Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie: Kommerzielle Anbieter können freie öffentliche Kommunikation im Internet nicht sichern - Gesetzgeber gefordert

24.09.2001


Im Internet können kommerzielle Anbieter allein nicht die verfassungsrechtlich geforderte freie öffentliche Kommunikation gewährleisten. Das ergibt die Studie "Perspektiven der Gewährleistung freier öffentlicher Kommunikation" des Hamburger Hans-Bredow-Instituts und des Instituts für Rundfunkökonomie an der Universität Köln. In der Studie werden verschiedene Online-Dienste differenziert und unter verfassungsrechtlichen und ökonomischen Gesichtspunkten untersucht.

Die Institute sehen den Gesetzgeber gefordert, freie öffentliche Kommunikation - deren Gewährleistung Grundgesetz-Artikel 5 gebietet - auch im Online-Bereich zu sichern. Dieses Gebot erfordere freie öffentliche und individuelle Meinungsbildung. Defizite in diesem Prozess hat der Gesetzgeber nach Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu verhindern. Im Rundfunkbereich bürgt der öffentlich-rechtliche Grundversorgungsauftrag für freie öffentliche Kommunikation.

Die Studie zeigt auf, dass im Internet die Erhaltung von Vielfalt - Ziel des traditionellen Konzepts für freie öffentliche Meinungsbildung - nicht mehr ausreicht. Aus der Präsenz einer Information im unüberschaubaren Internet folgt keineswegs, dass Nutzer sie finden und sie der öffentlichen Kommunikation zur Verfügung steht. Die Vermittlung durch Suchmaschinen, Newsarchive und Portale erhält im Internet entscheidende Bedeutung. Defizite unterschiedlicher Dienstetypen, die sich aus der Abhängigkeit vieler Online-Dienste von Werbung oder Nutzer-Gebühren ergeben, beeinträchtigen aber Qualität und Zugänglichkeit der Informationen im Internet. Insofern diese Defizite die freie Meinungsbildung gefährden, müssen sie, so das Ergebnis der Studie, durch regulative Vorgaben sowie durch die Etablierung gemeinwohlorientierter nichtkommerzieller Institutionen - wie etwa die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten - ausgeglichen werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich verfassungsrechtlich relevante Funktionen des traditionellen Rundfunks auf neue Dienste verlagern. In diesem Fall könnte, so die Autoren der Studie, der Grundversorgungsauftrag Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Internet gebieten.

Die Studie "Perspektiven der Gewährleistung freier öffentlicher Kommunikation" kann über die ARD-Pressestelle bezogen werden. Eine Zusammenfassung ist als Sonderheft der "Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht" erhältlich.

Alexander Hack | ARD-Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.hans-bredow-institut.de.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie