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Interaktive Sportübertragungen im Fernsehen

21.09.2004


Seit der Entwicklung der digitalen Fernsehübertragung und einer Reihe weiterer technologischer Neuerungen in der Computer-und Videotechnik haben die Bildbearbeitung und Videostandards wie MPEG-4 unsere Fernsehgewohnheiten revolutioniert. Das EU-Projekt PISTE (Personalized Immersive Sports TV Experience) macht das Fernsehen zu einem interaktiven und personalierten Mittel für ein optimiertes Fernseherlebnis.



Fernsehzuschauer, die mit den aktuellen Entwicklungen in der Unterhaltungselektronik und bei Spielen vertraut sind, haben höhere Erwartungen an die Übertragung, insbesondere in spannungsgeladenen Bereichen wie zum Beispiel Sportsendungen. Die Zuschauer sind die modernen 3D-Animationen von Computerspielen gewöhnt und möchten die Sportereignisse gern zusammen mit ihren Freunden verfolgen. Auf der anderen Seite passen sich auch die Fernsehsender an die sich mit rasender Geschwindigkeit verändernden Bedingungen an und suchen ständig nach neuen Wegen der Kundenbindung und des Umgangs mit dem wachsenden Wettbewerbsdruck auf diesem Gebiet.



PISTE geht mit seinem interaktiven Sportfernsehen auf die Bedürfnisse der Fernsehsender und der Fernsehzuschauer zu Hause ein. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf den interaktiven Inhalten als auf dem Digitalwandelgerät. PISTE hat eine Reihe von Instrumenten zur Erstellung und Übertragung sowie zum Empfang von verbesserten Inhalten während der Übertragung von Sportereignissen entwickelt. Diese Tools auf der Basis von Computervideotechnik ermöglichen den Fernsehsendern die Erzeugung von Mischrealitäten, bei denen reale und synthetische Objekte zusammengeführt werden. Die sportlichen Aktivitäten können im komprimierten MPEG-4-Format dargestellt werden. MPEG-4 ermöglicht die Verwendung hochgradig interaktiver Inhalte sowohl in 2D als auch in 3D-Domänen bei flexibler Kombination realer und synthetischer Audio- und Videoelemente.

In der PISTE Umgebung wurden Computer-Videoalgorithmen wie zum Beispiel eine Softwarebibliothek entwickelt, mit der der Körper und die Bewegungen der Athleten nachgebildet werden können. Dabei wird der menschliche Körper als Set von 3D-Gelenkpositionen dargestellt, die mit hochmodernen statistischen Methoden berechnet werden. Die Softwarebibliothek kann darüber hinaus aus einer Folge von 3D-Skelettdarstellungen einen standardisierten animierten Output erzeugen. Außerdem wurden innovative Tools zur dreidimensionalen Nachbildung von Umgebungen aus mehreren Fotoaufnahmen eingeführt. Unter den Vorschlägen ist auch eine neue Methode zur Kalibrierung von Kameras. Dabei werden im Gegensatz zu herkömmlichen Kalibriermethoden, die mit verschiedenen Kamerapositionen arbeiten, die zur Kalibrierung benötigten Parameter über eine im Vorhinein berechnete kalibrierte Panoramaaufnahme bereitgestellt.

Bei PISTE handelt es sich jedoch um weitaus mehr als nur eine Reihe von Instrumenten. Vielmehr bietet es eine neuartige Arbeitsumgebung mit integrierten Prozessen zur Ergänzung der bestehenden Übertragungs-Infrastruktur durch die Befähigung zur Erstellung attraktiver und verbesserter visueller und interaktiver Inhalte.

Prof. Georgios Sakas | ctm
Weitere Informationen:
http://www.igd.fhg.de
http://www.igd.fhg.de/www/igd-a7

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