Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der ideale "Virtuelle Marktplatz"

14.02.2001


... mehr zu:
»Marktplatz »Portal »Suchmaschine
Wie sich Regionen am besten im Internet vermarkten

Je mehr unterschiedliche Internet-Portale in einer Region

existieren, um so unübersichtlicher und Nutzer-unfreundlicher wird die Präsentation. "Ein einziges Portal für eine gesamte Region wäre das Ideal", unterstreicht Uli Schlipf (27). Er hat in seiner Diplomarbeit im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen der Fachhochschule Aalen das Regionalmarketing im Internet am Beispiel des Ostalbkreises untersucht. Der Aalener Diplomand machte eine Bestandsaufnahme der regionalen Internet-Angebote, erstellte ein Marketing-Konzept und entwarf erste Web-Seiten. "Es müsste nicht notwendigerweise ein einziger virtueller Marktplatz sein, aber virtuell - das heißt, aus Sicht des Benutzers - nur ein einheitlicher Marktplatz", ist die Grundidee seines Betreuers Prof. Dr. Ulrich Holzbaur.

Im Ostalbkreis existieren nach Schlipfs Analyse bereits mindestens vier virtuelle Marktplätze unterschiedlicher Qualität, die nicht oder nur in Ausnahmen miteinander verbunden sind. Diese Vielfalt wird für den Nutzer zu kaum nachvollziehbarer Beliebigkeit, hat Schlipf herausgefunden. Für die beteiligten Firmen ergibt sich dadurch nicht der erwünschte zusätzliche Nutzen, und manche kleine und mittelständische Firma beginnt, sich aus dem Netz zurückzuziehen.

Dabei kann das Internet bei der Regionalvermarktung eine unschätzbare Hilfe darstellen, wenn es sinnvoll aufgebaut ist, hat der Aalener Diplomand nachgewiesen. Neben dem einen großen Dach und einer klaren hierarchischen Struktur ist vor allem eine effektive Suchmaschine wichtig. Hier muss die Anmeldung für die Firmen kostenlos sein, betont Schlipf, und außerdem muss die Suchmaschine von sämtlichen Portalen der Region aus zugänglich sein. Dann wird das Internet-Einkaufszentrum, etwa die "Ostalb-Mall", zum elektronischen Schaufenster der Region. In diesem Firmen- und Produktkatalog kann jeder Nutzer gezielt suchen und dabei direkt die ihm wichtigen Kriterien eingeben. Wenn ein Biobauer im Umkreis bis 20 km Entfernung vom eigenen Wohnort gesucht wird, sollte dieser mit wenigen Klicks zu finden sein. Dazu ist nach Ansicht von Prof. Holzbaur auch eine effizientere Art von Suchmaschine notwendig: "Der Benutzer möchte nicht nur ein passendes Wort finden, sondern auch Oberbegriffe". So müsste ein Metzger gefunden werden, wenn man nach Fleisch sucht, und eine Suche nach dem Ort Härtsfeld müsste auch im Nachbarort Neresheim fündig werden. "Intelligente Systeme" sind hier gefordert.

"Ein leistungsfähiges Verbundsystem von regionalen Marktplätzen trägt langfristig zu einer positiven Entwicklung der gesamten Region bei", ist Schlipf überzeugt. Es hilft, den Absatz regionaler Produkte und Dienstleistungen zu fördern. "Dies führt zu einer Steigerung des Wirtschaftswachstums, was wiederum neue Arbeitsplätze schafft. Zum anderen kann sich ein Regionalbewusstsein, ein neues Wir-Gefühl, bilden", zählt der Aalener Jung-Ingenieur einige Vorteile des Regionalportals auf. Schlipfs Ideal wäre es, die vorhandenen Portale der Ostalb in einem einzigen elektronischen Marktplatz zusammenzuführen. "Es müsste eine Marke der Region geschaffen werden", fordert er.

Dass die Verwirklichung kompliziert wird, ist ihm und seinem Betreuer Ulrich Holzbaur bewusst. "Man muss auf der politischen Ebene ansetzen", ist sich der Professor von der FH Aalen sicher, "nur so kann die Einheit noch zustande kommen." Holzbaur setzt dabei auch auf die lokale Agenda 21-Gruppe "Regionalvermarktung" des Ostalbkreises, die Schlipfs ausgezeichnete Diplomarbeit initiiert und gefördert hat.

Kontakt:
Prof. Dr. Ulrich Holzbaur (Wirtschaftsingenieurwesen)
Tel.: 07361 / 943020
Fax: 07361 / 943022
E-Mail: ulrich.holzbaur@fh-aalen.de


FH Aalen
Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation
Beethovenstr. 1
73430 Aalen
Axel Burchardt M.A.
Tel.: 07361 / 576 162
Fax: 07361 / 576 355
E-Mail: axel.burchardt@fh-aalen.de

Axel Burchardt | idw

Weitere Berichte zu: Marktplatz Portal Suchmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie