Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jenseits von gut und böse

22.08.2001


Forschergruppe der TU Chemnitz untersucht die Internetnutzung im Alltag

Für viele Deutsche gehört der Computer mit Internetanbindung zum Alltag wie der Fernseher oder die Kaffeemaschine. In der Medienwissenschaft aber ist man sich uneins: Überwiegen die schier unglaublichen Möglichkeiten einer globalen Online-Kommunikation? Oder versinken wir bald in den Abgründen einer totalen Mediendiktatur? Mit dem Buch "Neue Medien im Alltag: Die Vielfalt individueller Nutzungsweisen" tritt eine Chemnitzer Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Beweis an, dass die Wahrheit einmal mehr in der Mitte liegt. In zehn kurzen Aufsätzen wird die Bedeutung des Internets tatsächlich auf den Boden der Tatsachen gestellt: Information, Unterhaltung, Lernen, Arbeiten und Sozialkontakt sind die fünf Lebensbereiche, aus denen sich die virtuelle Kommunikation nicht mehr wegdenken lässt.

Unter verschiedenen Blickwinkeln wird diese Hauptaussage anhand alltäglicher Nutzungsweisen beschrieben. So gewährt das Buch interessante Einsichten in die virtuelle Welt der Computerspiele und fiktiven Texte, verrät Tricks zur Gestaltung informativer Hypertexte und erörtert die sozialen und organisatorischen Besonderheiten eines Telearbeitsplatzes. Selbst darüber, wie Computer Englisch lernen, gibt ein Aufsatz Auskunft.

Die Auswahl der Autoren, die in der Chemnitzer Forschergruppe "Neue Medien im Alltag" mitwirkten, ist Garant für die Praxisnähe des Buches: Soziologen aller Fachrichtungen, Kommunikationswissenschaftler, Informatiker, Sprachwissenschaftler der Germanistik und Amerikanistik und selbst Musikpädagogen haben gemeinsam einen vielschichtigen und interdisziplinären Ansatz vorgelegt, der mit überholten Denkweisen aufräumt: "Noch immer trifft man in der öffentlichen Diskussion um neue Medien auf technikfixiertes Denken", schreiben die Herausgeber, der Chemnitzer Soziologieprofessor Klaus Boehnke und die Ilmenauer Kommunikationswissenschaftlerin Nicola Döring im Vorwort des Buches. "Wenn wir Katastrophen- oder Heilserwartungen der Technik zuschieben, verleugnen wir jedoch die Verantwortung von Einzelnen, Gruppen und Organisationen, mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien in sozialverträglicher und konstruktiver Weise umzugehen."

So unterschiedlich die Blickwinkel auf das Thema, so einheitlich fällt das Resümee aus: Internet-Nutzer sind, wie auch dessen Verweigerer, ein bunt gemischter Haufen mit ganz individuellen Bedürfnissen, Motiven und Ängsten. Das WorldWideWeb ist informativ und verwirrend zugleich, es unterhält und isoliert jenseits von gut und böse.

Klaus Boehnke, Nicola Döring (Hrsg.): Neue Medien im Alltag: Die Vielfalt individueller Nutzungsweisen. DFG-Forschergruppe "Neue Medien im Alltag" - Band 2, 2001. Pabst Science Publishers: Lengerich, Berlin, Riga, Rom, Wien, Zagreb.

Alexander Friebel | Aktuelle Pressemitteilungen
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/phil/NeueMedien/.
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie