Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ontologie und Semantik: Altes Web im neuen Glanz

02.09.2003


Moderne Suchmaschinen werden schon bald in der Lage sein, aus Tausenden von "Treffern" die wirklich relevanten auszufiltern. Inzwischen gibt es nämlich Ontologien, mit deren Hilfe künftig Recherchen durchgeführt werden können, in denen künstlich erzeugte Antworten auf die eingegebenen Suchanfragen enthalten sind. Auf diese Weise soll die Suche weniger, aber dafür aussagefähigere Treffer liefern.



Ontologien dürften in unserem täglichen Leben schon bald eine wichtige Rolle spielen. Das Konzept der Ontologie - ursprünglich ein Begriff aus der Philosophie, der das Wesen und die Eigenschaften des Seienden beschreibt - wird heute bei Internet-Recherchen angewandt, um Dokumente oder Dateien so zu benennen, dass dadurch formal die Zusammenhänge zwischen Begriffen definiert werden. Eine typische Art von Ontologie im Web verfügt über eine Taxonomie und eine Reihe von Regeln für logische Folgerungen, womit gemeint ist, dass relevante Objekte, Aufgaben oder Anwendungen in Begriffe gefasst und direkt zwischen Anwendungsgsystemen ausgetauscht werden.

... mehr zu:
»Ontologie »Suchmaschine


Wenn jemand beispielsweise mitten in der Nacht sofortige medizinische Hilfe benötigt, kann er per Computer und mit Hilfe einer ontologischen Suchmaschine sofort den genauen Standort des am nächsten gelegenen Notfallkrankenhauses abrufen. Dieselbe Suchmaschine kann auch den Namen des richtigen Arztes ausfindig machen und anschließend nach geeigneten Zeiten suchen, in denen der Arzt konsultiert werden kann.

Ontologien wirken somit wie ein Filter für die jeweils relevantesten Informationen. Sie unterstützen Software-Agents beim Erfassen, Vergleichen oder Verknüpfen von Informationen wie z.B. Adressen, Orten, Postleitzahlen oder Personendaten über zwei oder mehr Datenbanken hinweg, ohne jedoch unnötig lange Trefferlisten zu erzeugen. Über diese Datenbanken zeigen die Agents durch Anwendung von Diensten in den Beschreibungssprachen XML (Extensible Markup Language) und RDF (Resource Description Framework) auf unterschiedliche Definitionen desselben Elements.

Diese Tools richten die Suche gezielt so aus, dass sie für den Benutzer von Nutzen ist, d.h. aussagefähige Ergebnisse liefert. Das bedeutet buchstäblich, dass Web-Nutzer künftig nicht nur Informationen aus dem Web beziehen, sondern ihren Computer zum Abrufen der Information über den Standort des nächstgelegenen Notfallkrankenhauses oder den Namen des Arztes einsetzen, mit dem sie einen Termin vereinbaren wollen.

Die Entwickler sind überzeugt, dass ihre Technologie Zeit und Geld in Höhe von schätzungsweise 40 bis 70% einsparen könnte. Angesichts der Gefahr einer Behinderung des Informationsflusses, die aus der noch fehlenden Standardisierung resultiert, können Ontologien mögliche Überlastungen durch große Informationsmengen reduzieren, indem sie einen halbautomatischen Zugriff auf Plug-and-Play-Software direkt über das Web gestatten. Die Technologie eines echten semantischen Web ist zwar für einen praktischen Einsatz noch zu unausgereift, bietet aber gute Zukunftsperspektiven, was sie nicht nur für staatliche Institutionen, sondern auch für Großunternehmen attraktiv macht.

Kontakt:

DING, Ying

University of Innsbruck
Technikerstr. 13
6020
Innsbruck
AUSTRIA
Tel: +43-512-5076112
E-Mail: ying.ding@uibk.ac.at

| ctm
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/fep-cgi/srchidadb?ACTION=D&SESSION=&DOC=1&RCN=EN_RCN:1183&CALLER=OFFR_TM_DE&TBL=DE_OFFR

Weitere Berichte zu: Ontologie Suchmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie