Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internet Evolution - selbstregulierend, selbstentscheidend, selbstschützend - zielgerichtet

26.05.2004


Fraunhofer FOKUS koordiniert im Auftrag der europäischen Kommission die Aktivitäten zum Aufbau einer neuen Generation von Netzwerken



Die komplexen Anforderungen an das Internet werden in Zukunft nur auf der Basis einer sich selbst organisierenden und selbst regulierenden Kommunikationsinfrastruktur zu bewältigen sein. Mit dieser These startet das Forschungs- und Entwicklungsprogramm Autonomic Communication unter der koordinierenden Leitung des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, das von der Europäischen Kommission als Herausforderung und Grundlage für die Aufgaben der nächsten Jahre jetzt offiziell angestoßen wurde. Autonomic Communication wird als Paradigma für eine neue Generation von Netzwerken (NGN) alle Ebenen der Kommunikation beeinflussen - von der Netzinfrastruktur, der Kommunikationsverwaltung bis hin in die Anwendungen. Mit einem breiten koordinierten Aufbau von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Wissenschaft und Wirtschaft kann es unter der Führung Europas gelingen, nachhaltige Innovationen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien zu generieren.



"Die Idee der Autonomic Communication, von FOKUS in mehreren Projekten bereits erprobt, ist inzwischen reif für europaweite gezielte FuE-Programme. Das haben die Europäische Kommission und eine Vielzahl von Mitstreitern erkannt und nun eine zentrale Koordination bei FOKUS eingerichtet." Prof. Dr. Radu Popescu-Zeletin, Leiter von Fraunhofer FOKUS skizziert die nächsten Schritte. "In einem weltweiten Forum Autonomic Communication werden wir die Interessen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammenführen, Arbeitspakete definieren und einen Umsetzungsplan erstellen."

Ganz entscheidend ist die Einbeziehung nationaler Programme. Prof. Popescu-Zeletin: "Alle unsere Aktivitäten müssen sinnvoll in die FuE-Programme der europäischen Länder - wie z.B. dem geplanten Förderprogramm Next Generation Networks des Bundesministeriums für Bildung und Forschung - eingebunden sein. Denn zum einen ist die Kommunikationsinfrastruktur kein nationales Phänomen, zum anderen müssen alle Ressourcen - vom wissenschaftlichen Know-how bis zu den finanziellen Mitteln gebündelt werden, um diese "europäische Aufgabe" mit den zu erwarteten Auswirkungen auf Innovation und Industriestandort zu meistern."

Die Dimension der Bedeutung von Autonomic Communication skizziert Dr. Mikhail Smirnow, Senior Scientist am Fraunhofer FOKUS und Initiator des Forums Autonomic Communication: "Autonomic Communication strebt an, das Kommunikationssystem so zu entwickeln, dass dieses sich auch in unbekannten Situationen autonom dem Kontext entsprechend verhält, z.B. selbst-reagierend unterschiedliche Anwendungsprofile erkennt und berücksichtigt, selbst-konfigurierend in Katastrophensituationen insbesondere in Critical Mission Systemen reagiert, selbst-schützend Viren und Spam gar nicht erst ins Netz lässt etc. Das Ergebnis wird nahezu revolutionär sein. Die bislang eindimensional ausgelegte Funktionalität des Internet wird abgelöst von einer Vielzahl unterschiedlicher flexibler Fähigkeiten der Netzinfrastruktur, die es ermöglicht, auf bekannte und unbekannte Situationen und komplexe Anforderungen zu reagieren."

Das Konzept Autonomic Communication greift dabei Ansätze aus unterschiedlichen Bereichen auf. "Wir starten mit Autonomic Communication nicht bei Null. In vielen Bereichen liegen Vorarbeiten vor zu autonomen Geräten, Systemen, sowohl in der akademischen und angewandten Forschung als auch in der Industrie. Wir verbinden diese Ansätze mit Autonomic Communication zu einem Gesamtsystem," beschreibt Mikhail Smirnow die Motivation. "Denn jetzt ist die kritische Masse an Problemen im Netz erreicht, nicht zuletzt durch Anforderungen und Kreativität der Nutzer und die Bedeutung des Internet als Business Plattform. Das Internet muss den vielschichtigen, neuen Anforderungen entsprechend neu aufgebaut werden."

Treibende Kraft von Autonomic Communication ist eine internationale Gruppe von Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die unter Leitung von Fraunhofer FOKUS und mit Unterstützung der europäischen Union (IST Program Future and Emerging Technologies) diesen Forschungsbereich aufbaut, um die grundlegenden Strukturen IP-basierter Kommunikationssysteme zu verändern. Die Partner, organisiert im Forum Autonomic Communication, starten ab sofort mit den Arbeiten, um dieses anspruchsvolle Programm zu realisieren. Das Forum ist offen für Partner aus Wissenschaft und Industrie.

Partner im Koordinationsprojekt ACCA (Autonomic Communication: Coordination Action): Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, Berlin; Hitachi, Intel und Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Großbritannien, Griechenland, Irland, Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Weitere Unternehmen, wie Nokia, France Telecom, British Telecom, NTT Group, Thales, Ericsson, IBM etc., haben ihr Interesse bereits angemeldet.

Dr. Mikhail Smirnow
c/o Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS
Kaiserin-Augusta-Allee 31
10589 Berlin
Tel +49 (0)30 3463-7113
Fax +49 (0)30 3463-8000
smirnow@fokus.fraunhofer.de

Folgende Websites werden in Kürze online geschaltet

www.autonomic-communication.de
www.autonomic-communication.org

Barbara Lange | idw
Weitere Informationen:
http://www.fokus.fraunhofer.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten