Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Druckindustrie im Wandel

18.12.2000


Informations- und Kommunikationstechnologien verändern das Branchenbild der Druckindustrie / Klassische Druckereien entwickeln sich zu Mediendienstleistern / Fraunhofer ISI legt Studie zum Strukturwandel
vor

Nach starken Umsatzrückgängen zu Beginn und Mitte der 90er Jahre ist die wirtschaftliche Entwicklung in der Druckindustrie seit 1998 wieder positiv. Die durch kleine und mittlere Unternehmen geprägte Branche erwirtschaftete im Jahr 1999 mit rund 135.000 Beschäftigten einen Umsatz von 33 Mrd. DM. Doch befindet sich die Druckindustrie auf Grund der Entwicklung in den Informations- und Kommunikationstechnologien in einem dynamischen Anpassungsprozess. Das zeigt die jüngste Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, die das Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erstellte. Demnach verändern neue Produkte und Verfahren die klassische Struktur der Branche nachhaltig und ermöglichen es branchenfremden Anbietern, mit Unternehmen der Druckindustrie zu konkurrieren.

Die Studie zeigt auf, dass den Unternehmen der Druckindustrie auch in Zukunft Raum für Umsatzsteigerungen bleibt. Zwar ist bereits heute in einigen Marktsegmenten eine deutliche Verdrängung von Printprodukten festzustellen, beispielsweise bei Formularen und Enzyklopädien. Doch ist die Nachfrage nach gedruckten Informationen nach wie vor ungebrochen. Neue Chancen ergeben sich durch innovative Herstellungs- und Vertriebsverfahren wie Digitaldruck oder ’print-on-demand’, die eine zielgruppenspezifische und bedarfsorientierte Produktion ermöglichen und in den nächsten Jahren stark an Bedeutung gewinnen werden. Die in Wirtschaft und Gesellschaft zunehmend als Ergänzung zu den klassischen Printprodukten genutzten, neuen On- und Offlinemedien werden in Zukunft verstärkt zu einem integrierten Medienangebot führen. Druckereien wandeln sich zu Mediendienstleistern, die für ihre Kunden gedruckte und elektronische Produkte aus einer Datenquelle erstellen.

Im internationalen Vergleich ist die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Druckindustrie durchaus positiv zu beurteilen. Da moderne Herstellungstechnologien weniger lohnintensiv sind, spielt die Konkurrenz aus Niedriglohnländern eine geringere Rolle als häufig angenommen wird. Termintreue, Qualität und die vielfach persönlichen Kundenbeziehungen charakterisieren die deutsche Druckindustrie. Zugleich ist eine zunehmende Bereitschaft zu erkennen, Kunden im Ausland zu akquirieren.

Insgesamt sehen die Autoren der Studie neben den Risiken der immer kürzer werdenden Innovations- und Investitionszyklen gleichwohl große Chancen für die Druckunternehmen. Sie können überdurchschnittlich am Wachstum der Informations- und Kommunikationswirtschaft teilhaben, wenn es ihnen gelingt, innovative Produkte in ihre Geschäftsstrategien zu integrieren und sich als moderne Mediendienstleister zu positionieren. In diesem Zusammenhang spielt der neue Beruf des Mediengestalters für Digital- und Printmedien eine wichtige Rolle.

Die Studie beleuchtet die wirtschaftliche und technologische Entwicklung der Branche in den letzten zehn Jahren. Neben amtlichen Statistiken dienten Umfragen, Interviews und ein Expertenworkshop der Identifikation von Perspektiven und Trends der Branche im neuen Jahrtausend.

Diese und weitere Ergebnisse stellen die Autoren ausführlich in dem Buch ’Druckindustrie im Wandel - Entwicklung und Perspektiven unter dem Einfluss der Informations- und Kommunikationstechnologien’ dar. Das Buch hat 238 Seiten, kostet 68,-- DM und kann direkt über das Fraunhofer ISI oder den LOG_X Verlag, Stuttgart, bezogen werden.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI erweitert das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Fachspektrum der Fraunhofer-Gesellschaft um wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte. Dazu analysiert es technische Entwicklungen sowie deren Marktpotentiale und Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams des Instituts konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf die Regionalforschung und Innovationspolitik.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dipl.-Phys. Gerhard Samulat | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie