Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eindeutschung von Filmtiteln zunehmend passé

02.05.2005


Englische Originaltitel auch mit Blick auf Werbewirkung immer häufiger



Die Übersetzung englischer Filmtitel ins Deutsche hat mit Blick auf die Werbewirkung oft zu seltsamen Eindeutschungen geführt. Immer öfter wird aber auch gänzlich auf die deutsche Sprache im Titel verzichtet, wie Christoph Schubert, Anglizist an der Universität Würzburg in einer Studie auch empirisch nachgewiesen hat. Dies sei als Zeichen der Globalisierung und der Vorrangstellung der Weltsprache Englisch, auch in der Werbung, zu sehen. Wird doch übersetzt, kommen mitunter sprachliche Mittel zum Einsatz, die völlig andere Akzente setzen als das Original.



Immer öfter scheinen deutsche Verleiher der Meinung zu sein, dass der englische Titel beim Publikum leicht verständlich ist und auch gut ankommt. Dabei werden nicht nur Eigennamen wie "Titanic" oder "Spiderman" übernommen, sondern auch Titel wie "Men in Black", "Speed" und "Pulp Fiction". Als markantes Beispiel für den Trend zu identischen Titeln nennt Schubert die Verfilmungen des H. G. Wells Klassikers "Die Zeitmaschine". 1960 kam der Film noch übersetzt als "Die Zeitmaschine" in die deutschen Kinos. 2002 hieß die Neuverfilmung auch hier zu Lande schlicht "The Time Machine".

Im Zeitraum von 1994 bis 2002 wurden bei über 47 Prozent der untersuchten Filme die englischen Originaltitel beibehalten. In den zehn Jahren davor waren es nur knapp 37 Prozent. 1944 bis 1953 wurden über 38 Prozent der Filmtitel wörtlich übersetzt und nur 9,2 Prozent identisch übernommen. Bei Titeln wie "Pulp Fiction" oder "Road to Perdition" sei jedoch die Frage zu stellen, ob nicht ein Teil des deutschsprachigen Publikums überfordert und daher eher abgeschreckt werde, so Schubert.

In den 1980er-Jahren wurde den Englischkenntnissen der Deutschen offenbar noch nicht so viel zugetraut: Der Film "Blind Date" wurde mit dem deutschen Untertitel "Verabredung mit einer Unbekannten" versehen. Solche Zusätze und Untertitel haben sogar zugenommen, allerdings wesentlich geringer als die identische Übernahme der Titel. Heute würde der Titel "Blind Date" auch ohne deutschen Untertitel auskommen. Wörtliche Übersetzungen wie "Geboren am 4. Juli" waren in der Vergangenheit gängig, nehmen aber stetig ab. Auch freie Übersetzungen oder gänzlich andere Titel werden immer seltener. So wurde bis 1953 noch über ein Drittel aller Filme mit einem gänzlich neuen deutschen Titel versehen. Der Bogart-Klassiker "Key Largo" kam beispielsweise 1948 als "Hafen des Lasters" in die deutschen Kinos.

Erwin Schotzger | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Eindeutschung Englisch Originaltitel Untertitel Übersetzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise