Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ladykiller Public Relations: Frauen sind in der Frauendomäne benachteiligt

19.07.2005


Ein aktueller Forschungsbericht kratzt am Image der Public Relations-Branche als Frauendomäne. Trotz steigender Frauenanteile zeigen sich dort nämlich gravierende Benachteiligungen von Frauen beim Gehalt, beim Aufgabenspektrum und bei Karrierechancen. Paradoxerweise erscheint dabei gerade die landläufige Vorstellung von PR-Frauen als den "geborenen Kommunikatorinnen" als Karrierekiller Nummer eins. Frauen mit Managementambitionen droht hier eine tückische "Freundlichkeitsfalle". Zu diesem Ergebnis kommen Professor Romy Fröhlich, Sonja B. Peters und Eva-Maria Simmelbauer vom Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in ihrer jetzt veröffentlichten Studie "Public Relations".



Seit Jahren zählen Public Relations zu den überdurchschnittlich stark feminisierten Berufsfeldern in Deutschland. Trotz verstärkter Präsenz und der angeblich natürlichen Begabung für den Beruf sind Frauen auch in der Frauendomäne PR nicht gleichberechtigt. Neueste Berufsstatistiken zeigen, dass der Frauenanteil in der PR-Ausbildung zwar schon seit langem bei bis zu 80 Prozent liegt. Beim Erklimmen der Karriereleiter gehen die PR-Frauen dann aber sukzessive "verloren". Die drei Kommunikationswissenschaftlerinnen stellen fest: In den Führungsetagen haben weiterhin die Männer das Sagen. Frauen haben außerdem eher als Männer unabhängig von ihrer tatsächlichen Ausbildung zuarbeitende und produzierende Funktionen in so genannten "Technikerrollen" inne, wohingegen Funktionen der systematischen Planung und Organisation (so genannte "Managerrollen") eher Männer innehaben. Am gravierendsten sind aber die signifikanten Gehaltsdifferenzen zwischen PR-Männern und -Frauen: Frauen verdienen im Schnitt 900 Euro im Monat weniger als ihre männlichen Kollegen. "Selbst auf gleicher Hierarchiestufe und bei gleicher Aufgabenstruktur verdienen Frauen im Schnitt weniger als ihre männlichen PR-Kollegen", konstatiert Professor Romy Fröhlich.



Die Forschungsergebnisse der Wissenschaftlerinnen lassen nun vermuten, dass es möglicherweise gerade das besondere weibliche Kommunikationstalent ist, das sich für Frauen in der PR-Branche als Karrierebarriere erweist: Beim Berufseinstieg und auf unteren Hierarchiestufen funktionieren vermeintlich typisch weibliche Kommunikationsfähigkeiten wie Emotionalität, Konsensorientierung, natürliche Intuition, besonderes ethisches Verantwortungsgefühl, Kreativität und ausgeprägte Teamfähigkeit noch als Karrierevorteil. Bei den weiteren Karriereschritten bis hinauf ins Management erweisen sich solche Eigenschaften aber häufig als "Eigentor" - dann nämlich, wenn das viel gelobte weibliche Kommunikations- und Dienstleistungstalent plötzlich als mangelnde Durchsetzungsfähigkeit, schwach ausgebildete Führungskompetenz und konfliktscheues Teamverhalten im harten Wettbewerb mit Männern (vor allem von männlichen Entscheidern) uminterpretiert wird.

Wer sich als "nettes PR-Mädel" zu lange auf dem stereotypen Frauenimage als "begnadete Kommunikatorin" ausruht, läuft Gefahr, so die Studie, in eine "Freundlichkeitsfalle" zu tappen. "Insbesondere Frauen mit Managementambitionen in den PR müssen sich der enorm karrierehinderlichen Wirkung dieser spezifischen sozialen Kategorisierungen im Berufsfeld Public Relations bewusst sein", sagt Professor Romy Fröhlich. In ihrem Forschungsbericht "Public Relations" präsentieren die drei Münchner Kommunikationswissenschaftlerinnen zu den geschilderten Phänomenen aktuelle Daten und Fakten.

Kontakt:
Prof. Dr. Romy Fröhlich
Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU
Tel: 089 / 2180-94 57 (-9454)
froehlich@ifkw.lmu.de

Rezensionsexemplare des Forschungsberichts "Public Relations. Daten und Fakten der geschlechtsspezifischen Berufsfeldforschung" können bestellt werden bei:
Oldenbourg Verlag
Meike Keller
089 / 45051-325
keller@oldenbourg.de

www.uni-muenchen.de/ | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifkw.de/froehlich/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten