Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompetenz und Glaubwürdigkeit im Radio

04.10.2000


Voraussetzung für die Akzeptanz eines Radiomoderators ist seine Glaubwürdigkeit. Moralische Glaubwürdigkeit und Kompetenz nehmen den höchsten Stellenwert in der Höreransicht ein. Der Hörer empfindet einen Moderator dann als kompetent, wenn dessen Ausführungen mit seiner Alltagserfahrung übereinstimmen. Um die Kompetenz einzuschätzen, bedient sich der Hörer Kriterien, wie zum Beispiel Sicherheit des Auftretens, verbale Ausdruckskraft und Sprachflüssigkeit. Zu diesem Schluss kommt Professor Dr. Christa Lindner-Braun vom Forschungsinstitut für Soziologie der Universität zu Köln in einem Moderatorentest.

Ein Moderator sollte seinen Hörern in Kompetenz und Wissenstand nicht haushoch überlegen sein. Der Hörer möchte informiert werden, aber sich nicht unterlegen fühlen. Die Anforderungen an die Kompetenz des Moderators korrespondieren mit der Erwartungshaltung an die Sendung und dem intellektuellen Anspruch des Hörers. Was die moralische Glaubwürdigkeit eines Moderators angeht, so erwartet der Hörer, dass er unterschwellig dessen Wert- und Moralvorstellungen repräsentiert.

Kompetenz und Glaubwürdigkeit im Radio
Hörer haben hohe Erwartungshaltung an Moderatoren

Die Erwartungen an einen Radiomoderator beziehen sich auf verschiedene soziale Bereiche. Der ideale Moderator soll Spaß an seiner Arbeit haben, in seiner Sendung aufgehen, sich in gewisser Weise für sie verantwortlich fühlen und auf die Zuhörer eingehen. Es wird von ihm erwartet, daß er schlagfertig und jeder Situation gewachsen ist. Hörer wollen einem Moderator Sympathie entgegenbringen, sehen ihn aber auch als eine Autorität, die kompetent und glaubwürdig sein soll. Ist ein Moderator besonders bekannt und beliebt, so teilt der regelmäßige Hörer, der sich ja in gewisser Weise mit dem Moderator identifiziert, stellvertretend auch einen Teil dieser Anerkennung. Die zumeist etwas älteren Hörer der ersten Programme weisen dem Moderator die Rolle eines Partners oder Freundes zu. Sie wünschen sich von ihm, persönlich angesprochen zu werden. Die tendenziell jüngeren Hörer dritter Programme ziehen einen Moderator vor, der ihnen etwas distanzierter begegnet. Hohe Kompetenz und ausgeprägte Autorität wird jedoch in gleichem Maße gewünscht.



Die meisten Radiohörer haben eine Lieblingssendung und auch einen Lieblingsmoderator. Die menschliche Stimme dient als Erkennungszeichen für ein Programm, und über den Moderator bzw. seine Sendung entwickelt sich die Identifikation mit dem Programm. Erfolgreiche Programme haben immer bekannte Moderatoren. Viele Hörer schalten das Radio gezielt ein, um ihren Moderator zu hören und entwickeln dabei ausgeprägtes Interesse und eine Art soziale Beziehung zu ihm. Nicht wenige wünschen sich sogar, persönliche Dinge über die Radiomoderatoren zu erfahren oder sie sogar einmal kennen zu lernen. Das Radio erfüllt soziale Erwartungen. Es gibt den Hörern das Gefühl, dabei und nicht so alleine zu sein. Ein idealer Radiomoderator sollte eine Sendung souverän leiten können. Tritt der Moderator sehr bestimmt auf, kann er für den Hörer Orientierungshilfe leisten und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias


Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Christa Lindner-Braun unter den Telefonnummern 0221/470-3952/53, der Fax-Nummer 0221/470-2975 und unter der Email-Adresse Lindner@uni-koeln.de zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).

Für die Übersendung eines Belegexemplars waren wir Ihnen dankbar.

Gabriele Rutzen | idw

Weitere Berichte zu: Erwartungshaltung Glaubwürdigkeit Hörer Moderator Radiomoderator

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften