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Empirische Sozialwissenschaft und Marktforschung arbeiten zusammen, um Handys in Telefonstichproben zu integrieren

14.07.2005


In den letzten Jahren ist der Anteil der Haushalte, die nur über ein Mobiltelefon verfügen, kontinuierlich gestiegen. Diese Haushalte fallen aus Stichprobenziehungen nach dem Gabler-Häder-Design oder dem ADM-Design heraus, falls sie keine virtuelle Festnetznummer haben. Damit kann es zu systematischen Verzerrungen in den Stichproben kommen, falls sich die Mobilfunkhaushalte von den Festnetzhaushalten in relevanten Merkmalen unterscheiden. Um Mobiltelefonanschlüsse in Telefonstichproben zu integrieren, haben sich Wissenschaftler aus der akademischen und kommerziellen Marktforschung zur Arbeitsgruppe Mobilsample zusammengeschlossen.



Bei Telefonumfragen bestehen viele offene Fragen und Probleme hinsichtlich der Einbeziehung von Personen, die nur über Mobiltelefone erreichbar sind. Um gemeinsam an der Lösung dieser Probleme zu arbeiten, hat sich die Arbeitsgruppe Mobilsample gebildet.

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Eines der Hauptprobleme ist die kontinuierliche Ausbreitung der Mobiltelefonhaushalte. Hier herrscht noch Unklarheit über das wahre Ausmaß, da eventuell viele Handybesitzer über ein Homezone-Angebot eine virtuelle Festnetznummer haben und somit doch in die Festnetzstichprobe eingeschlossen sind. Es gibt jedoch empirische Hinweise darauf, dass sich die "Handy-Bevölkerung" überproportional aus Männern, Singles, Arbeitslosen und Auszubildenden zusammensetzt, die aus den üblichen Ziehungen herausfallen.

Ein weiteres Problem sieht die AG in der Konstruktion des Auswahlrahmens für Mobilfunkrufnummern. Zur Lösung könnten Informationen von den Netzbetreibern zu nicht genutzten Rufnummernblöcken beitragen.

Weitere Fragen stellen sich im Zusammenhang mit der anschließenden Gewichtung, da Festnetzstichproben Haushaltsstichproben, Handystichproben aber Personenstichproben sind und beide kombiniert werden müssen. Auch das Problem der regionalen Zuordnung, die bei Mobiltelefonen anhand der Nummern nicht möglich ist, wie auch das Thema der Ausschöpfungsberechnung und vieles mehr, stehen hier zur Diskussion.

Nicht zu vergessen sind außerdem die Mode-Effekte, die bei einer Befragung über das Handy auftreten können.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe werden an der Lösung der oben genannten Probleme arbeiten. Die Ergebnisse ihrer Forschung werden sie auf den Treffen der Arbeitsgruppe vorstellen, die etwa zweimal jährlich stattfinden sollen. Um die Forschungsergebnisse auch der Profession bekannt zu machen, sind Veröffentlichungen in geeigneten Zeitschriften (wie z.B. ZUMA Nachrichten) und Präsentationen auf Fachtagungen vorgesehen.

Mitglieder der Arbeitsgruppe sind

  • PD Dr. Siegfried Gabler (ZUMA)
  • Axel Glemser (TNS Infratest)
  • Dr. Sabine Häder (ZUMA)
  • Christiane Heckel (BIK Aschpurwis+Behrens)
  • Christian von der Heyde (TNS Infratest)
  • Prof. Dr. Gerd Meier (Universität Lüneburg)
  • Stephan Pommer (Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse)
  • Götz Schneiderat (TU Dresden)

Kerstin Hollerbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.gesis.org/
http://www.gesis.org/Publikationen/Zeitschriften/ZUMA_Nachrichten/documents/pdfs/56/13_gabler.pdf

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