Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Knapp 25 Millionen Deutsche sind im Netz - zweckgebundene und zielgerichtete Nutzung des Internets dominiert

03.09.2001


24,8 Millionen Erwachsene in Deutschland nutzen inzwischen das Internet, das sind 38,8 Prozent der Deutsch sprechenden Bevölkerung ab 14 Jahren. Dies ermittelte die ARD/ZDF-Online-Studie 2001, über die die neueste Ausgabe der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" berichtet. Im Vergleich zum Vorjahr nutzen damit 36 % mehr Menschen das Internet. Die Online-Studie 2000 hatte ergeben, dass 18,25 Millionen oder 28,6 % der Deutsch sprechenden Bevölkerung zu den Internet-Nutzern gehören.

Nach den Befunden der Studie haben mittlerweile auch bislang internetferne Bevölkerungskreise in deutlich stärkerem Maße als früher einen Onlinezugang. Die absolut größten Zuwächse kommen aber immer noch aus der Stammklientel des Internets, die vor allem aus jungen, formal hoch gebildeten Männern besteht.

Die ARD/ZDF-Online-Studie wurde im Auftrag der ARD-/ZDF-Medienkommission zum fünften Mal seit 1997 vom Wiesbadener Institut für Markt und Sozialforschung ENIGMA durchgeführt.

Deutliche Verschiebungen konstatiert die Studie hinsichtlich des Nutzungsortes: Wurde 1997 noch überwiegend am Arbeitsplatz oder am Ausbildungsort auf das Internet zugegriffen, so dominiert heute die Nutzung zu Hause. 78 Prozent der User haben 2001 eine Onlinezugangsmöglichkeit in ihrer häuslichen Umgebung. Die mit dieser starken Verbreitung der privaten Onlineanschlüsse einhergehende Ausdehnung der Internetnutzung auf das private Umfeld hat dazu geführt, dass die heutigen Nutzer einen anderen Umgang mit den Webangeboten pflegen. Probierten die "früheren" Internetanwender noch mehrheitlich alle technischen Möglichkeiten des Netzes aus, so ist heute die Nutzung weitaus zweckgebundener. An erster Stelle steht die E-Mail-Kommunikation (80 %), gefolgt von der zielgerichteten Suche nach interessanten Informationen (59 %). Unterhaltungsangebote im Netz rangieren im unteren Mittelfeld. Sie werden nur von einem Fünftel der Befragten über 14 Jahren genutzt (20 %) und spielen lediglich für die 14-19-Jährigen eine größere Rolle (42 %).

Die stärkere Verbreitung des Internets und die nochmals gestiegene Verweildauer im Netz gehen nicht zu Lasten der Nutzung klassischer Medien. Der ohnehin geringe Anteil der Onliner, die angeben, wegen ihrer Internetnutzung weniger fernzusehen, Radio zu hören oder Zeitung zu lesen, ist noch zurückgegangen. Erneut bestätigt die Studie die Komplementärbeziehung zwischen Internet und klassischen Medien, die jeweils unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen.

Von den Webauftritten der Fernseh- und Hörfunksender werden insbesondere (speziell aufbereitete) Nachrichten, aktuelle Informationen sowie Ratgeber- und Serviceangebote erwartet, während das Interesse an Video-, Audio- und Livestreams noch sehr verhalten ist. Offenbar gibt es auch die angestrebten Synergien zwischen programmbegleitenden Internetangeboten und Hörfunk und Fernsehen: 55 Prozent der Internetanwender geben an, mehr von einer Sendung nach vertiefender Onlineinformation zu haben. Zugleich erhöht sich das Interesse am gesamten Programm durch die Onlinekontakte. Etwa gleich viele Onlineuser sind schon einmal auf den Seiten der öffentlich-rechtlichen bzw. der privaten Sender gewesen. Jeweils 86 Prozent der Besucher der Websites von ARD und ZDF bewerten diese Angebote als gut oder sehr gut. Diese Ergebnisse sind repräsentativ für die Deutsch sprechenden Internet-Nutzer ab 14 Jahren.

Der Vorsitzende der ARD-/ZDF-Medienkommission und Intendant des Hessischen Rundfunks, Prof. Klaus Berg, verweist darauf, dass es im Internet nur wenige "Marken" gibt, die für verlässliche und seriöse Information stehen: "Die ARD Online-Angebote ARD.de, tagesschau.de und das-erste.de sind solche Marken, die den Menschen eine Orientierung in der unüberschaubaren Informationsflut bieten. So selbstverständlich für viele Menschen das Internet bereits heute ist, so selbstverständlich ist für sie, auch in unseren umfassenden und vielfältigen Onlineangeboten die Qualität zu finden, die sie seit Jahrzehnten von unseren Fernseh- und Radioprogrammen kennen."

ZDF-Intendant Prof. Dieter Stolte, stellvertretender Vorsitzender der ARD-/ZDF-Medienkommission, sieht in den Ergebnissen der neuen Studie den ZDF-Kurs bestätigt: "Viele Menschen beziehen heute ihre Informationen von neuen technischen Plattformen wie dem Internet, unabhängig von Zeit und Ort. Darauf haben wir uns rechtzeitig eingestellt. Mit dem neuen Dienst "heute.t-online" biete das ZDF ein maßgeschneidertes Angebot fundierter Information, die kompetent aufbereitet und verlässlich rund um die Uhr abrufbar ist - ein ideale Ergänzung und Vertiefung der ZDF-Fernsehnachrichten für die Computergeneration".

Birgit van Eimeren | ots
Weitere Informationen:
http://www.media-perspektiven.de
http://www.br-online.de/medienforschung
http://www.zdf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie