Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Projekt zur Bewertung der Auswirkungen des Gebrauchs von Mobiltelefonen auf das Gehör

29.09.2003


Die Kommission finanziert eine internationale Forschungsinitiative, deren Ziel es ist festzustellen, ob der Gebrauch von Mobiltelefonen negative Auswirkungen auf das Gehör hat.



Am Projekt GUARD sind Forscherteams aus Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Litauen, Russland und dem Vereinigten Königreich beteiligt. Es wird im Rahmen des Abschnitts "Lebensqualität" des Fünften Rahmenprogramms mit annähernd 850.000Euro aus EU-Mitteln gefördert.

... mehr zu:
»EU-Projekt »Gehör »Mobiltelefon


Professor Mark Lutman, Leiter der Audiologie an der Universität Southampton, einer der Projektpartner, erklärte: "Jüngste Berichte in den Medien, die sich mit den Auswirkungen von Mobiltelefonen auf das Gehirn befassen, haben die Benutzer von Mobiltelefonen verunsichert."

"Es gibt zurzeit keine Beweise, die belegen, dass die von diesen Telefonen erzeugten elektromagnetischen Felder messbare Auswirkungen auf das menschliche Gehör haben. Allein eine geringe lokale Erwärmung des Kopfes während des Gebrauchs des Telefons ist unter Umständen möglich. Es handelt sich hierbei jedoch um die erste Studie dieser Art am Menschen, daher sind wir offen für neue Erkenntnisse", so Professor Lutman weiter.

Das Verständnis der Auswirkungen von Mobiltelefonen auf biologische Systeme ist zurzeit noch sehr beschränkt, jedoch liegt es auf der Hand, dass das Gehör durch elektromagnetische Felder am ehesten beeinflusst wird.

Die eigentliche Forschungsarbeit wird zweigeteilt durchgeführt: Zunächst wird eine Studie mit Ratten und Meerschweinchen durchgeführt, danach folgen Tests an Menschen. Nach einer kurzen Betäubung mit einem nicht-toxischen Mittel werden die Versuchstiere elektromagnetischen Feldern mit einer Frequenz ausgesetzt, die in den meisten Mobilfunkgeräten verwendet wird. Die Ergebnisse dieser Versuche werden derzeit analysiert, um eventuelle Veränderungen der Hörreaktionen der Tiere zu beschreiben.

Für die Tests an Menschen hat das Konsortium eine Positionierungsvorrichtung entwickelt, die von den Testpersonen getragen werden muss, um zu gewährleisten, dass die Telefone während des zehnminütigen Testzeitraums in der gleichen Position bleiben. Eine erste Gruppe Freiwilliger wird elektromagnetischen Feldern auf im Großen und Ganzen dieselbe Art und Weise ausgesetzt wie zuvor die Versuchstiere, und eventuelle Auswirkungen auf das Gehör werden gemessen. In der zweiten Phase werden die Hörschwellen von Gruppen regelmäßiger und unregelmäßiger Benutzer von Mobiltelefonen verglichen.

Die Ergebnisse der ersten Phase der Studie werden im Dezember erwartet. Letztlich sollen die Ergebnisse des Projekts GUARD dabei helfen, die bei der Entwicklung umwelt- und gesundheitsbezogener EU-Politik eingesetzte Wissensbasis zu formen. Das Konsortium betont, dass mit dem Gebrauch von in der modernen Gesellschaft allgegenwärtigen Mobiltelefonen verbundene biologische Risiken als absolut vorrangige Gesundheitsfrage betrachtet werden müssen. Das Projekt GUARD soll Erkenntnisse liefern, die politische Entscheidungsträger, Unternehmen und Bürger benötigen, um informierte Entscheidungen hinsichtlich des Gebrauchs von Mobiltelefonen zu treffen.

| cn

Weitere Berichte zu: EU-Projekt Gehör Mobiltelefon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie