Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WLAN-Hot Spots und die Komplexität der Abrechnung

30.01.2004


Der drahtlosen Telekommunikation gehört ohne Zweifel die Zukunft. Kein hinderliches Kabel soll das Endgerät - ob Telefon, Handheld oder Notebook - und dem Anwender in seiner lokalen Freiheit behindern. War es noch im Jahr 2000 der bekannte Run auf die UMTS-Lizenzen, startete noch vor ersten UMTS-Versuchen mit „friendly customers“ bereits auch der Hype um Wireless LAN (WLAN) und dessen Anwendung an öffentlichen Orten. Technisch gesehen ist WLAN längst banaler Alltag, ob in der Version 802.11b mit bis zu 11 Mbit/s oder 802.11a und 802.11g mit bis zu 54 Mbit/s Datenübertragungsrate. Innerhalb von Unternehmen und Organisationen wird WLAN in der Breite eingesetzt, dank einfacher und kostengünstigster Installation, hoher Flexibilität und Mobilität der Benutzer. Und die WLAN-Rallye geht weiter: Die Ankündigungen von einigen großen Anbietern wie Microsoft auch im Home Entertainment auf WLAN setzen zu wollen, wird der weiteren Verbreitung von WLAN enorm zuträglich sein.

... mehr zu:
»HOT »Notebook »SPOT »WLAN

Früh lag daher die Überlegung nahe, WLAN auch an öffentlichen Plätzen und in Einrichtungen mit Publikum einzusetzen, den so genannten „Hot Spots“, als dediziertes Zugangsmedium für Datenübertragungen von Notebooks und Handheld. Der typische Hot Spot verfügt über eine hohe Dichte an Personen, die solche Geräte betreiben und sich über einen ausreichenden Zeitraum im Bereich des Hot Spots aufhalten. Dazu zählen Flughäfen, große Bahnhöfe, Messegelände, Hotels oder Business Parks. Technisch also kein Problem. Die eigentliche Herausforderung dieser öffentlichen Hot Spots liegt in der Zulassung und Abrechnung der Kunden. Gegenüber dem UMTS-Ansatz als quasi monolithisches und landesweites Netz, stellt sich der Hot Spot-Ansatz eher als eine Vielzahl von dezentralen und lokalen Einrichtungen dar. Damit stellen sich für den mobilen Kunden die Fragen: wie authentisiere ich mich, was kostet es, wer rechnet ab, wie bezahle ich?

Neben den Mobilfunkbetreibern Vodafone und T-Mobile, Carriern wie Swisscom (in Kooperation mit O2), die über Mobilfunk-SIM-Karten oder auch Kreditkarten abrechnen, gibt es eine Reihe kleinerer Betreiber mit unterschiedlichen Modellen. Damit der User mit einer Authentisierung und einer Abrechnung an möglichst vielen Hot Spots einbuchen kann, werden derzeit verschiedene übergreifende Systeme etabliert. Zum einen ist da Greenspot, die Eco-Initiative des Verbands der deutschen Internetwirtschaft e.V. Die Eco-Mitglieder reichen von AOL, AT&T über Cable & Wireless bis Tiscali. Greenspot versteht sich als Clearing House, betreibt eine Authentisierungs- und Billing-Plattform für WLAN-Betreiber. Die Greenspot-Plattform bildet dabei ein virtuelles privates Netz zwischen den verbundenen WLAN-Netzen.


Nach Tests im Zeitraum von Mai bis Dezember 2003 in verschiedenen Städten will Greenspot nun in diesem Jahr in der Fläche in Echtbetrieb gehen.

Beim Düsseldorfer Abrechnungsspezialisten acoreus sieht man die Eco-Initiative und Greenspot als eine mögliche Lösung, bemängelt aber die vor allem technische Ausrichtung und die schleppende Entwicklung. „Das Abrechnen ist für Kunden heute komplex und bleibt auch komplex, solange die einzelnen WLAN Anbieter nicht roamen wollen“,so Jürgen H. Stäudtner, Leiter Business Development von acoreus: Bei der von acoreus und Toshiba gemeinsam vorgestellten Yellex-Plattform handelt es sich um ein Dienstleistungspaket, das auch für die Betreiber von kleinen Hot Spots wirtschaftlich ist und gleichzeitig einen einfachen Vertrieb der WLAN-Zugänge wie etwa über Prepaid-Cards ermöglicht. Yellex steht dabei nicht unbedingt im Wettbewerb zu Greenspot, sondern stellt sich als ein einfaches Geschäftsmodell mit kalkulierbaren Kosten gerade auch für neue Hot Spot-Betreiber dar. Mittelfristig setzten wir nicht nur auf die Geschäftskunden, sondern auch auf Privatkunden. Dafür sind aus unserer Sicht drei Dinge wichtig: preisgünstige Angebote, guter Service und einfache Anwendbarkeit.

Stäudtner hält die weitere Entwicklung des WLAN-Marktes für spannend: „Die Landschaft der Hot Spots durchläuft die typischen Entwicklungsphasen neuer Dienste. Baustellen und Marktbereinigungen sind dabei ganz normal. Durchsetzen werden sich langfristig die Modelle, die ein Heer von Hot Spots mit einfacher Nutzerkennung und breiten Vertriebskanälen anbieten.“

Gunnar Sohn | www.NeueNachricht.de
Weitere Informationen:
http://www.ne-na.de
http://www.eco.de
http://www.acoreus.de

Weitere Berichte zu: HOT Notebook SPOT WLAN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie