Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Integrierte Kommunikation braucht diktatorische Züge"

20.07.2001


"Wie mächtig wird Werbung in der Zukunft noch sein?", fragte Sebastian Vesper, Chefredakteur des PR Report, heute morgen in der Freien Akademie der Künste und eröffnete damit den jüngsten media coffee der dpa-Tochter news aktuell. Vor rund 250 Gästen diskutierten fünf Kommunikationsprofis unter seiner Leitung das Thema "Werbung vs. PR - verschieben sich die Gewichte?"

Dass die klassische Werbung nicht länger die Führungsrolle in der Kommunikation einnimmt, darüber waren sich fast alle fünf Podiumssprecher einig. Bijan Peymani, der Hamburger Büroleiter von werben & verkaufen, analysierte: "Unternehmen sind mehr denn je gefordert, gezielt zu agieren." Nur in friedlicher Koexistenz können seiner Meinung nach PR und Werbung ihre Schlagkraft bewahren.

Lediglich Soheil Dastyari von der Hamburger Werbeagentur FCB Wilkens verteidigte den Führungsanspruch seiner Branche: "Wir haben Ideen. PR hat Beziehungen." Durch die Ideen der Werber würden Marken- und Erlebniswelten kommuniziert. PR hingegen pflege in erster Linie Beziehungen zu Medien, Institutionen oder Interessengruppen. Dem gegenüber wandte Klaus Holthausen von der Hamburger lighthouse communications holding AG ein, dass es vernetzbare Lösungen für jede Aufgabe geben müsse: "Wir müssen vom Kunden her denken." Der Kern jeder guten Kampagne sei zwar die Idee. Aber es sei egal, von wem die Idee komme. "Wenn man alle an einen Tisch bringt, erhält man wesentlich effizientere Ergebnisse", so Holthausen weiter. Auch Dieter Schulze van Loon von der Hamburger PR-Agentur Kohtes Klewes plädierte für ein Kommunikationsmanagement, das sich nach dem Agentur-Kunden richtet: "Es geht darum, zunächst kommunikative Strategien zu entwickeln und nicht gleich vom Kostenmanagement her zu denken."

Als Vertreter der Kundenseite bestätigte Rainer R. Winzenried, Sprecher der Deutschen Shell AG aus Hamburg, dass die Trennung von PR und Werbung für ein international agierendes Unternehmen nicht sinnvoll ist: "Es ist unsere Aufgabe sicherzustellen, dass unser Unternehmen, das in die Natur und die Gesellschaft eingreift, Anerkennung und Zustimmung findet." Für dieses Ziel würden Werbung und in immer stärkerem Maße auch PR "in einem komplexen Gefüge" eingesetzt. Winzenried stellte klar, dass es nicht Aufgabe einer Agentur sein könne, Strategien zu entwickeln. "Die Strategie muß aus dem Unternehmen kommen. Sie muss aus dem Herzen kommen und muss gelebt werden." Agenturen könnten eine Strategie lediglich verbessern helfen.

Dem Zusammenspiel von PR und Werbung stünden oft genug die gewachsenen Strukturen im Weg. Peymani dazu: "Die wenigsten Agenturen sind in der Lage, integrierte Kommunikation anzubieten." Mit jedem neuen Kommunikationskanal seien neue Disziplinen entstanden, um die sich in neue Abteilungen kümmerten. Weil diese Units profitabel arbeiten müssen, sei eine effektive, abteilungsübergreifende Zusammenarbeit erschwert. Peymani folgerte: "Integrierte Kommunikation braucht diktatorische Züge." Es reiche nicht, alle an einen Tisch zu bringen, jemand müsse von außen koordinieren und lenken.

Klaus Holthausen konterte: "Die PR- und Werbeabteilungen in den Unternehmen müssen sich oft gegeneinander abgrenzen." Wenn dort um Budgets und Status konkurriert werde, könne die Agentur auch nicht viel ausrichten.

Sylvia Kopp | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Einem neuen, effektiven Fertigungsverfahren auf der Spur

23.01.2017 | Förderungen Preise

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung