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Zeitungsmarkt entwickelt kreative Überlebensstrategien

07.10.2005


Zusatzgeschäfte verantwortlich für schwarze Zahlen


Der deutschsprachige Zeitungsmarkt hat sich aufgrund von kreativen Überlebensstrategien wieder stabilisiert. Immer mehr Zeitungen setzen auf neue Einnahmequellen abseits des Anzeigenverkaufs. Zusatzgeschäfte wie Buch- und Filmreihen, CD-Beilagen und Abokarten sind verantwortlich dafür, dass die Verlage nach dem Einbruch des Anzeigenmarktes im Jahr 2001 wieder schwarze Zahlen schreiben. Erfolgreiche Beispiele auf dem Gebiet sind die Filmreihe der Süddeutschen Zeitung http://www.sueddeutsche.de , die Comicserie der FAZ http://www.faz.net und das Lexikon der Wochenzeitung Die Zeit http://www.zeit.de , berichtet der Spiegel.

Die Cinemathek der SZ hat dem Süddeutschen Verlag bisher bereits 26 Mio. Euro eingebracht. Die Gesamtedition ging rund 26.000 Mal über den Ladentisch und 1,7 Mio. Einzel-DVDs wurden verkauft. In Österreich ist die Tageszeitung Der Standard http://www.derstandard.at am Vertrieb für die Produkte der SZ beteiligt. Auch über eigene Zusatzgeschäfte wird nachgedacht, bisher gibt es jedoch nur punktuelle Aktionen. Auch von der Comicserie der FAZ wurden inzwischen 60.000 Exemplare verkauft und das Lexikon der "Zeit" konnte allein unter den Abonnenten schon 110.000 Stück absetzen. Insgesamt hat die Zeit mit der Ausgabe des Lexikons bisher rund 20 Mio. Euro verdient, wovon etwa ein Drittel als Gewinn übrig bleibt.


Die Zusatzgeschäfte zahlen sich vor allem für überregionale Zeitungen aus, die ein weit reichendes Verbreitungsgebiet haben. Für regionale Blätter kommen Sammlungen und Sonderreihen als Einnahmequelle kaum infrage. Sie müssen auf andere Strategien setzen. So hat zum Beispiel der Nordbayrische Kurier eine Rabattkarte eingeführt, die in Kooperation mit weiteren Zeitungen in ganz Deutschland gelten soll. Die Zukunft wird auch stark vom Onlinemarkt bestimmt sein, der vor allem die jungen Leser anspricht. Viele Zeitungen bauen ihre Online-Redaktionen aus und versuchen die Leser über das Internet zu binden.

Die Verlage präsentieren sich durchwegs kreativ, trotzdem wird auch künftig der Anzeigenverkauf die wichtigste Einnahmequelle bleiben. Das Geschäft mit den Sonderreihen und Sammlungen hat jedenfalls ein Ablaufdatum und kann nicht ewig Erfolg bringend sein. Wenn die Möglichkeiten für Filmreihen, Bibliotheken und Lexika erschöpft sind, werden sich die Verlage erneut überlegen müssen, wie sie schwarze Zahlen schreiben.

Claudia Zettel | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.spiegel.de

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