Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Düsseldorfer Wirtschaftsforum: Fernsehen bleibt wichtigstes Massenmedium

19.10.2005


Menschen ändern sich langsamer als Technik

... mehr zu:
»Konsument »Wirtschaftsforum

Nach Auffassung des Zukunftsforschers Professor Horst Opaschowski vom Hamburger BAT Freizeit-Forschungsinstitut habe die Wirtschaft aus dem Flop der Internetbranche nicht viel gelernt. „Die Medientechnologien ändern sich schneller als die Mediengewohnheiten der Menschen. Auch in Zukunft fährt die Masse der Konsumenten ‚voll auf das TV-Programm ab’. Und die Prognose der Medienbranche ‚Web frisst Fernsehen’ erfüllt sich nicht“, sagte Opaschowski auf dem Wirtschaftsforum „Prominente hautnah“ der DeuKap Unternehmensgruppe vor rund 500 Gästen in Düsseldorf. Das Fernsehen bleibe das wichtigste Leitmedium im Alltagsverhalten der Menschen. „Die Informationsgesellschaft bleibt eine Vision. Auch in Zukunft werden die meisten Bürger lieber konsumieren als sich informieren. Das Internet wird das private Leben nicht revolutionieren, sondern nur ein wenig optimieren helfen. Die Zukunft gehört dem Kommunikationszeitalter. E-Communication bekommt eine größere Bedeutung als E-Commerce“, so Opaschowski.

Selbst Microsoft-Chef Bill Gates beklage, dass die Verhaltensänderungen der Menschen viel langsamer verlaufen als es die Entwickler seines Hauses wahrhaben wollen. „Die Macher in den technischen Abteilungen machen die Rechnung ohne die Mitmacher. Wer glaubt, beispielsweise über UMTS einen Massenmarkt zu erschließen, setze auf die kommenden Insolvenzen. Bei Extragebühren für neue Dienste sperren sich die Konsumenten“, warnte der wissenschaftliche Vordenker. Bei aller Multimedialität, die zu einer Flut von neuen Informationskanälen führe, steige das Bedürfnis nach persönlichen Kontakten. „Es entwickelt sich eine Renaissance der Persönlichkeit“, glaubt Opaschowski. Und hier liegen nach seiner Auffassung die wahren Potentiale für neue Märkte: „Wir müssen uns stärker der Dienstleistungsökonomie zuwenden, denn es findet eine Verlagerung vom Warenexport zum Wissensexport statt. Die Dienstleistungsgesellschaft erschließt neue Märkte und Arbeitsfelder. Europa und vor allen Dingen Deutschland leiden aber bisher unter einer Art Dienstleistungsverspätung: In der Entwicklung einer Dienstleistungskultur stehen wir erst am Anfang. Amerikaner sind nicht von Natur aus bessere Dienstleister, sie sind nur sehr viel früher und länger gezwungen gewesen, sich auf Dienstleistungen umzustellen“.


Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) forderte in seinem Vortrag einen fundamentalen Wertewandel. „Deutsche haben ein zerrüttetes Verhältnis zum Eigentum und eine gestörte Beziehung zum Risiko. Wir brauchen aber eine Gesellschaft von Teilhabern nach dem Leitbild des ersten Bundeswirtschaftsministers Ludwig Erhard. Wir können die Risiken des Lebens nicht auf den Staat abwälzen. In Deutschland ist man zu sehr problemorientiert und nicht lösungsorientiert wie in den Vereinigten Staaten“, kritisierte Ohoven. Man könne nicht alles über Transferleistungen regeln, die Leistungselite verunglimpfen und die Gleichheit der Lebensverhältnisse predigen. „Diese Rechnung geht in einer globalen Arbeitswelt nicht mehr auf. Gefragt sind neue Selbständige, die mit Beziehungsintelligenz und Talent eine unternehmerische Grundhaltung entwickeln“, betonte Ohoven.

Mehr Leistung und Lebensgenuss müssten nach Ansicht des Zeitmanagementexperten Professor Lothar Seiwert www.seiwert.de allerdings kein Widerspruch sein. Um wirklich leistungsfähig im Berufsleben zu sein, brauche man eine Wohlfühlbalance. „Man darf sich bei der Terminhetze, E-Mail-Überflutung und dem Druck der Arbeit nicht von der Tyrannei der Dringlichkeit leiten lassen. Man muss einen Weg vom Dringenden zum Wichtigen finden. Wer zu viele Aufgaben und Rollen übernimmt, verzettelt sich im Alltag“, empfahl Seiwert den Düsseldorfer Gästen aus Wirtschaft, Verbänden, Medien und Kultur.

Gunnar Sohn | NeueNachricht
Weitere Informationen:
http://www.ne-na.de
http://www.bat.de
http://www.deukap.de

Weitere Berichte zu: Konsument Wirtschaftsforum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie