Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

REWERSE - Aufbau einer europäischen Führungsposition beim logischen Schließen für das Internet

11.05.2004


Das Internet bietet den Benutzern heute eine riesige Menge an Informationen sowie interaktive Dienste und Anwendungen, mit denen wir je nach unserer Eingabe einen Urlaub buchen oder den neuesten Bestseller kaufen können. Aber nur wenige Webseiten können den idealen Wochenendtrip vorschlagen, der die Daten bezüglich unserer früheren Reiseziele, bevorzugten Unterbringungsarten und sogar unserer Arbeitszeiten während dieses Zeitraums berücksichtigt.



Derartige Dienste würden einen Grad an Schlussfolgerungen erfordern, der heutzutage einfach nicht verfügbar ist, und das bisschen logisches Schließen, das im heutigen Internet existiert, verlässt sich auf Technologien, die sehr komplex und dementsprechend auch sehr teuer sind. Allerdings trägt ein von der Europäischen Kommission errichtetes Exzellenz-Netzwerk die Hoffnung, Europa an die Spitze der Forschung zu setzen, die an der Realisierung dieser Vision arbeitet.



In den kommenden vier Jahren wird das REWERSE-Netzwerk - das Netz für logisches Schließen im Internet, basierend auf Regeln und Semantik - als eine Art virtuelles Forschungszentrum fungieren und 27 Institutionen aus 14 europäischen Ländern zusammenbringen. Die Arbeit des Netzwerks wird mit fünf Mio. Euro von der EU unterstützt, die durch die thematische Priorität Technologien für die Informationsgesellschaft (IST) des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich konnten die Projektteilnehmer weitere Mittel in Höhe des Kommissionsbeitrags aufbringen und haben das Gesamtbudget auf zehn Mio. Euro erhöht.

"REWERSE hat zwei Ziele", sagte der Koordinator des Projekts, Professor François Bry, zu CORDIS News. "Erstens wird es die Wissenschaftsgemeinde in diesem Gebiet vernetzen und strukturieren, und zweitens wird es Forschungen durchführen zur Hervorbringung greifbarer Ergebnisse für die Entwicklung von logischen Schlussfolgerungssprachen für das Internet."

Insbesondere, so erläutert Professor Bry, soll die Forschungskomponente des Projekts eine Sammlung von kohärenten und vollständigen Schlussfolgerungssprachen für fortgeschrittene Internetsysteme und anwendungen entwickeln und prüfen. Sobald diese entwickelt und validiert seien, hofft das Netzwerk sie zur Genehmigung durch globale Normungsgremien wie das Worldwide Web Consortium (W3C) einreichen zu können.

Die Arbeit des Netzwerks ist in mehrere Arbeitsprogramme eingeteilt. Eines davon wird an der Entwicklung von ’reasoning-aware querying’-Sprachen (Schlussfolgerungsnahe Internet-Anfragen) für das Internet arbeiten, die von bestehenden Datenbankanfrageverfahren inspiriert werden. Ein anderes Programm untersucht die Entwicklung von zeitrelevanten und ortsabhängigen Schlussfolgerungssprachen, mit denen eine Website in der Lage ist, zwei Kalender aus unterschiedlichen Kulturen (z.B. den Gregorianischen und den Chinesischen) zu vergleichen und einem Benutzer basierend auf seinem Standort Kontext-bewusste Anweisungen zu geben, die sogar spezifizieren können, ob er z.B. in einer Einbahnstraße fährt.

"Jemandem mitzuteilen, wo er die ’nächste Apotheke’ findet, hängt ab von dem genauen Standort dieser Person, ob sie Autofahrer ist oder nicht, und dementsprechend spielt auch die Verfügbarkeit von Parkplätzen eine Rolle", erklärt Professor Bry.

Auf die Frage, ob es sich bei REWERSE um eine weltweit einzigartige Initiative handele, gab Professor Bry zu, dass er nicht genau wisse, welche Wege andere Forschungsgruppen in der Welt verfolgten, da die offensichtlichen, kommerziellen Anwendungsmöglichkeiten für solche Technologien bei den Forschern einen gewissen Widerwillen hervorrufen, ihre Forschungsvorhaben großartig anzukündigen.

"An REWERSE ist eine Gruppe von exzellenten Forschern und Praktikern beteiligt, und das allein ist bereits eine Leistung", sagt Professor Bry. "Es handelt sich hier um einen neu entstehenden Technologiebereich in Europa, und während die Leute zuvor an den verschiedenen Elementen des Arbeitsprogramms gearbeitet haben, ist das jetzt das erste Mal, dass sie alle zusammengearbeitet haben."

Und bei den mangelnden Investitionen von privaten Unternehmen, die sich aufgrund der jüngsten Turbulenzen in dem Sektor weiterhin sträuben, umfangreich in die neu entstehenden Bereiche der technologischen Forschung zu investieren, stellen zehn Millionen Euro eine beträchtliche Investition dar. "In dieser Hinsicht hat REWERSE bereits die Führungsrolle auf diesem Gebiet übernommen", schließt Professor Bry.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.rewerse.net
http://dbs.cordis.lu/news/de/home.html

Weitere Berichte zu: Investition Schlussfolgerungssprache

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie