Deshalb wollen die Würzburger Wissenschaftler nun überprüfen, ob sich Hinweise auf eine Ursache-Wirkungsbeziehung zwischen Fernsehkonsum und Sprach- bzw. Leseleistung finden lassen oder ob nicht auch andere Faktoren für die schwächeren Leistungen der "Vielseher" verantwortlich gemacht werden können.

Diese Forschungen laufen im Rahmen einer groß angelegten Studie am Lehrstuhl für Psychologie IV der Universität Würzburg unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Schneider. Mit finanzieller Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft werden mögliche Auswirkungen des Fernsehens auf die Sprach- und Lesekompetenzen von Grundschülern untersucht.

Insgesamt sind 330 Familien aus den Gebieten um Würzburg und Bad Mergentheim beteiligt, deren Mediengewohnheiten über einen Zeitraum von sechs Jahren erfasst werden sollen. Gleichzeitig führen die Psychologen regelmäßig Tests zur Sprachentwicklung, zu den Lesefertigkeiten und zur Konzentrationsfähigkeit der beteiligten Kinder durch. Da das Fernsehen möglicherweise nicht auf alle Kinder die gleichen Auswirkungen hat, berücksichtigen die Wissenschaftler auch Geschlecht, Intelligenz, soziale Schicht und weitere familiäre Faktoren.

Die Studie sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass bisher nur wenige fundierte Forschungsergebnisse über die Auswirkungen des Fernsehens vorliegen, so Prof. Schneider. Seit dieses Medium in den 50er Jahren Einzug in die Wohnzimmer gehalten hat, wurden immer wieder Befürchtungen geäußert, dass es schädliche Wirkungen haben könnte. Neben Bedenken im Hinblick auf die soziale und emotionale Entwicklung wird heute vor allem die Beeinträchtigung der Sprach- und Lesefertigkeiten von Kindern diskutiert.

Dabei gibt es unterschiedliche Annahmen darüber, wie diese angeblich negativen Auswirkungen zu Stande kommen sollen: Neben der weit verbreiteten Vermutung, dass das Fernsehen das Lesen in der Freizeit verdränge, wird vielfach davon ausgegangen, dass sich Kinder aufgrund der täglichen Bilderflut nicht mehr ausreichend konzentrieren können oder dass das Lesen durch das unterhaltsame Medium Fernsehen als vergleichsweise unattraktiv betrachtet wird. Andererseits wird dem Fernsehen auch ein gewisses förderndes Potenzial zugeschrieben. Dieser Optimismus gründet sich vor allem auf Sendungen mit pädagogischen Inhalten, wie zum Beispiel "Sesamstraße" oder die "Sendung mit der Maus".

Weitere Informationen gibt es bei Prof. Dr. Wolfgang Schneider sowie bei den Diplom-Psychologen Marco Ennemoser und Kathrin Schiffer, T (0931) 31-2746, Fax (0931) 31-2763, E-Mail: schneider@psychologie.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Fernsehkind Lesefertigkeit Medium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht mce mediacomeurope schließt Kooperationsvertrag mit Anixe TV
13.04.2018 | mce mediacomeurope GmbH

nachricht Gebärdensprache neu gedacht
14.03.2018 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics