Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keine eigene Marke für das Web

10.05.2001


Markenartikelunternehmen nutzen das Internet stärker als Kommunikations- und Dialogmedium als für E-Commerce

Während die meisten Unternehmen nach Möglichkeiten der Vermarktung ihrer Produkte im World Wide Web suchen, hält sich die deutsche Markenartikelindustrie hier merklich zurück. Im Fokus der Markenartikelhersteller steht die größere Reichweite, die es mittels Präsenz im Netz zu erreichen gilt. Auch bei der eigenständigen Marke für die elektronische Welt agieren die Unternehmen verhalten. Die Wenigsten nutzen die Möglichkeit neben der Offline- auch eine Online-Marke für das Internet aufzubauen. Lediglich 17 Prozent dcr befragten Unternehmen haben darüber hinaus spezielle Preismodelle für den Online-Auftritt. Dies ergab eine Studie der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young (CGE&Y) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Marketing-Management und -Forschung der European Business School. Befragt wurden mehr als 70 marktführende Konsumgüterhersteller in Deutschland

"Während die Unternehmen bei der Nutzung des Internets als Kommunikations- und Dialogmedium teilweise mutig experimentieren und dabei auch bereit sind, Fehler zu begehen, sind sie bei der Nutzung des Internets als E-Commerce-Plattform wesentlich vorsichtiger", stellt Dr. Harald Münzberg, Vice President und Leiter des Bereichs Konsumgüter und Handel bei Cap Gemini Ernst & Young in Bad Homburg fest. Auf Platz eins und zwei der Motive für den Online Vertriebskanal liegen die zusätzliche Reichweite und die Präsenz im Netz. Eine Umgehung des stationären Handels beziehungsweise eine mittel- oder langfristige Abkoppelung vom Handel wird von den Markenartikelunternehmen als keine ernstzunehmende Handlungsoption angesehen. Auch die Umsatzbedeutung von Online Absatzwegen in fünf Jahren wird als gering eingeschätzt. Mit nur erwarteten zehn Prozent Umsatz liegen diese Absatzkanäle deutlich hinter den etablierten Vertriebswegen zurück.

Tendenziell messen die befragten Markenartikelmanager einem Marktplatz auf Beschaffungsebene höhere Bedeutung zu als einer Plattform für E-Commerce-Aktivitäten. Allerdings sehen auch hier gut die Hälfte der Befragten nur geringen beziehungsweise überhaupt keinen Handlungsbedarf. Auf internationalem Parkett gehen die "Global Player" einen anderen Weg: In den USA bündeln 49 internationale Markenartikler über die Plattform transora.com ihr Einkaufsvolumen und in Europa organisieren Nestlé und Danone den Marktplatz CPGmarket.com. "Die Unternehmen der Markenartikelindustrie nutzen ihre Vorteile der breiten Kundenbasis unzulänglich. Es scheint so, als ob sie sich noch in einer Art Selbstfindungsprozess befinden - denn zwischen Wille und Realität besteht noch ein erheblicher Spielraum", kommentiert Münzberg.

Zur Zeit konzentrieren sich die deutschen Markenartikler darauf, ihr Sortiment auf Internetfähigkeit zu überprüfen und eine Auswahl existierender Produkte ins Netz zu stellen. Dabei geht es jedoch nicht um den Verkauf von Waren, sondern um Präsentation. Bei zwei Drittel der befragten Unternehmen liegt der Schwerpunkt der mit der Netzpräsenz verbundenen Tätigkeiten auf der Bearbeitung von E-Mail-Anfragen, Betreiben von Informationsforen und dem Mailversand. Lediglich 26 Prozent hat das Internet für kanalspezifische After-Sales-Services entdeckt.

Auch die Web-Werbung steckt bei den deutschen Markenartiklern noch in den Kinderschuhen. Nur durchschnittlich zwei Prozent des Werbebudgets wird für Online-Medien aufgewandt. "Betrachtet man die Rolle, die die Markenartikelindustrie in der Wirtschaft spielt, kann man nach den Ergebnissen der Studie im Hinblick auf die Internetnutzung vom ,schlafenden Riesen’ sprechen", fasst Münzberg die Ergebnisse der Studie zusammen.

Cap Gemini Ernst & Young

Cap Gemini Ernst & Young ist weltweit das drittgrößte Unternehmen für Management- und IT-Beratung sowie die größte Unternehmensberatung europäischen Ursprungs. Das Unternehmen bietet Strategie-, Management- und IT-Beratung, Systemintegration sowie Outsourcing auf globaler Ebene. Darüber hinaus berät es traditionelle wie Start-up- und Internet-Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien in der New Economy. Die neu geformte Beratungsorganisation beschäftigt weltweit über 59.000 Mitarbeiter und erzielte 2000 einen Pro-forma-Umsatz von rund 8,5 Milliarden Euro. Mehr Informationen zu Cap Gemini Ernst & Young, den Dienstleistungen und Büros finden Sie unter www.de.cgey.com.

Für Rückfragen:
Cap Gemini Ernst & Young
Du Pont-Straße 4
D-61352 Bad Homburg
thomas.becker@capgemini.de

Pressesprecher: Thomas Becker
Tel.: 06172/485-309
Fax: 06172/485-774

ots |

Weitere Berichte zu: IT-Beratung Markenartikelindustrie Marktplatz Reichweite

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten